"Anders"für mich ok, Tochter verweigert sich in allen Bereichen

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Hallo liebes Forum,


    Ich selbst (38) habe keine gesicherte Diagnose aber meine Tochter (8) seit 2 Wochen schon.

    Ich werde jetzt auch eine Testung machen auf anraten der Kinderpsychologin.


    Meine Tochter, jetzt 3 Klasse hat schon immer kognitive Arbeit abgelehnt. Bis zur 2Klasse waren immer alle Pädagogenn zufrieden und haben mich beruhigt. Aufgrund meiner schlechten Schulerfahrung hatte ich bei meinen Kindern schon immer auf wenig Medien, gesundes Essen, Bewegung, Regalmäßigkeiten und Konsequenz geachtet. Ich war der festen Meinung, dann klappt's in der Schule. Leider begann der Stress bereits in der 2 Klasse. Leistung eher unter dem Durchschnitt wir müssen mehr üben. Ab diesen Zeitpunkt nahm ich meine Tochter aus der Hausi Betreuung und organisierte den Alltag so das ich oder meine Mutter diese mit ihr machen. Es haperte überall, egal,ob Deutsch oder Rechnen. Ich schrie viel meine Tochter weinte und boykottierte. Es war bestimmt nicht der richtige Weg . zu diesem Zeitpunkt wollte meine Tochter die Schule nicht mehr besuchen und hielt sich selbst für doof . Bis Sommer brachten wir es hin, dass die Noten mittelmäßig waren und sie auch wieder halbwegs mit Freude in die Schule ging. Nach den Sommerferien ging das Theater mit boykottieren vom üben und Hausi wieder von vorne los. Bei einem Kinderarzt Termin sprach ich es an im Bezug auf AdS. Überweisung Kinderpsychologin. Zuvor folgte noch ein Gespräch mit der Lehrerin. Sie liege unter dem Durchschnitt. Sie wisse auch nicht warum. Meine Möglichkeit einer AdS, die ich weinend verkündete, widersprach sie. Als ich sagte das meine Tochter nur unter Zwang übt, wurde mir nahe gelegt, dass ich evtl. selbst das Problem bin.

    Nach endlich vielen Wochen die Diagnose zu meiner Verblüffung Adhs. Meikamentation ist an der Grenze. Das können wir selber entscheiden. Elterntraining ist in 4 Wochen. Konzentrationstraining für meine Tochter sind wir auf der Warteliste. Meine Anamese ist in 2 Wochen.

    Ich hätte gerne Ratschläge von euch, wie ihr euren Kindern jegliche Art der Therapie vermittelt habt. Egal was ich sage, meine Tochter sagt, sie quäle sich lieber durch die Schule bevor sie zum Traing geht oder Medis einnimmt.

    Ich muss diese Woche wieder zur Lehrerin. Ich glaube, die hält mich für total durchgeknallt nur weil der Spross keine guten Noten hat. Wie kann ich dieser Frau nur vermitteln, dass meine Tochter Adhs hat, obwohl sie sozial angepasst ist und nicht rumzappelt das macht sie nur zuhause. Laut Psychologin Kompensation in der Schule und den Zombie lässt sie zuhause raus.

    Ich danke euch schon Mal vorab für viele Meinungen

  • Schade, dass Deine Tochter das ablehnt... mein Sohn, 11, wollte gerne besser sein in der Schule und hat es gerne angenommen. Das war letzten Juni, in den Sommerferien vor Beginn der 4. Klasse.


    Ich kann leider nichts raten, wünsche Euch aber alles Gute. Bestimmt schreiben die anderen noch etwas.


    Ich habe seit zwei Monaten die Diagnose und probiere mit MPH herum.

  • Na Glückwunsch...

    ach ja und Willkommen in der Runde


    Du hast fast 1:1 meinen Sohn (7) beschrieben, wobei es auch große Unterschiede gibt.

    ADS ist nicht ADHS und wird weder in der KiTa noch in der Schule erkannt oder für voll genommen, da die Kinder nicht Zappeln oder andere verhauen. Sie sind eher sehr empfindsam und emphatisch und leiden ruhig vor sich hin.


    Er hat in der ersten Klasse selbst gemerkt (auch geweint "ich bin doof!") dass er sich massiv von den Mittschülern unterscheidet. (Lies mal meinen Blog KINECTEEN - jetzt geht es los! (Start und Verlauf der Medikation beim Schulkind))


    Wir hatten das Problem mit den HA in der ersten Klasse und ich habe dadurch begonnen zu recherchieren und das ADS meines Sohnes und auch mein ADS erkannt. (DSM 4, ICD10, S3)


    Die Schulphobie hatte ich als Kind wegen der selben Erfahrungen entwickelt, wie Deine Tochter jetzt.


    Ließ mal in meinem Blog, wie die Medikamente bei meinem Sohn wirken. Er ist viel wacher in der Schule und kommt mit Restenergie nachhause. Die HA in der Schule sind wegen Lärm und zu viel Gewusel für AD(H)S-er eine Folter. Die Entscheidung, sie zuhause in Ruhe zu machen ist gut.

    Evtl. sollte sie dabei zappeln dürfen (z.B. bei Mathe die Füße auf einem Ball balancieren, Motorik fördert Dopaminausschüttung) und nebenher Musik hören, die nur melodisch ist oder deren Text sie nicht versteht. (überdeck aufmerksamkeitsheischende Nebengeräusche wie Tür klappen, klicken des Kühlschrankes oder so.)


    Wir haben ein 3m Trampolin angeschafft, wo er nach Bellieben drauf darf. (Dopamin > Konzentration)


    Vor der Medikation hatten wir begonnen die HA erst 18 Uhr zu machen, da er nach der Schule total breit und unfähig zur Konzentration war. Zwang konnten wir vergessen. Das Rumpelstilzchen hat sich dann teilweise sogar selbst verletzt und das Mobiliar hat gelitten.


    Das Opponieren, was Du beschreibst, hat unser Zwerg auch und es nimmt sogar noch zu.


    Mein sehr subjektiver Tipp:

    Lass locker, damit Du sie nicht weiter traumatisierst. Mach das Elterntraining mit und fang dann mit dem Wissen neu an.


    Würde sich mein Sohn mit Deiner Tochter unterhalten, würde er ihr wohl seine Sicht auf die Medikamente vermitteln können, doch das ist vermutlich Utopie.


    m.E. treten die negativen Effekte, die ihr die Schulphobie verschafft haben, mit den Medikamenten nicht me auftreten und erst mit Medikamenten ist sie in der Lage auch die Therapie zu machen.

    Therapie ohne Medikament funktioniert nach meiner persönlichen Meinung genauso wenig wie Tipps a la "Du musst Dich mehr konzentrieren!" das ist als würde man einem Blinden sagen, er solle genauer hin schauen.


    Ließ Dich mal durch´s Forum. Hier sind schon etliche Eltern mit ähnlichen Erfahrungen.

    Hast Du ein Thema, das Du noch nicht in einem Forum findest, mach ein Neues auf.


    Ich wünsche Euch beiden viel Kraft und Geduld.


    Stefan

  • Hallo Andrea


    Ich muss zugeben: Mein erster Gedanke gerade war "bei den ist ganz schön was los". Aber immerhin ist der Geist jetzt aus der Flasche, und Du bist Handlungsfähig. Ich würde das ehrlich gesagt erstmal positiv bewerten.


    Aus schulischer Sicht ist es fast immer so, das die "Schuld" bei den Eltern liegt. Wäre es anders, müssten Lehrer umdenken. Aber gewöhnlich geben die ihr Hirn in der Uni ab. Im Zweifel würde ich davon abraten, auf die Schule zu bauen.


    Bis zur Schul- und Therapieverweigerung ist es eigentlich immer ein langer Weg. Und den zurück zu gehen, ist für Eltern und Kind eine Herausforderung.


    Eine Meinung aus der Entfernung:

    Deine Tochter braucht Erfolgserlebnisse. Der Gedanke "Ich kann das, ich pack das" muss wieder Einzug halten. Die Probleme des Lernens basieren leider auf ADHS. Da wird man ohne eine medikamentöse Behandlung kaum Erfolge erzielen.


    Ihr fangt höchstwahrscheinlich mit Methylphenidat (z.B. Ritalin, Medikinet, Kinecteen, etc.) an. Du musst Dir das so verstellen, das im Kopf deiner Tochter jemand das Licht anmacht. Und dann findet sie sich auch zurecht. Im Dunkeln wurde das ja jetzt lange versucht. Klappt nicht. ;-)


    Ich würde das dann mal so zwei Wochen so laufen lassen. Beobachten, Veränderungen vielleicht dokumentieren (inkl. Emotionen). Kann sein das die Schule noch Feedback gibt, muss aber nicht.


    Wenn das dann Erfolg hatte, würde ich mir dazu Gedanken machen, was jetzt am wichtigsten ist. Also sprich, welche therapeutischen Maßnahmen sind sinnvoll, und haben welche Priorität.


    Ich würde den Schulerfolg ganz oben auf die Liste setzen. Deshalb macht eine Lerntherapie Sinn. Eine Lerntherapie ist kein Arztbesuch. Ein Lerntherapeut ist gewöhnlich ein erfahrener PädagogeIn mit einem Fortbildung zum LerntherapeutenIn.


    Vor deiner Tochter würde ich das gar nicht als Therapie bezeichnen. Und ich würde auch im Vorfeld bei dem Lerntherapeuten die Situation erklären, mal eine Stunde sich ausheulen … einfach, damit die Wissen was da kommt.


    Die Kosten dafür übernimmt manchmal das Jugendamt, selten die Krankenkasse, aber steuerlich geltend machen kann man das auf jeden Fall. Geld ist also nicht das zentrale Problem dabei. :-)


    Man darf da natürlich keine Wunder erwarten. Das braucht schon seine Zeit. Und manchmal muss auch aus der Lerntherapie zuhause Dinge verändern. Ich rate dazu, die Tipps anzunehmen und zu beobachten.


    Und Entspann dich ein bisschen. Das geht jetzt Step by Step. Von den Eltern / Lehrern wird jetzt erstmal Symptomtoleranz eingefordert. Aber immerhin mit Aussicht auf eine deutliche Verbesserung in den nächsten Wochen.


    Vielleicht ist es sinnvoll, sie mal eine Woche aus der Schule zu nehmen. Das Kind ist dann offiziell eben krank. Und dann langsam einen Neustart einleiten.


    Lesen - Mit ADHS ein Problem?

    ADHS-Kinder sitzen in der ersten Reihe?

    ADHS dem Kind erklären

  • Von mir auch ein herzliche Hallo :-)


    Ich würde auch sagen, das ihr da um Medikamente nicht herum kommt. Aber das klingt immer viel schlimmer als es in Wahrheit ist.


    Eigentlich ist es ja sogar so, das Medikinet nur den Botenstoffhaushalt so reguliert, als hätte man kein ADHS.


    Also nicht verrückt machen lassen. :-)

  • Ha

  • Hallo Stefan

    Danke erstmal für deine Antwort. Ich habe mich durch deinen Blog gelesen und erstmal eine Ahnung davon bekommen, was ein rebound ist. Wohl kein Spaß.


    Das die Eltern prinzipiell die Schule habe, muss ich mich noch daran gewöhnen.


    Auffallend ist das oft beide Elternteile betroffen sind. Ich hätte da auch schon bei uns überlegt und fand es total abwegig.


    Die Tipps für die Hausi werde ich bald probieren.


    Der Austausch hier hat mich bereits gestärkt.


    Stutzig macht mich wieder die Bemerkung von dir mit AdS und stärker Empathie und stillen Leiden. Wie gesagt meine Tochter hat Adhs und passt aber voll in die Empathie und leises Leiden. Auch hat sie sozial keinerlei Probleme.


    Ich wünsche euch eine gute Zeit

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