Beiträge von CaptainGut

    Hallo Flocki,


    dein Beitrag ist zwar schon ein bisschen her, aber ich fühle voll und ganz mit Dir.

    Wir sind auch am Anschlag hier seit einiger Zeit und ich nehme die Wochen jetzt tageweise. Gestern habe ich mich krank gemeldet, um die Eskalation abzubremsen und zumindest zu sichern, dass wir als Eltern nicht auch noch gegeneinander kämpfen.


    Wenn ich lese, dass du das bis 21 Uhr alleine bewältigt hast, dann musst Du absolut stark sein! Dein Sohn kann froh sein, dass er Dich hat!


    Wir weinen auch und sind des Öfteren am Ende.

    Ich möchte Dich auch ermutigen es bei der Diakonie, Lebenshilfe etc. zu versuchen.

    Da habe ich auch schon offene Ohren gefunden, als ich diese dringend benötigt habe.

    Das kann ein guter Anfang sein für Dich!

    Flocki:

    Also es ist jetzt Tag zwei rum, bei dem wir alle zu Hause sind.

    Für alle die mitlesen (Mann und Frau (ADHS Diagnose), sowie Sohn (ADHS Diagnose) und Tochter (noch keine Diagnose).


    Sonst habe ich zwei Tage die Woche HO und muss sagen, dass obwohl ich das erst seit sechs Monaten zu habe, die Tage im Büro jetzt erst zu schätzen weiss.


    Im Moment denke ich, dass am Ende dieser fünf - x Wochen alles bei rauskommen kann.

    Auch eine Scheidung halte ich für im Rahmen des Möglichen. Ich kann nicht in Worte fassen, wie bescheiden diese Situation ist und dabei gibt es positive Dinge (Garten, Garagenhof zu Nutzung, nette Nachbarn, etwas Sonnenschein, Netflix, Amazon Video, Disney+.....).


    Grundsätzlich ist die Arbeit zum Erliegen gekommen und es kommt jetzt zu Tage, was sonst kaschiert werden kann.


    Leute...mir ist zum Heulen zu Mute ?(


    CaptainGut

    So nun möchte ich Euch gerne um Eure Meinungen bitten, denn meine Frau sind uns nicht einig. Es kann auch sein, dass wir aneinander vorbeireden.

    Letzteres kann ich nur vermuten, aber bei der Sache interessiert mich doch, wie andere es wahrnehmen.

    Meine Anstrengungen gehen dahin zu beschreiben und nicht zu bewerten.


    Die ersten Monate Schule sind rum und wir haben einen Schulbegleiter. Unsere Wahrnehmungen sind sehr unterschiedlich.

    Meine Frau hat eine ADHS Diagnose, ich habe keine. Sie nimmt Medikinet und wird aber wohl etwas anderes ausprobieren.

    Schule war für mich früher kein Spaß und meine Eltern haben oft gesagt :"Schwimm doch nicht immer gegen den Strom und wenn es sein muss, heul mit den Wölfen." In Summe war ich unzufrieden und bin durchgekommen mit Blessuren.


    Wie wir die Schule unseres Sohnes sehen:

    Unser Sohn hat es nicht leicht, aber schlägt sich eben durch. Die Schulbegleitung berichtet fast täglich und neben - aus Sicht der Schulbegleitung - wenigen schlechten Tagen, gibt es bedeutend mehr gute Tage. Unser Sohn darf häufiger raus, arbeitet auch auf dem Flur oder eben in der Aula. Hier und da gibt es Reibereien, sei es beim Fussball in der Schule oder im Hort danach.

    Was davon altersspezifisch normal und durch den Wechsel von KiGa auf Schule normal ist, können wir nicht einschätzen.

    Im Religionsunterricht soll der Schulbegleiter raus und macht dies auch. Probleme gibt es dann keine. Er kann auch jederzeit wieder bzw. unser Sohn selbst natürlich auch raus, wenn er das will.


    Ich:

    Selbst kann ich meinen Sohn nur zweimal die Woche abholen, wenn ich zu Hause arbeite und dann auch nicht immer. Er will oft noch weiter spielen, am Kiosk vorbei für Süßigkeiten. Oft ist er sehr "dagegen" und sträubt sich zu kooperieren. Hausaufgaben mache ich nie mit Ihm, da ich dazu keine Zeit habe. Es fällt oft auch noch wenig an in der 1. Klasse.

    Subjektiv denke ich, dass er es natürlich schwer hat, aber da eben durch muss. Ich sehe den Schulbegleiter als Mittel, ihm den Weg in der Schule zu erleichtern und sich einzufügen, um die Schulzeit zu überstehen. Das wird nicht leicht, aber ich sehe es so, dass er irgendwie seinen Platz in der Gesellschaft - zwischenmenschlich - finden muss. Denn es wird ja eine Zeit kommen, in der er alleine zurecht kommen muss. Ob ich das will oder nicht und er wird es auch wollen.

    Das auf seine individuellen Bedürfnisse nur bedingt Einfluss genommen werden kann, dessen bin ich mir bewusst, aber sehe auch keine Alternative. Er hat aus meiner Sicht ein gutes Paket geschnürt bekommen mit Unterstützung und soll dies auch weiter bekommen. Quasi Hilfe dabei zu bestehen und zu wachsen, denn er ist wie er ist und muss da eben durch.


    Meine Frau:

    Sie übernimmt die anderen drei Tage oder mehr und gibt sich auch den Hausaufgabenwahnsinn.

    Die Nachrichten von unserer Schulbegleitung sind für Sie unbedeutend, da Sie einen unglückliches Kind sieht, wenn Sie ihn abholen geht umnd kämpft.

    Außerdem sieht sich ein Kind, welches die Schule nicht besonders mag und dessen Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Aus Ihrer Sicht entwickelt er eine Art Maske, um die Schulzeit zu überstehen und sich zu verstellen. Nach Ihrer Ansicht nutzt er dieses "masking", um zu überleben. Er passt sich also an, damit er reinpasst und das kostet sehr viel Energie. Das ist schlecht, da er nach der Schule voller Unruhe ist und regelrecht ausbricht, was es uns schwer macht .

    Viel schlimmer sein aber, dass er sich anpasst und sich verstellt, also nicht er selbst sei. Sich damit quasi selbst aufgibt so wie er ist und vorgibt irgendwie zu sein, damit er akzeptiert wird.

    Sie denkt über eine andere Schule nach...was im Prinzip nur eine Förderschule sein kann.



    Ich weiß wie es ist sich zu verstellen und ich habe das leider auch gemacht und perfektioniert. Meine Frau auch.

    Mein Bauch sagt, dass es nicht gut gewesen ist, aber im Moment weiß ich nicht wie wir das ändern sollen, denn das Leben ist ohnehin streckenweise so schwer, dass ich nicht weiss, ob diese Familie Bestand haben wird;( Es ist einfach furchtbar schwer...


    Wie geht ihr mit euren Kindern und der Schule um? Habt ihr ähnliche Gedanken? Sorgen? Sehe ich es zu schwarz/weiss...?

    Sorry, wenn ich den Thread hier kapere.

    Ich lese Putzhilfen und as es anscheinend bei Euch normal ist.

    Wir hatten schon zwei und jetzt wieder keine. Aber meine Frau findet den Druck zu groß und immer wiederkehrende Routinen sind ja nicht des ADHSlers Stärke;)


    Ich habe das Gefühl, dass ich mich mit eine Putzhilfe abfinden muss, wenn ich etwas Ruhe reinbringen will in den Alltag hier. Würdet ihr das unterschreiben?


    CaptainGut

    Wir haben jetzt im März am Feldberg "Caritas" Haus reserviert.

    Dann wird meine Frau mit unserem Sohn dorthin fahren.

    Sobald die Kinderärztin wieder da ist, füllt sie den Antrag aus, dann geht es zusammen mit dem Bericht des MDK an die Deutsche Rentenversicherung.


    Gerade haben wir wieder so eine Situation und ich schreibe Euch, da ich nicht weiß, was ich sonst tun soll/kann.

    Meine Frau hat gerade unseren Sohn von der Schule abgeholt. Sie ruft mich weinend/heulend und schwer verständlich im Büro an, dass er weggelaufen ist auf dem Weg nach Hause. Sie kann ihn nicht finden, hat seine Jacke dabei, den Schal, die Mütze und den Schulranzen.

    Er ist weggelaufen und Sie muss jetzt unsere Tochter abholen gehen.


    Wir erleben Ähnliches häufiger und wir haben gute Wochen (letzte Woche) und diese Woche als Gegenbeispiel. Durch meinen entspannten Beruf, kann ich jetzt ruhiger bleiben, aber die Hände sind feucht und ich würde ihr gerne helfen, aber ich kann nicht.

    Dazu ständige Diskussionen mit der Hortleitung, den Lehrern und unserem Schulbegleiter, dass er bitte eine Jacke anziehen muss bei dem Wetter.


    Meine Gedanken gehen mit mir durch...also sowas wie ein Umzug zu meinen Eltern ins Haus (was anderweitig genug Sprengstoff bietet), um keine Miete zahlen zu müssen, damit ich Teilzeit arbeiten kann, also effektiv immer daheim wäre, wenn er nach Hause kommt. Das wirkt sich dann aber wieder auf die Rente aus und meine Frau arbeitet selbstständig einen Tag die Woche seit einiger Zeit, aber vorher hat Sie nicht gearbeitet und ich weiss auch nicht, wie lange Sie das durchhält dieses mal.


    Wir bräuchten im Prinzip einen Helfer, der fünf Tage die Woche unterstützen kann bei der Zeit zwischen Schule um 15:00 Uhr und 17:30 Uhr bis ich nach Hause komme. Meine Frau geht langsam daran zu Grunde, die Beziehung hat schon extrem gelitten und ich komme mit Lösungsvorschlägen auch nicht weiter.


    Habt ihr eine Idee? Ich will mich nicht aufgeben und es muss doch Lösungen geben irgendwie, irgendwas...

    Ende November startet unser Elterntraining, wenn alles glatt geht....


    CaptainGut

    Hallo Moni,


    also wir sind nicht wirklich weiter.

    Wir haben zeitweise 10mg am Morgen gegeben, aber nicht das Gefühl gehabt, dass es sich zum Besseren verändert hätte.

    Nur natürlich haben wir nicht nur das probiert, sondern auch eine weitere retardierte Dosis zum Mittag oder eben 2,5 mg nicht retardiert zum Abendbrot.

    Anfängliche Euphorien, haben wir leider nicht wiedererlebt, so dass wir im Moment wieder auf 5 mg retardiert am Morgen zurück gegangen sind, da es für die Schule ausreichend ist.


    Die Abende gestalten sich nach wie vor schwierig. Ich habe es einmal geschafft, ihn ins Bett zu bringen, aber es hängt wirklich an meinem Stresslevel vom Tag und wie viel Energie er noch hat.

    Die Ärztin müssen wir noch kontaktieren, aber auch noch alles lesen, was hier verlinkt ist. Angefangen habe ich, aber noch nicht intensiv nachgelesen.


    Positiv ist aber, dass der MDK bei uns gewesen ist und wir sofort Pflegegrad 3 bekommen haben, sowie eine Rehamassnahme (Mutter+Kind Kur), welche wir Anfang 2020 einplanen.

    4 Wochen am Feldberg im Schwarzwald werden es vermutlich werden.

    Sollte noch jemand etwas zu dem Caritas Haus sagen können, freuen wir uns über Input.

    Einen Behindertenausweis haben wir ebenfalls beantragt, nachdem wir den Beitrag zu dem Thema gelesen habe.


    Gerade habe ich das Gefühl etwas durchatmen zu können, da ich seit Freitag frei habe. Es ist beruhigend zu sehen, dass die eigene Entspannung für alle hier gut ist und zeigt eindeutig, wieviel Energie wir mehr brauchen, als andere Familien.

    Abends neben meinem Sohn zu liegen und ruhig bleiben zu können, macht Mut. Ich habe ihn so lieb und es ist keine Absicht, dass er so aufdreht...letzteres sage ich zu mir selbst wie ein niemals endendes Mantra.


    So sieht es aus...


    CaptainGut