Ged_von_Gont

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Hallo zusammen,


    auch ich möchte mich hier bei euch vorstellen.


    Ich habe die „50“ inzwischen schon ein bisschen überschritten und mein ADHS wurde so ziemlich genau vor vier Jahren diagnostiziert und habe diese Malaise seit dem als ständiges Reisegepäck dabei. Ständig und immer. Anfangs mehr oder weniger als lästiges Anhängsel und inzwischen als Verfasser meiner Roadmap der letzten Jahrzehnte:whistling:.


    Neben mir sind bei uns in der Familie auch unsere beiden Kinder von ADHS betroffen, wobei unsere Jüngste mehr zu einer ADS neigt, während unser Sohn doch ganz deutlich, da steh ich ihm aber nicht nach, das „H“ im Vordergrund stehen hat. Ob seiner Jiugendlichkeit drückt sich das mehr oder weniger in gelebter Aktivität aus, während man mir da doch einen renitenten Ungehorsam besonders bei Ungerechtigkeiten, Ungereimtheiten und Unwahrheiten nachsagt. ;)

    Aber dazu stehe ich auch und soviel wie ich austeile, stecke ich auch ein, einer Fehde gehe ich nicht aus dem Weg, was aber auch bei meiner Tätigkeit als Jurist gelebtesTagesgeschäft ist ...


    Ich bin medikamentiert, therapiert, im Job fast durchweg mit Medizin befasst und komme auch von den „ADHS–Chaoten“, die allerdings zuletzt meinem Druck nicht standgehalten haben und mir deshalb irgendwann denHahn abgedreht haben.


    Ich hoffe auf einen interessanten Austausch hier ...


    👋


    g_v_d

    „Tempus fugit - die Zeit ist wahrlich ein garstig Ding“ 😳

  • Hallo und willkommen in der Runde,


    wenn Du ein wenig rum gelesen hast, wirst Du meine sehr ähnliche Vita bemerken. (Diagnose vor exakt 4 Wo)

    Da ich "auf Lösung programmiert" bin... Mit welchem Medi hast Du damals angefangen und wie waren Deine Erfahrungen? (Unterdosis / Überdosis / Verhalten heute zu damals / Konzentration heute zu damals)

    Bei mir beginnt die Medi erst in 4 Wo und ich möchte nicht völlig blank starten, um mögl. selbst steuern zu können.


    Mein Junior (7) startet etwas später in die Medi. Er soll in jedem Fall nicht die gleichen niederschmetternden Erfahrungen in der Schule machen wie ich. (Emotionalität / Konzentration)


    VG

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    herzlichen Dank für deine Begrüßung ;)!


    Wenn Du dir Hilfe durch das Titrationsverhaltenbei anderen Versprichst, da muss ich dich enttäuschen; das wird nicht klappen ...


    Zunächst einmal sprichst Du von Medis - aber welche? Beginnst Du mit einer Stimulanz, wird es womöglich MPH sein, da stellt sich dann die Frage ob retardiert, so wie MPH ja für Erwachsene nur zugelassen ist oder unretadiert, quasi zum „erfahren“? Und wenn es MPH ist, von welchem Hersteller wird es kommen; Die Medikamente von Medice und Novartis haben unterschiedliche Wirkstofffreisetzungen und unterschiedliche Füllstoffe. Dadurch ist die Metabolisierung der Stimulanz unterschiedlich und auch die Reaktion des Magens ist durchaus verschieden.


    Infolge dessen ist allein schon deswegen das Rebound-Verhalten der beiden Medikamente anders, aber so ganz anders. Weiterhin spielt die Metabolisierung des Körpers eine ganz wesentliche Rolle und die ist ja bei jedem anders. Der eine hat einen starken Rebound, der einen zur Nachtitrierung nötig, der nächste hat nur leichte Probleme und wieder ein anderer ist schon mit den anfänglichen 20 mg morgens glücklich und zufrieden ...


    Da kann dir also niemand einen Gewinn für die eigene Medikation bringen.


    (Ich selbst bin relativ schnell auf die Höchstmenge an MPH gekommen, da mein Kopf nunmal mein Handwerkszeug ist - auch die Tätigkeit spielt also eine wesentliche Rolle 😙)


    Und ... das ganze Spiel könnten wir jetzt auch mit Strattera und den LD-Amfetaminen spielen, da gibt es in etwa das selbe Wirkspektrum und ... (s.o.)


    Wenn ich dir also schildere, wie es mir anfangs ging wird’s dir nicht wirklich was bringen - da ist jede Wirkung von ganz persönlichen Faktoren abhängig.


    Nach der neuen Behandlungsleitlinie sollte die Behandlung mit MPH als Erstlinientherapie aufgenommen werden und wenn die Therapie versagt, ist der Weg zu einem anderen Stimulanz zu wählen. Das sei von mir nur am Rande erwähnt - bei näherem Interesse solltest Du dich mit der S-3 Leitlinie auseinandersetzen, die ist seit Anfang letzter Woche auf der Website des „awmf“ veröffentlicht. (m.E. eine durchaus gute Handlungsanweisung für die Mediziner - Psychiater, Neurologen, Psychtherapeuten und wer sich noch mit uns auseinander setzen muss)


    Zuletzt aber mein absolutes Verständnisdafür, dass Du deinem Sohn deine/unsere Jugend- und Schulerfahrungen möglichst ersparen willst! Das ist der richtige Weg, auch wenn er nicht immer gerade sein wird und durchaus Potenzial für Stürze und Blessuren vorhält. So ist es bei unseren Kiddies ja auch.


    👋


    g_v_g

    „Tempus fugit - die Zeit ist wahrlich ein garstig Ding“ 😳

  • Hallo g_v_g,


    danke für die eingängige Erläuterung, Da scheine ich noch zu "mechanisch" unterwegs zu sein, was die Medikation an geht. Mein Doc hat mir bis her MPH "angedroht" aber genaues erfahre ich erst im Aug.

    Bis dahin habe ich schon mal einen Blick in die S-3 Leitlinie geworfen.


    VG

    -aus dem lieblichen Thüringen

    SvR