unkonventionelle Konzentrationshilfen

  • Bei einem Meeting, zu dem ich nach 1,5h fast eingeschlafen bin und kaum noch die Daten an der Wand erkannt habe, begann ich versehentlich schnell mit dem Knie zu wippen und...

    es wurde besser!


    Wer kann in dieser Runde Erfahrungen wirksamer Nichtmedikamentöser "Helferlein" beisteuern?

  • Stefan

    Hat den Titel des Themas von „unkonventinelle Konzentrationshilfen“ zu „unkonventionelle Konzentrationshilfen“ geändert.
  • Meine Ergotherapeutin berichtete von einem schwedischen Lehrer, der seinen betroffenen Schülern unter dem Schreibtisch eine runde Holzplatte an einem Strick hängend befestigt hat.


    Die Schüler stellten die Füße darauf, konnten lautlos zappeln und sich "plötzlich" konzentrieren.

    Wer kennt so was?

  • Wie immer bin ich wieder voll in Action. Muss gleich wieder weg. Werde aber gerne, wenn ich Zeit machen kann, hier einige meiner Erfahrungen Teilen. Wir können uns konzentrieren! Wir müssen nur erst filtern auf was von den vielen Eindrücken die wir in uns aufnehmen wir uns konzentrieren wollen.

    Bei mir kommt die Ruhe u.a. auch wenn mein Adrenalinspiegel steigt. Wenn ich jemanden helfen möchte kann ich mich stundenlang auf Lösungen konzentrieren. Wenn mir einer ein Problem erzählt bin ich im Kopf schon dabei 5 Lösungen zu finden ehe er das Problem zu ende geschildert hat.

    Na liebe Leute, alles sehr positive Eigenschaften. Klopft euch selber mal öfter auf die schulter.

    Die meisten von euch haben eine überdurchschnittliche Intelligenz. Um die zu entdecken müsst ihr euren Eigenwert mal wieder hoch schrauben.

    LG

  • Toll, wie Du das beschreibst, wie es mit dem Filtern klappen kann!


    Vielleicht magst Du ja noch etwas genauer von Deinem Weg zur Meditation und besonders etwas über das Filtern schreiben.


    Ich bin sehr neugierig zu hören, wie das mit dem buddhistischen Mönch war.


    Selber hatte ich grade gestern die erste Stunde eines MBSR Kurses, da gibt es ja auch buddhistische Elemente und Meditation...


    Bei einigen Kursteilnehmern halte ich es für möglich, dass Sie auch ADHS haben... aber noch kennen wir uns nicht gut genug, jedenfalls bin ich gespannt, ob es Teilnehmer gibt, die von Ihrem ADHS wissen.

  • Lieber Raupi,

    Das Filtern fällt mir auch nicht immer leicht. Es gehört einfach dazu das unsere Sinne durch Geräusche oder was wir sehen in eine andere Richtung gezogen werden. Mann kann sich schon angewöhnen sich, in einem Gespräch, auf das wesentliche zu Konzentrieren und dem Gesprächspartner besser zu zu hören. Da wir oft schon antworten im Kopf haben sind wir geneigt uns schnell ins Gespräch einzubringen.

    Wenn wir uns aber angewöhnen länger zu wachten und den anderen den Vortritt geben können wir oft entdecken das es auch schon mal andere Lösungen gibt als die unseren. Davon können wir dann auch wieder lernen. Wenn mehrere Leute durcheinander reden, was meine Konzentration beeinträchtigt, sage ich einfach das ich ADHS habe und ich den draht verliere wenn jeder durcheinander redet. Ich habe festgestellt das die Leute meisten Bewunderung darüber haben das ich so offen damit umgehe und mir dann auch den nötigen Respekt gewähren. Das ich schnell immer wieder mal was anderes mache wie ich mir vorgenommen habe stört mich nicht mehr so. Ich achte dann einfach auf die Uhr so das ich rechtzeitig auch noch wichtige Sachen umsetzen kann. Ich muss jetzt noch spülen und mich fertig machen weil ich um 11:00 Uhr einen Termin habe. Habe aber eben meine Mail gescheckt und mal kurz rund geschaut auf meinen 32 geöffneten Webseiten. Dort habe ich gesehen das ich dir noch antworten wollte. Also, der Anfang ist gemacht. Ich habe dich nicht vergessen. Werde versuchen heute noch weiter zu machen. Jetzt muss ich mich erst fertig machen. Schönen Tag noch, PZ

  • Wie die liebe Raupi schreibt, sind wir scheinbar auf ähnlichen Lösungswegen. Ich muß aber vermelden, dass das o.g. für viele Jahre Teil meines erfolgreichen Copings war. Zuhören, Filtern, Lösungen, hoher IQ... bis der Burny mich auf die Bretter schickte.


    Nun bin ich froh mit Medikamenten wieder filtern zu können.


    Wenn ich jemanden helfen möchte kann ich mich stundenlang auf Lösungen konzentrieren.

    Das ist fast allen mir bekannten ADS-lern (Mischtyp) gemein. Sie können jedem jegliche Hilfe zu teil werden lassen aber genau das gleiche Problem können sie für sich selbst nicht lösen.


    Ich bin gespannt, was es noch für Ansätze gibt.

    Ach ja, mein Vater hält sich beim Telefonieren das freie Ohr zu und schließt die Augen.


    Ein ADHS-ler, den ich kenne, rennt mit dem Telefon am Ohr durch die Bude, um zuhören zu können.

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