Beiträge von Shepherd

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    Ich nehme Medikinet, aktuell 20mg - 20mg.

    Ich hatte nach der Erhöhung auf 20mg -10mg erst keine Probleme, für ungefähr eine Woche und danach habe ich sehr starke Kopfschmerzen bekommen und weitere Symptome von einer Unterzuckerung. Das die Kopfschmerzen nicht direkt nach der Dosiserhöhung eintreten war bei mir also auch der Fall.

    Das wurde nach ca. einer Woche wieder besser. Kurz darauf hatte ich die erhöhung auf 20mg - 20mg und hatte dann nur die Kopfschmerzen, für 3 Tage, das ist jetzt so eine Woche her. Aktuell habe ich keine oder wenig Kopfschmerzen, wird von Tag zu Tag besser.


    Kurz zu den Kopfschmerzen: Diese haben sich so geäußert, dass sie während der Einnahme auftraten. Wenn ich unregelmäßig, oder zu wenig gegessen hatte, tendenziell stärker, aber auch bei einer ausreichenden und guten Mahlzeit traten sie trotzdem auf. Wenn die Wirkung des Medikinets nachließ, blieben die Kopfschmerzen aber und somit hatte ich am folgenden Tag dann auch Kopfschmerzen. Bei Einnahme des Medikamentes haben sich die Kopfschmerzen auch nicht immer verstärkt, aber sie wurden auch nur selten schwächer. Tendenz war also, mit Medikament wurden die Kopfschmerzen stärker.


    Mit Kopfschmerzen hatte ich auch das Problem, dass ich mich absolut nicht konzentrieren konnte. Es fühlte sich so an als ob jemand meinen Kopf mit eine Pumpe aufgeblasen hätte.


    Ich denke bei mir war/ist es ein Problem mit dem Blutzucker. Meine Vermutung ist, da die Bereiche die diesen Benötigen, vorher ein deutlich niedrigeren Verbrauch hatten, war mein Körper nicht angepasst eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, auch wenn genug Rohstoff durch ausreichende Ernährung da war.


    Ich stell mir das so vor als bräuchte mein Körper mehr Kühlleistung. Das Kühlwasser ist die Nahrung und der Zucker. Aber da mein Kopf vorher nicht viel benötigt hat, sind die Rohre zum

    Transport des Kühlwassers sehr schmal. Ich habe ich zwar ausreichend Kühlwasser, nur die Rohre um es in meinen Kopf zu bekommen sind noch auf das alte System ausgelegt und müssen sich erst anpassen.


    Ist aber alles nur eine Vermutung.


    Ich denke für dich ist wichtig, dass du guckst ob die Kopfschmerzen mit der Zeit wieder weg gehen. Wichtig ist auch eine ausreichende Ernährung. Die ist sogar sehr wichtig!

    Aber Schnuller und Flasche schießt doch wohl über das Ziel hinaus.

    Aber wieso, wo liegt das Problem? Wenn es hilft und niemanden schadet ¯\_(ツ)_/¯

    Bettnässen und Windeln sind vielleicht etwas physikalisches welches man sieht, aber die Psyche gehört auch zur Entwicklung dazu, und wenn das Kind für soetwas ein Bedürfnis hat, wieso solte man dagegen ankämpfen? Natürlich sollte man in die Richtung lenken davon wegzukommen, aber es muss ja nichts erzwungen werden.

    Da habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Der Begriff Krankheit ist für mich zu negativ behaftet. Krankheit ist eine Funktionsstörung die verminderte Leistungsfähigkeit erzeugt. Welches bei AD(H)S natürlich auch der Fall ist. Dadurch ist es auch rein begrifflich eine Krankheit, man wird ja nicht ohne Grund dagegen behandelt. Aber die Eigenschaften von AD(H)Slern sind nicht direkt alles Einschränkungen. Ich würde es eher als eine Inkompatibilität mit unserer Gesellschaft sehen. Natürlich macht dies das Problem nicht weniger signifikant, aber es hilft damit umzugehen.


    Das interessante bei Leuten mit AD(H)S ist, einerseits haben sie wahnsinnig Probleme mit der Gesellschaft zurechtzukommen. Was dazu führt das auch damit gerechnet wird dass viele Gefängnisinsassen ein unentdecktes bzw. unbehandeltes AD(H)S haben. Andererseits gibt es auch viele Nachweise dafür dass sehr erfolgreiche Unternehmer öfter AD(H)S haben.


    Und die meisten negativen Symptome von AD(H)S die es zu einer Krankheit machen, sind auch nicht direkt AD(H)S Symptome, sondern Folgesymptome durch die Probleme der innkompatibilität, welche bei AD(H)S vorherrschen.


    AD(H)S macht eine völlig andere Denkstruktur im Kopf, welche ein riesen Potential beherbergt, negativ, sowie positiv. Leider ist die Tendenz der Entwicklung zum Negativen deutlich stärker als zum Positiven. Aber da die Eltern hier im Forum ihr bestes tun dagegen vorzugehen und ihre Kinder zu fördern, würde ich es nicht als Krankheit ansehen, sondern wie Stefan auch schon gesagt hat, eine „Gabe“. Ich möchte AD(H)S nicht verherrlichen, ganz im Gegenteil. Es macht das Leben viel komplizierter als es sein müsste, aber wenn man lernt damit umzugehen, kann man teilweise Sachen bewerkstelligen, die andere für unmöglich halten.


    Was ich mit Inkompatibilität meine: Die Gesellschaft hat klare Vorschriften. Beispielsweise wie ein Kind aufwächst. Es ist wie eine Anleitung. Wann was gemacht wird. Mit 3 Kindergarten, mit 6 Grundschule, etc.. Es ist bei jedem eigentlich gleich. Nur diese Anleitung ist für „normal“ denkende Menschen. Die andere Denkstruktur bei AD(H)Slern kommt mit diesem denken nicht zu Recht. Ich stell mir das so vor: Jedes Kind hat seine Legosteine (die Struktur der Gedanken) und bekommt von der Gesellschaft eine Anleitung um diese zusammenzusetzen. Das Kind mit AD(H)S hat aber andere Lego Steine als das „normale Kind“, bekommt aber dieselbe Anleitung. Da viele Steine jetzt fehlen, die es für die Anleitung braucht, bedeutet es ja nicht dass es die Schuld des Kindes ist. Dafür hat das AD(H)S Kind andere Steine, mit welchen es vielleicht nicht dasselbe bauen kann, aber etwas genauso Beeindruckendes.


    Stellt euch vor die ganze Gesellschaft Bestände aus AD(H)Slern, vielleicht wäre es total chaotisch und durcheinander. Aber ich glaube nicht dass diese Gesellschaft weniger weit gekommen wäre, ich denke sogar im Gegenteil. Viele der Menschen in unserer Geschichte, die unsere Gesellschaft weitergebracht haben, hatten auch AD(H)S. Und in so einer Gesellschaft gäb es eine andere Anleitung mit der es auch nicht zu den Problemen kommt, mit denen wir zu kämpfen haben.


    Natürlich ist es besser vor anderen Menschen AD(H)S als Krankheit einzustufen, denn diese Menschen verstehen einfach nicht was das Problem ist, nach dem Thema „wenn ich das kann, solltest du das doch auch können“. Ich denke nur in diesem Forum wissen wir alle wie fatal sich AD(H)S auf die Lebensqualität auswirken kann. Von daher finde ich muss man es nicht nur als Krankheit einstufen, das ist für mich zu Schwarz-Weiß denken.


    Seit dem ich meine Diagnose bekommen habe, ist es das erste Mal in meinem Leben, dass es wieder Berg auf geht. Ich habe mich als Kind immer wie ein Alien gefühlt, da ich so anders getickt habe als jeden den ich kenne. Ich möchte mich auch nicht als dauerhaft Krank sehen, wenn ich diese Fähigkeiten auch zum positiven wenden kann, auch wenn ich es nur mit ärztlicher Behandlung schaffe. Ich sehe es wie einen Adapter für die Welt der „Normalen“. Die Folgesymptome wie Depression, soziale Ängste, Zwangsstörungen, die ich über die Zeit entwickelt habe sind natürlich Krankheiten. Aber diese entstehen erst durch das Gefühl anders zu sein und nicht mit der Welt um einen herum zu Recht zu kommen. Man fühlt sich Falsch. Aber wie gesagt, ich habe andere Bausteine und mit diesen werde ich etwas Beeindruckendes bauen, jetzt da ich die richtige Hilfe bekomme. Und mein Bauwerk wird beeindruckender als das von den meisten „normalen“ Menschen. Denn das tollste baut man erst wenn man es sich selber ausdenkt und nicht nach Anleitung baut, was jeder andere macht. Die Fähigkeit die Bausteine zusammenzusetzen und dass ohne Anleitung, das ist die Herausforderung. ;)

    Dieses Thema ist zwar schon etwas eingestaubt, aber ich musste noch öfter dran denken. Daher wollte ich trotzdem gerne nochmal meinen Senf dazugeben, auch wenn der Ersteller dies vielleicht gar nicht mehr sieht, aber vielleicht hilft es ja jemand anderen in dieser Situation.


    Als erstes ist die Medikation von Cannabis und Stimulanzien zwar nicht direkt gesundheitsschädigend, aber es ist deutlich gefährlicher, weshalb kein Arzt es macht und machen sollte. Wenn du doch jemanden findest der das macht, ist es verantwortungslos.


    Als nächstes möchte ich zu Cannabis als Medikation noch etwas sagen (natürlich dann ohne Stimulanzien). Cannabis kann durchaus bei AD(H)S helfen, aber meinem Wissen nach hat es meistens mehr Nachteile als Vorteile (Legalität nicht mit einbezogen).

    Trotzdem gibt es Personen bei denen es mehr Vorteile hat und wirklich die bessere oder sogar beste Medikation ist, da stimme ich völlig zu (aber nur ein Bruchteil der ADHSler).

    Ich habe einen Nachbarn (Anfang 40), welcher schon im Kindesalter mit ADHS diagnostiziert wurde. Dieser nimmt seit über 20 Jahren Cannabis zu sich und machte dies als Selbstmedikation. Er hat aber in dieser Zeit seine Eigene Firma aufgebaut, mit welcher er sehr gut Geld macht und erfolgreich ist, er kümmert sich um seine Familie, z.B. seine kranke Mutter und macht sehr sehr viel ehrenamtliche Arbeit. Er ist zwar der totale Chaot und Leute verstehen nicht wie er tickt, aber er hat sein Leben voll unter Kontrolle, mehr als die meisten ohne ADHS oder irgendeine andere Einschränkung.

    Seit 2 Jahren bekommt er jetzt Cannabis auch auf Rezept.


    Der Punkt auf den ich hinaus möchte ist, wenn du dir sicher bist das Cannabis das richtige Medikament ist und du es schon seit Jahren nimmst, wieso bist du dann in dieser Situation? Cannabis konnte wie es aussah nicht helfen. Das Problem mit Cannabis ist, man fühlt sich besser und seine Probleme machen einen nicht so fertig. Dabei meine ich auch nicht auf das „wegdröhnen“, ich meine leichten Konsum, bei welchem man noch zurechnungsfähig ist. Aber wenn es nicht den Antrieb oder die Hilfe gibt um aus deinen Problemen hinauszukommen, ist es definitiv das Flasche!


    Natürlich gibt es viele Argumente welche Behaupten, es würde viel besser werden wenn man es auf Rezept bekommt, wie z.B. geregelte Qualität, gleicher Wirkstoffgehalt, keine Streckmittel und natürlich weniger finanzieller Aufwand. Aber sein wir mal ehrlich. Wenn du auf diesen Weg in die Obdachlosigkeit geraten bist, wird es mit medizinischem Cannabis auch nicht viel besser.


    Long story short: Wenn du mit Selbstmedikation nicht aus der Scheiße rauskommst, oder sogar weiter versinkst, dann wird es dir auf Rezept auch nicht helfen!

    Mein Bauch fängt immer an Krawall zu machen wenn ich hunger bekomme, dadurch merk ich es immer. Da es teilweise so laut ist, dass es mir peinlich wird, esse ich dann immer. Es ist nicht der Appetit oder das Hungergefühl. Es ist einfach nur peinlich für mich einen so schreienden Bauch zu haben. 8o


    Wenn ich alleine bin vergesse ich deshalb oft das Essen.