Beiträge von Stefan

    Hallo in die Runde,


    ich bekomme mehr und mehr kleine Hilfen am Arbeitsplatz, die mir meine Arbeit (also das was ich für die Firma tun soll) erleichtern.


    Ich wünsche mir:

    • etwas engere Führung, wobei dierdiedas Vorgesetzte ein Händchen für die Nachfrageintervale haben sollte
    • klare und eindeuteig Formulierungen bei Aufgaben > ich neige zu Pehlinterprätationen bei unpräzisen Worten/Bezeichnungen
    • Hilfe bei der Priorisierung von Themen, wobei auch eine Begründung (nicht Ausfühlich) die Akzeptanz bei mir erhöhen würde
    • Einen Ruhe- und auch einen Fitnessraum, um "Hirnpausen" zu machen
    • Ein Einzel- oder Doppelbüro mit geschlossener Tür > ich bin massiv von Nebengräuchen oder Bewegungen abgelenkt
    • Arbeitszeiten, die gern auch schon um 3 Uhr beginnen oder erst 22 Uhr enden, da ich hin und wider anders "schwinge" wie die Tageszeiten und die Zeiten der Kollegen.
    • Musik im Büro, die ich mir selbst aussuchen kann > bei klassischer Musik oder typischen "Aufzugmusik" komme ich deutlich mit meinen Gedanken und meiner Umwelt klar. Sie hüllt mich in einen "neutralen Klangteppich" der mich nicht (noch mehr) zum Nachdenken anregt und Störgeräusche überlagert.
    • Eine individuelle Lichtgestaltung am Arbeitsplatz, da ich etwas mehr Helligkeit, die aber im richtigen Farbspektrum brauche.



    Was würde Euch helfen, den Job besser oder mit weniger Fehlern oder weniger erschöpfend/kraftraubend zu machen?

    (Ich geha mal davon aus, ihr macht in gern und würdet ihn gern besser machen wollen)

    Hm, die mir bekannten ADHS-ler mit Berufsthema ADHS habe ich kennen gelernt, weil sie erfolgreich damit sind. Das ist natürlich sehr individuell.


    Ach...

    ...ich war euch noch die Info schuldig, wie es ist, wenn man innerhalb des Unternehmens wechselt und über ADHS informiert.

    Zu Beginn sind die MA-Gespräche noch recht häufig und so fand sich eine Gelegenheit.

    Da war vor allem Neugier. Wir haben uns recht ausgiebig unterhalten und ich konnt viele Fehleinschätzungen und Vorurteile ausräumen. Paralell habe ich auf dem PC meiner neuen Chefin die Seiten imm WWW gezeigt, wo man/mänin (Scherrrz) sich sinnvoll informieren kann und auch geraten, die Chats und Websites der "Ufologen" zu meiden.

    Noch jetzt kommen immer wieder Fragen zu ADHS bei mir an, die sich aber gar nicht mit mir befassen, sondern mit Personen in Bekanntenkreis meiner Chefin.


    Die Tatsache, dass ich Hauptnutzer des Ideenportals unserer Firma bin und den von uns verbauten Geräten in der Regel mehr Informationen entlocken kann als meine Kollegen, ist ihr Beweis genug, dass die gängigen Vorurteile Muks sind.


    Im Gegenteil ist ihre Führung fast etwas zu liberal geworden. Etwas mehr "Griff" könnte ich schon vertragen, da meine Prioritäten mitunter weit von denen der Firma abweichen. Das merken alle Beteiligten leider immer zu spät.

    Allerdings ist es auch für Chefs anstrengend, ihre Leute "fern zu strukturieren".


    Ich bin also bisher gut damit gefahren, im kleinen Kreis darüber zu reden, was aber bei Leuten mit mehr Problemen deutlich anders aussehen könnte.


    Noch mal zur Tätigkeit mit ADHS:

    Ich habe den Fluch, permanet nach Lösungen zu suchen, wenn es Probleme gibt. Egal gibt es nicht.

    Daraus ergibt sich aber auch, dass ich Ansätze in Sekunden erkenne und dann innerhalb von ein paar Stunden die technische Lösung habe. Meist ist der Prototyp dann nach 3 Tagen fertig oder ein Umbau auf die neuere, weniger Fehleranfällige Variante in ein paar Stunden erledigt.

    Dienstliche Sachen stelle ich dann ins Ideenportal und bekomme Geld, wenn sie angenommen wird.

    Private Sachen kann man beim Patentamt auch als Gerauchsmuster einreichen. Die kosten nur 46,-€, sind nicht ganz so save wie ein Patent aber das Formular ist deutlich weniger umfangreich.

    Hat man dann die Nachricht, über die erfolgreiche Eintragung des Gebrauchsmusters, kann man sich einen Hersteller für diese Art von Produkten suchen, oder eben den Hersteller, dessen Produkt man verbessert hat. Das Muster kann man dann an die Firma verkaufen und das Patentamt schreibt es auf den neuen Eigentümer um.


    Bisher kann ich nicht von den Erträgen leben, aber es entspannt doch sehr die Eigenwahrnehmung, wenn man den "Hauptjob" nicht unbedingt braucht und auch was gänzlich Anderes machen könnte.


    Sollte mir irgendwann "der große Wurf" gelingen, würde ich vermutlich weiter einer geregelten Tätigkeit nachgehen, denn ich habe im Bekanntenkreis viel Beispiele, wie man abdriftet, wenn der regelmäßige Kontakt und die Zeitraster fehlen.


    Also, ich würde mich gegenwärtig nicht wie Jan Ullrich, Will Smith, Dr. von Hirschhausen, Nadja abd el Farrag, Adam Lavine usw. hin stellen und "laut" über "mein ADHS" reden.


    >Aber im Kleinen kann es SInn machen.<

    Ja. den Lebensunterhalt von meinen ADHS-Aktivitäten zu bestreiten wäre fast unmöglich.


    > Ich habe aber in den letzten Jahren viele Betroffene kennen gelernt, die nun als Coach, Ergotherapeut, Psychologe usw. arbeiten.

    Alle haben mit ü30 noch mal eine Ausbildung gemacht und mit wehenden Fahnen bestanden.

    Das sind dann aber ausnahmslos Leute, die sich ausführlich mit ihrer Psychoedukation befasst haben.

    Dann kenne ich auch noch viele Betroffene, die indirekt von ADHS leben können. Künstler, Grafiker, Regisseure, … Selbsthilfebeauftragte und Fachspezifische Beauftragte und Ämtern und Behörden.<


    Auch bei mir ist absehbar, dass es noch mal einen Umbruch gibt, da ich mich einfach zu stark für ADHS und entsprechend wenig für meinen (bezahlten) Job interessiere.

    Die Dosis erhöhen sollte man nur in Absprache mit dem Doc, auch bei Versuchen.

    Wir haben bei Experimenten immer einen Check zu Blutdruck usw. gemacht.


    So "Spielereien" mit Restbeständen alter Medikationen dokumentiere ich nur für mich und Interessierte.

    Mich stören Geräusche und Berührungen massiv dabei mich zu konzentrieren. Ich werde dabei wirklich unruhig und gereizt.


    Auch Gedanken und Tagträume lenken mich oft von dem ab, worauf ich mich eigentlich gerade konzentrieren sollte.


    Besonders blöd ist es, wenn man dabei anfängt zu grinsen oder eben grimmig zu schauen. Dann muss man sich nämlich auch gleich noch erklären. :-)

    Da bin ich dabei. Hinzu kommen noch Vibrationen, Gerüche oder Luftbewegungen. Ich habe leider eine Art "Centinel-Gen", also sogar Wachsam, wenn ich schlafen will. Das geht dann nur mit Stöpseln in den Ohren.

    Für die Arbeit habe ich vom Chef ein ANC-Headset bekommen

    (Active Noise Cancelling (ANC) reduziert externe Störgeräusche und optimiert die Musik- und Tonqualität des Kopfhörers für Telefonate.)