Einbeziehung Kind

  • Guten Morgen zusammen,


    ich hatte uns im Vorstellungsthread bereits vorgestellt. Wir sind also recht neu in der Thematik.


    Eine Frage möchte ich gerne hier in die Runde werfen.

    Wie habt Ihr Eure Kinder in die Problematik mit einbezogen?

    Unser Sohn wird nächsten Freitag 9 Jahre alt. Er hat die Tests mitgemacht und war dabei auch sehr kooperativ. Er ist nicht blöd und weiß auch, das man diese Tests nicht ohne Grund gemacht hat. Im Detail haben wir das aber noch nicht mit ihm besprochen.


    Wie seid Ihr damit umgegangen? Ich bin ein Freund des offenen Wortes und halte es für richtig, ihn voll mit einzubeziehen.

    Wie sind Eure Erfahrungen?


    Gruß Lars

  • Hallo, also ich habe meinem Sohn nur gesagt, dass es damit zu tun hat, dass er sich nicht so gut konzentrieren kann und dass er dafür morgens die Tablette bekommt.


    Von ADHS oder irgendwas im Hirn oder anderen Problemen habe ich nichts gesagt.


    Mein Sohn hatte vor Reizüberflutung oft Kopfschmerzen. Die hat er seither praktisch nicht mehr gehabt. Das ist ihm sogar selber aufgefallen.

  • Hallo Lars!


    Ich bin auch Mutter einer betroffenen Tochter, 8,5 Jahre alt.


    Auch ich wollte meinem Kind keine Geschichte erzählen müssen und sie sind in einem Alter, in dem sie verstehen, warum man gewisse Dinge anpackt (anpacken muss) und warum es manchmal nicht ohne gewissen Maßnahmen geht. Sie sind schlau und "groß" und möchten deshalb auch so behandelt, bzw. mit einbezogen werden.


    Damals, als uns von der Lehrerin geraten wurde unsere Tochter im SPZ vorzustellen, habe ich in einem einfühlsamen Gespräch vorher zu ihr gesagt, dass uns die Ärzte dort helfen wollen, dass sie sich besser in ihrem täglichen Leben und in der Schule zurecht finden kann, was ihr ihr ja leider nicht so gelingt. Denn was für anderer Kinder normal sei, wird dann auch für sie ein Stück zur Normalität werden. (Sie fragte mich immer wieder, warum die anderern Kinder das alles können und sie nicht?)

    Wir stellten ihr in Aussicht, dass sie sich besser konzentrieren und dem Unterricht folgen könne. Das sie ihr Hausaufgaben machen kann ohne dafür 3 Stunden zu benötigen. Das sie wieder mit anderen Kindern spielen kann ohne ihnen dabei bei jeder Gelegenheit vor den Kopf zu stoßen. Wir machen dass, weil wir hoffen, dass sie sich dann nicht mehr so erschöpft fühlt nach der Schule und erst einmal einen 2 stündigen Mittagsschlaf benötigt, bevor nur irgendetwas anderes geht. Das sie wieder ihren Hobby nachgehen kann, weil sie dann wieder die Kraft und die Ausdauer dazu aufbringen wird.

    Und vor allem, dass sie sich wieder selber mehr wertschätzt, weil sie dann schwarz auf weiß sehen wird, was sie alles leisten kann. Denn das Selbstwertgefühl war so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Klar, wenn man täglich alles gibt und schlussendlich doch immer scheitert .


    Die Ärzte im SPZ sind natürlich auf Kinderheilkunde spezialisiert und haben unserer Tochter sehr nett und kindgerecht erklärt, was sie für "Tests" machen wird und wofür die diese benötigt werden. Wofür die Medikamente sind und was sie so merken wird, wenn sie welche genommen hat.

    Egal welcher Arzt oder welche Fachkraft mit ihr rund um das Thema zu tun hatte, alle haben ihr verständlich erklärt, was auf sie zukommt, wie das aussehen wird und wozu das gut ist.

    Ich war natürlich dabei immer dabei oder in greifbarer Nähe.


    Für uns war dieser Weg, so normal wie möglich mit der ganzen Thematik umzugehen, der richtige Weg!


    Ich wünsche euch viel Erfolg und Nervenstärke!


    GVLG

  • Unser Sohn hat sein "anders sein" selbst bemerkt und darunter gelitten (helles Köpfchen) Test´s und Medikation haben wir / Ärztin im in diesem Zusammenhang erklärt.

    Er nimmt die Veränderungen selbst war und fragt nach den Tabletten. Er hat es damit deutlich leichter, sein Hirn zu nutzen. Allerdings ist er (am Mittag) emotional etwas instabiler geworden, wobei das einer Tendenz folgt, die schon vor der Medikation begann.


    Hier stehen wir erst am Anfang und ich rede bei Gelegenheiten in ruhigem gelassenen Ton mit ihm darüber. (Tonfall- und Tonart-Allergie!!)

  • Ich habe meinem Sohn vorher nicht so viel gesagt, weil ich ja gar nicht so sicher war, wie und ob er das Medikament vertragen würde.


    Von seinen vielen Schwächen wollte ich nicht reden und sie verbalisieren.


    Ich habe bis dahin bewusst verbale Methoden, sprich Psychotherapie oder sowas, gemieden.


    Jetzt, denke ich, hat er einen ziemlichen Reifeschritt vollzogen, der, wie mir scheint, erst durch die Medikation ermöglicht wurde. Jetzt machen wir auch eine Therapie. Und da bringe ich auch etwas Input, in welchen Situationen ich mir Erleichterung wünschen würde.


    Wobei ich immer wieder das Gefühl habe, dass diese Probleme vielleicht auch in autistischen Zügen begründet sind und vielleicht besser mit einem darauf spezialisierten Therapeuten bearbeitet werden sollten. In einigen Wochen werden wir mehr wissen....

  • ich bin sehr gespannt.

    Hier im Kurklinikum Großenbrode sind viele verschieden stark betroffene Kinder (Adhs/ADS, versch Autisten usw.)

    Sehen wir die anderen Mütter / Väter rennt viel Mitleid über das Herz. Teilweise sind sie völlig anders als ihre Kinder, teilweise aber auch sehr ähnlich.

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