Meine Umfrage

  • Hallo,


    für den Fall, dass es doch hier nicht richtig ist, entschuldige ich mich gleich.


    Es ist sehr interessant die Beiträge zu lesen und ich merke wie es vielen mit dem Leben so geht...


    Erstmals zu mir bzw. an meiner Familie:

    Ich habe einen Sohn mit ADHS (12) und wenn man ganz ehrlich ist, könnte man darüber diskutieren,

    ob ich die auch habe. :) Es könnte auch ADS sein, weil ich in der Schule immer eingeschlafen bin... :D

    Mit solchen Foren kenne ich mich bislang nicht aus, aber vielleicht finde ich hier jemanden, der einfach

    paar Minuten für meinen Anliegen findet.


    Mein Anliegen:

    Ich studiere nebenbei noch ein wenig und zwar Soziale Arbeit. Ansonsten wäre es doch zu langweilig...

    Nun habe ich mich auch in meinem Studium bereitschlagen lassen über das Thema in der Sozialphilosophie

    zu schreiben.
    Meine recht provokante (?) Fragestellung lautet: Medikation als Voraussetzung für ein gutes Leben am Beispiel

    von ADHS-Betroffenen. Als sozialphilosophische Theorie musste ich den Ansatz von Martha C. Nussbaum nehmen.


    Mein Problem Nr.1 ist, dass ich doch deutliche Schwierigkeiten habe Menschen zu finden, die für einige Minute die Zeit

    dafür nehmen würden mein Fragebogen auszufüllen.


    Das zweite Problem ist, dass ich ca. bis morgen Zeit habe, denn die Abgabe naht.


    Falls jemand Lust hätte, einige Fragen zum Thema Medikation, Auswirkung mit und ohne sowie das gute Leben zu

    zu beantworten, wäre ich sehr erfreut. Ich hinweise nur dazu, dass ich bislang keinen Fragebogen konzipiert habe

    und dazu darf man gerne auch Ideen und Vorschläge äussern. Ich übe noch und gebe mir Mühe. Die Eingrenzung

    fällt mir ersichtlich schwer.


    Die Fragen werden anonym beantwortet und das ist mir wichtig. Es geht um Ihre Meinungen zum Thema.

    Es gibt kein Richtiges oder Falsches - sondern nur um ehrliche Meinungen. Das wäre mir wichtig.


    Bei Interesse: von Admin entfernt


    Vielen Dank schon im Voraus.



    LG

    Jenni

    Einmal editiert, zuletzt von ADHS-Zentrum () aus folgendem Grund: Private E-Mailadressen bitte nicht veröffentlichen

  • Meine recht provokante (?) Fragestellung lautet: Medikation als Voraussetzung für ein gutes Leben am Beispiel

    von ADHS-Betroffenen. Als sozialphilosophische Theorie musste ich den Ansatz von Martha C. Nussbaum nehmen.

    Die Frage ist nicht provokant, sondern inhaltlich falsch. Die Frage suggeriert, es müsse jeder ADHS-Patient medikamentös behandelt. Dem ist nicht so.


    Außerdem stellt die Frage die These in den Raum, ob die Medikation allein ein gutes Leben ermöglicht. Basierend auf den ersten Teil ist auch dies sachlich schlicht falsch.


    Ferner zieht es die Frage nach sich, was man persönlich unter einem "guten Leben" versteht.


    Nussbaum würde ich als Linksliberal einstufen. Wobei man diese Haltung ebenfalls unterschiedlich beschreiben kann. Denn Liberal sein, bedeutet eine bestimmte Haltung zu haben. Links sein, bedeutet, das man in den Kommunismus abdriftet, wenn es einem gerade in den Kram passt.


    Mag sein, das ich mir als Philosophin diesen Mix erlauben kann, aber es stellt sich gesellschaftlich immer die Frage nach der Realität. An dem Punkt wird's erst richtig interessant.

  • Vielen Dank für die Rückmeldung.


    Die Frage habe ich tatsächlich mit dem Dozenten zusammen formt und Nussbaum musste ich nehmen.

    Aber Ihre Punkte sind nicht unwichtig. Interessant! Daher habe ich auf dem Fragebogen auch Fragen zum guten Leben aus der individuellen Perspektive formuliert. Zugegeben - das Ganze ist noch verbesserungswürdig, aber aus diesem Prozess lerne ich. Daher freue ich mich über diese Denkanstösse.


    Übernommen habe ich Nussbaums "Listen", die z.B. bestimmte Grundfähigkeiten als ein menschliches Leben voraussetzen. Aber dazu darf jeder etwas selbst sagen wie man das gute Leben selbst betrachtet.


    Meine Arbeit ist einen Zusammenhang zwischen den ganzen Aspekte und Punkte zu bilden. Aber dafür benötige ich erst die Unterstützung von anderen Menschen im Form von Meinungen. :)

  • "...

    Medikation als Voraussetzung für ein gutes Leben am Beispiel

    von ADHS-Betroffenen

    ..."

    In der Tat problematisch.

    Bis zu meinem Burnout meinte ich, es ginge mir gut.

    Dann wollte ich gern, dass es mir wie vorher geht.


    Betrachte ich meine ebenfalls betroffenen Eltern, würde ich sagen, denen geht es auch ohne Medikation hervorragend.

    Sie hatten ein erfülltes Leben mit zwei Söhnen, Karriere und Häuschen.

    Nun genießen sie die Pensionierung.


    Ich glaube das Thema ist so unpräzise formuliert, dass es zu gut missbraucht werden könnte.

    An jeder sachlichen Analyse und Befragung hätte ich mich gern beteiligt, doch hier habe ich Bauchschmerzen.

  • Vielen Dank. Kritik ist dafür da, dass ich es nächstes mal besser machen kann.

    Allerdings ist mein Ziel nicht das Thema zu missbrauchen oder jemanden unrecht zu tun.

    Vielleicht bin ich selbst zu blauäugig dann dran gegangen? Philosophie ist tatsächlich

    weniger mein "Fach". :)


    Ich glaube nämlich, dass jeder Mensch das gute Leben für sich selbst definiert. Nussbaum sagte

    auch, dass jeder Mensch soll dazu befähigt werden, sich für das gute (individuelle) Leben zu entscheiden. Das Gute definiert aber jeder eben selbst.


    Aber hiermit möchte ich das Thema hier abschliessen.


    Vielen lieben Dank an alle!!! Ich bin sehr dankbar und froh über diese Kommunikation.

  • Aber hiermit möchte ich das Thema hier abschliessen.

    Nö. :-)


    Nussbaum stellt ja im Kern die Frage nach "Gerechtigkeit". Gesellschaftlich wie auch (Sozial-)politisch. Ihre Thesen dokumentieren eigentlich nur die gesellschaftliche Lage der USA mit all ihren Fehlern.


    Beispiel:


    Die USA denken über Themen wie Inklusion nicht mal nach. Und schlimmer noch: Nussbaum stellt klar, das in den USA Menschen mit Behinderung ausdrücklich nicht Teil der Gesellschaft sind, und somit auch nicht an der Theorie des Gesellschaftsvertrags teilnehmen dürfen (können?). So kommt ihre Frage nach Gerechtigkeit zustande, der vom Fähigkeitsansatz begleitet und gestützt wird.


    Im Vergleich dazu, wird in Deutschland zumindest darüber nachgedacht, wie man die Idee der Inklusion umsetzen kann. An einigen Orten Deutschlands laufen schon länger auch Pilotprojekte dazu.


    Außerdem hat jeder in Deutschland ein Anspruch auf Bildung. Das nicht jeder einen Dr.-Titel erhält, ist klar. Aber das ist auch gar nicht erforderlich oder der Sinn der Sache. Denn jeder soll soweit kommen können, wie ihn die eigenen Fähigkeiten bringen werden. Dazu erhält jeder gesellschaftliche Unterstützung.


    Um den Bezug auf ADHS wieder herzustellen, muss man sich also zuvor klar machen, das hier zwei verschiedene Gesellschaften ihre Situation unterschiedlich angehen und das Individuum unterschiedlich bewerten. Allein dies stellt den Gesellschaftsvertrag infrage. Eine separate Bewertung für jedes Land ist daher zwingend erforderlich.


    Bleibt man in Deutschland, dann muss man, gemäß der Theorie von Nussbaum, dafür Sorge tragen, das ADHS-Kinder (als auch Erwachsene) deutlich besser gefördert und unterstützt werden müssen.


    Dazu zählt, als Beispiel, auch die schlechte medizinische Versorgung von ADHS-Patienten im Allgemeinen. Man müsste sich also die Frage erlauben, warum es hohe gesetzliche Hürden gibt, wenn es um die Ausbildung von Ergotherapeuten geht. Was so viel bedeutet wie: Der Gesellschaftsvertrag verhindert de facto auch in Deutschland ein "gutes Leben" von ADHS-Kindern.


    Beschränkt man sich allein auf die Liste von Nussbaum, greift das viel zu kurz. Der eigentliche Inhalt ihrer Fragen, bzw. ihrer Ansätze, besteht in der Herleitung. Wer also nur das Ergebnis nimmt, der weiß eigentlich gar nicht, worum es geht.


    Und wenn man in Sachen ADHS unerfahren ist, und dies dann in den gesellschaftlichen, philosophischen Kontext setzen will, der aber inhaltlich gar nicht erfasst wurde, …. kann das gut gehen? Ich glaube nicht. :-)

  • Falls es dem so sei, kann ich nicht beurteilen. Ich habe ihr Buch gelesen und kann nur daraus schreiben.

    Und ich bin definitiv keine Philosophin und möchte niemanden mit meiner Hausarbeit verletzen oder sonstiges. Ich habe keine bösen Absichten!

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