Adhs Diagnose ohne soziale Schwierigkeiten

  • Hallo Forum,

    Ich bin leider nicht fündig geworden. Hat denn irgend jemand Erfahrung mit Adhs und keinerlei Aufälligkeiten in der Schule außer unter dem Durschnitt liegenden Leistungen.

    Meine Tochter hat wie viele eine hohe Empathie und Gerechtigkeitssinn. Da verstehe ich nicht, wie das mit Wut, Aggression oder ständigen Regel verstossen zusammen passt. Sie kann sich ja gut in die andere Person versetzen. Sie liebt Regeln eher und erwartet das von den Anderen auch. Da aber die negativen Symptome typisch sind geht das für mich nicht zusammen. Sie ist sehr bewegungsfreudig zu Hause. Laut Lehrerin fällt sie aber nicht auf mit übermäßiger Bewegung.


    Laut Kinderpsychologin kompensiert sie die Bewegung in der Schule und reißt sich ständig zusammen. Zuhause ist dann der Ofen aus und sie reagiert mit Wut, Tränen, Diskussionen, oppositionellen Verhalten und extremen

    Gefühlschwankungen. Aber selbst das haben wir seit ein paar Wochen relativ gut im Griff.


    Das ändert aber nichts an der Tatsache das Proben durch Schusseln, Frage nicht verstanden oder war mir zu anstrengend selten zu einer einer besseren Note führen als einer drei oder vier.


    IQ wurde als normal getestet. Ich selbst merke,wie oft sie Wiederholungen benötigt um es abzuspeichern. Und dann ist es trotzdem oft nach 3 Wochen wieder weg. Da komme ich zu nächsten Unstimmigkeit. Das Üben klappt besser seitdem uns die Kinderpsychologin geraten hat die Einheit auf exat 15 min zu begrenzen. Ich habe zuvor auch nicht viel länger gemacht. An ruhigen Tagen(Sa oder So) dann aber manchmal 2 Einheiten. Also Adhs Kinder brauchen viel Wiederholung aber ich soll nur 15 min machen???


    Ach zu dem Thema Bewegung in der Schule sagte meine Tochter, sie bewege ja nur die Füße. Das merke sie ja nicht. Auf die Bemerkung, das die Lehrerin meint sie wäre immer motiviert bei der Sache, sagte Tochter. Ich schaue ja auch immer angestrengt so wie die Anderen. Kann ein Kind so täuschen?


    Um nochmal auf den Punkt zu kommen. Sie hat viele Freunde. Erzählt aber oft, dass diese auf irgend eine Art und Weise ungerecht ihr gegenüber handelten. Das frustriert sie..


    Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.


    LG Andrea

  • Hallo, hat Deine Tochter denn die Diagnose ADHS?


    Und bekommt sie Medikamente?


    Ohne Medikamente ist der IQ bei ADHS manchmal 10 (-15) Punkte niedriger als mit Medikamenten.


    Ein bisschen klingt das evtl. auch nach einer Hochbegabung... da gibt es ja die seltsamsten Dinge. Aber ich bin da nicht sehr belesen.


    Wie war denn die Verarbeitungsgeschwindigkeit beim IQ?


    Ich habe bei meinem jüngeren Sohn, 8, der keine ADHS Diagnose hat, jedoch HB ist, den leisen Verdacht, dass er seine vergleichsweise langsame Verarbeitungsgeschwindigkeit vielleicht bemerkt. Manchmal sagt er, er wolle ein anderes Gehirn haben, er sei so lamgsam. Dabei sind wir immer wieder erstaunt, wie schnell er bestimmte Schlüsse zieht.


    Und dann wiederum überlege ich, ob er sein möglicherweise vorhandenes ADS (ein H sehe ich bei ihm wirklich nicht) einfach durch hohe Begabung gut kompensiert. Schließlich ist es ja eine ziemlich erbliche Sache und ich sehe bei uns beide Eltern als betroffen, wenn auch nicht in ganz schlimmer Form. Ich habe kürzlich die Diagnose ADS bekommen. Das es dazu kam, lag am jahrelangen Stress und Überanstrengung bei an sich gutem Coping. Somit könnte mein Sohn auch betroffen sein. Der ältere Bruder, 11, war wirklich sehr stark gehandicapped ohne Medikation. Jetzt blüht er auf.

  • wie mein Sohn und ich...


    ADS!


    Mit hohem IQ ist man in der Lage, schon im Kindergartenalter ein so gut funktionierendes Coping zu entwickeln, dass man eben sozial angepasst wirkt.

    Affektive Handlungen können durch permanente Selbstbeobachtung (kostet viel Kraft) unterdrückt und teilweise gesteuert werden.

    So ähnlich ist es mit der Aufmerksamkeit. Sie kann bewusst (kostet viel Kraft) aufrecht erhalten werden.

    Steht weniger "Kraft" zur Verfügung oder sind ablenkende Reize zu stark funktioniert das nicht mehr.


    Im "geschützten Umfeld" also zuhause scheint m.E. dieser Schutzmechanismus nicht so stark aktivierbar zu sein. So sind "unauffällige" Kinder zuhause ihrer Störung vollständig ausgeliefert.

    Gerade die liebsten Menschen werden beschimpft und mit allg. unangepasstem verhalten malträtiert.


    Das Schema betrifft einen sehr großen Teil der Gesellschaft.

    Die Permanente Anstrengung zur Selbstkontrolle führt m.E. ohne Medikamentöse Unterstützung mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Burnout oder bei bewusstem Nachlassen zu unerträglichen sozialen Interaktionen. (m.E. je älter desto schlimmer)


    Die Dämpfung mit MPH ist bei mir sehr stark, wofür ich sehr dankbar bin. Ich war sehr belastend für mein Umfeld und bin nun in der Lage meinen Sohn zu unterstützen.*



    Bei meinem Sohn leider nicht. Er braucht mit MPH deutlich weniger Energie zur Konzentration, dafür schießen die Affekte immer wieder über.

    Natürlich -wie bei Euch- vornehmlich zuhause und nicht in der Schule.


    Ich sehe also eindeutig ein ADS.

    (ähnliche Ausprägung wie bei Edison)





    *= das Wirkverhältnis auf die dreisten Drei (Dopa.Sero.Norad.) stimmt bei meinem aktuellen Medikament noch nicht aber das größte Problem ist erst mal vom Tisch)

  • Hallo Raupi,


    JA sie hat eines gesicherte Diagnose. Eine Hochbegabung kann ich mir nicht vorstellen, da sie keinerlei Bereiche hat in denen sie schnell Rückschlüsse zieht. Sie denkt oft anders und komplizierter. Wie ich auch. Ich habe nächste Woche meinen ersten Termin. Sportlich lernt sie schnell, aber durch ein sehr hohes sicherheitsbewusste Denken, sind hier auch keine besonderen Leistungen zu sehen. Sie hat aber sehr viel Ausdauer im Sport und gibt nicht auf bis sie es kann. Bei Schuleistungen das volle Gegenteil.


    Über eine VerarbeitungsgeschwiNdigkeit wurde ich nicht informiert. Die Bereiche Konzentration und schlußfolgenderds Denken waren sehr auffällig.


    Medikamente wird uns überlassen, wie wir es möchten. Laut Kinderpsychologin ist sie ein Grenzfalll für Medikamentation.

  • Hallo Stefan,


    Dann müsste sie doch aber verträumt sein. Ich denke in der Schule, wenn sie abschaltet, ist das der Fall. Aber im häuslichen Umfeld gar nicht sie ist immer ansprechbar. Auvh wenn sie oft in Unterhaltungen nicht mitkommt. Fragen zum Thema Stunden später kommen. Oder zurückliegende Ereignisse und offen Fragen Tage später völlig Zusammenhanglos aufgreift. Sie konnte sich sehr lange nicht alleine beschäftigen auch heutzutage ist dies eher selten der Fall. Sie verbringt selten Zeit mit ruhiger Beschäftigung oder kognitiver Leistung. Wen sie sich längere Zeit mit etwas ruhigen beschäftigt, sind dies meist Dinge mit wenig Bewegung. Bsp schnitzen, weben, häkeln, Büsche schneiden. Sehr selten. Die meiste Zeit spielen mit Freunden. Da ist sie glücklich und hat keine Langeweile. Schon immer. Das einzige kognitive das mir aus ihrer Kindheit einfällt ist puzzeln. Aber nur im Winter. Das betreibt sie aber auch nicht mehr. Dagegen spricht auch der wirklich hohe Bewegungsdrang, der mit steigenden Alter etwas nachgelassen hat.


    Ich entschuldige hier mal mein Drucheinader mit Einträgen. Habe bisher alles am Tablet gemacht und dafür ist das Forum oder mein Tablet nicht ausgelgt. Oder ich versteh das System nicht. Wollte dir eigentlich direkt antworten, wie bei Raupi. Bringe es aber nicht zustande.

  • In unserer GS hält man den Junior für sehr intelligent, er müsse sich doch NUR mehr konzentrieren...


    Da er ja den Unterricht nicht stört, kann man meine Medikationsansätze nicht nachvollziehen ;)


    (ich vermute ein immenses Informationsdefizit seitens des Lehrkörpers)


    -bin sehr gespannt wie euer Gespräch verläuft!

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