Bin da, wer noch?! :)

  • Halli hallo ihr Lieben!

    Ich denke, trotz meines Tagebuchs, das ich schon angelegt habe im anderen Unterforum, sollte ich mich hier auch noch einmal vorstellen.

    Ich bin 27 Jahre alt, weiblich und wohne in Celle.
    Seit heute morgen habe ich meine Diagnose: ADS mit leichter H-Komponente. Ich schätze das nennt man auch Mischtyp?!
    Nehme nun Medikinet Adult Retard und bin gespannt wie ich damit auf Weiteres zurecht kommen werde.

    Außerdem habe ich einen kleinen Sohnemann von 4 Jahren, der auch seit seiner Geburt klare Tendenzen in Richtungen ADHS hat mit eindeutigem H. Definitiv wollen mein Mann und ich ihm so gut und früh wie möglich helfen. (Keine Medis vor der Grundschulzeit. Das ist klar!).

    Ich möchte nur auf keinen Fall, dass er so eine unglückliche Schullaufbahn deswegen hinlegt wie ich (auch auf der zwischenmenschlichen Ebene).

    Den Erweitererten Realschulabschluss habe ich zwar in der Tasche, aber ich ärgere mich, nicht noch mehr geschafft zu haben damals. Das lag daran, dass ich mich auf nichts konzentrieren konnte und wollte, was mich nicht interessierte.


    Zum Glück ist der Kleine mit Charme gesegnet und hat trotz seiner Impulsivität kein Problem mit anderen Kindern. :) dafür aber den ein oder anderen blauen Fleck und hin und wieder auch ne Beule am Kopf. ;) Natürlich auch ein Grund das ganze zu beobachten.

    So denn, auf ein fröhliches Miteinander!

  • Glückwunsch (oder Beileid ?)


    bzgl. der Medikation bei uns Erwachsenen hast Du bestimmt schon meinen Bericht gelesen. Bei Fragen ... gern!


    Bzgl. Junior:

    Mein Sohn ist ähnlich wie von Dir beschrieben und wir haben am 02.02.19 die Verkündung der Diagnose im Plan, bevor er mit meiner Frau eine Woche darauf zur Mutter-Kind-Kur fährt.


    Die Besonderheiten hatten wir auch sehr zeitig schon beim Essen im Hochstühlchen, bestimmten Aktivitäten und besonderen Fähigkeiten aber auch Defiziten gegenüber anderen Kindern festgestellt. Da wir damals noch nix von ADS wussten, uns nur sicher waren, dass er nicht Hyperaktiv (=ADHS) ist, konnten wir nur wenig damit anfangen.


    In der ersten Klasse hat er massiv angefangen unter sich selbst zu leiden und das auch für einen 6 Jährigen sehr deutlich reflektiert.

    Stück für Stück hatte ich damals angefangen sein Verhalten zu analysieren.

    Rückwirkend betrachtet, wäre es wohl besser gewesen, die Anamnese und Diagnostik schon in der großen Kindergartengruppe zu beginnen, doch da kannte ich DSM IV und ICD 10 (jetzt V und 11) noch nicht.


    Schon jetzt könnt Ihr Euch in das Thema Elterncoach hinein lesen und auch die Erwachsenen schulen, mit denen er viel Zeit verbringt. Die ADS/ADHS -Zwerge ticken in vielen Belangen anders und erfahren dadurch leider viel Leid von Erwachsenen, die das Verhalten fehlinterpretieren.

  • Hey Stefan.

    Zum Glück hat unser kleiner jetzt einen Kindergarten, der sich auf Psychomotorik und Bewegung spezialisiert und jedes Kind so nimmt wie es ist. :) Das mit der Bewegungsgruppe am Morgen, habe ich dir glaube ich schon einmal per PN früher im Andersweltforum erzählt oder verwechsel ich da wieder was? :S Jedenfalls fühlt er sich dort pudelwohl und geht mittlerweile sehr gern zum Kindergarten.

    Manchmal ist man echt überfordert als Eltern was man denn nun tadeln muss und wofür er eigentlich nichts kann. Gar nichts sagen und in die antiautoritäre Richtung gehen bringt bei einem ADHS Kind ja auch nichts. Ich sehe die Verwüstung des gesamten Hauses schon vor mir 8|^^ Eine gewisse Konsequenz brauchen diese Kinder auf jeden Fall, außerdem viel Struktur und Liebe/Verständnis. Den Spagat zu schaffen ist nicht leicht, aber ich denke wir schlagen uns da ganz gut :)
    Ich lese mich dennoch gerne noch einmal in das Thema Elterncoach hinein.

  • "Der Spagat"... ja, das ist schwer. Als unbelasteter Elternteil versteht man das Kind nicht und nörgelt nur rum.

    Als Betroffener Elternteil hat man zu wenig Energie oder zu wenig Struktur... versteht aber sehr gut, was das Kind gerade erlebt und fühlt.


    Ich hoffe, irgendwann das richtige Medikament in der richtigen Dosis zu finden und auch mit der Ergotherapie endlich mehr Selbststeuerung zu lernen. Dann wird es mit den Hilfen für den Junior leichter.

    Evtl. kommt in 2019 eine ADHS-Vater-Sohn-Kur. Da können wir beide viel lernen und uns dann besser sortieren.

  • Gut ist es in dem Fall schon, dass man "belastet" ist und man das Kind gut verstehen kann in seinen Gedankengängen.

    Das habe ich letztens beim Kinderarzt gemerkt:
    Die Ärztin hat ihm ein Blatt Papier vorgelegt und er sollte die bestimmt 25 Bilder (Haus, Löffel, Pferd, Libelle etc) benennen.
    Philipp fing nicht oben links an und ging dann von links nach rechts und von oben nach unten, nein, er fing irgendwo in der Mitte an und wählte dann intuitiv irgendein anderes Bild vermeintlich ohne Struktur. Am Ende hatte er aber alle Bilder (richtig) benannt, auch keines doppelt aufgezählt.
    Ich konnte ihm sehr gut folgen und hätte es wohl nicht anders gemacht :S.
    Mein Mann, sein Papa, war gänzlich überfordert mit dieser unkonventionellen gedanklichen Herangehensweise.
    Habe meinen Sohnemann auch schon oft vor brenzligen Situationen gerettet, weil ich weiß in welche Richtung er gedacht hat und blitzschnell im Kopf durchgespielt habe, was am wahrscheinlichsten passieren könnte. Also in millisekundenschnelle ihn zurückgezogen vor einem herannahendem Auto obwohl ich gerade mitten im Gespräch mit meinem Mann war.
    Da ist es gut sprunghaft zu sein. AD(H)S ist ja nicht nur schlecht :D

    Ich wünschte ich hätte mehr Muße mal mehr mit ihm zu spielen :( Da hab ich manchmal schon ein schlechtes Gewissen, aber Kinderspiele sind sooo langweilig. Ich kann die Motivation kaum aufbringen und die geistige Unterforderung nur schwer ertragen ||
    Unbelastete Menschen würden mich dahingehend wohl für eine Rabenmutter halten. X(
    Zum Glück,weiß ich, dass das nicht sein kann. Ich liebe mein Kind und mache alles für ihn. Sage und zeige ihm täglich, dass ich ihn lieb habe wie er ist und kuschel gaaanz viel mit ihm.

    Er hat mich mal als seine "beste Freundin" bezeichnet vor einem anderen Kind ^^ Da ging mir das Herz auf.

    So hier mach ich mal einen Cut xD Ich bin immer so ausschweifend. 8o

  • "...Kinderspiele sind sooo langweilig. Ich kann die Motivation kaum aufbringen und die geistige Unterforderung nur schwer ertragen.."


    Das kenne ich. Unser gemeinsames Thema ist LEGO. Nach dem Frühstück bis kurz vor Mittag ... da ist noch was aus meiner Kindheit hängen geblieben.

    Leider gehen mir dann nebenbei die vielen noch offenen Aufgaben ein, die ich in der Zeit machen könnte. Auch das laute Klappern der Kisten beim Wühlen ertrage ich nur mit Ritalin.


    Am schönsten sind gemeinsame Tätigkeiten im Garten oder eben unser Familienhobby; GEOCACHING.


    Ach ja, "hinein versetzen"...

    Ja, bei mir klappt das schon sehr gut. Deswegen hätte ich gern mehr Zeit für ihn. Aber wer schleppt dann die Kohle ran und kümmert sich um Termine und das Grobe?

  • Das kenne ich. Unser gemeinsames Thema ist LEGO.

    Ohja. Philipp liebt Lego und baut die kreativsten Sachen daraus.
    Ich kann dafür nur Begeisterung aufbringen, wenn ich klar nach Anleitung baue. Das macht Spaß,aber aus dem Kopf heraus ohne Inspiration geht das bei mir nicht. ;)


    Auch das laute Klappern der Kisten beim Wühlen ertrage ich nur mit Ritalin.

    Stimmt allerdings. Das ist kaum auszuhalten ||


    oder eben unser Familienhobby; GEOCACHING.

    Bevor es Pokemon GO gab, war ich begeisterte Geocacherin :) würde es auch gerne mal wieder machen. Leider ist Sohnemann dafür noch zu jung. Er würde nicht verstehen warum ich bis zu 10 Minuten an nahezu ein und dem selben Ort eine Plastikdose mit Notizblock drin suche. Da wäre er einfach noch zu ungeduldig.
    Pokemon Go möchte ich ihm aber auch nicht in die Hand drücken wegen In-App-Käufen, mag es auch nicht wenn er auf meinem Account spielt und ein eigenes Handy gibt es so oder nicht mit 4 Jahren =O:D
    Das gemeinsame Hobby haben wir leider noch nicht gefunden. Vllt mit zunehmendem Alter :)

    Aber wer schleppt dann die Kohle ran und kümmert sich um Termine und das Grobe?

    Ja das leidige Thema Geld. Wenn es das nicht gäbe, würde ich meine Freiheit in vollen Zügen genießen. Backpackingtour, Abenteuer, irgendwo hingehen wo ich noch nie war, mit einem Wohnmobil einfach durchs Land fahren, im Wald in einer ruhigen Hütte wohnen + körperlich betätigen, einfach mal die Seele baumeln lassen und die Eindrücke wahrnehmen.
    Stichwort: Freigeist.
    Stattdessen wird man in eine Form gepresst und muss funktionieren....für das liebe liebe Geld ohne dem ja bekanntlich nichts geht.
    Nur die Form darf man sich noch mehr oder weniger aussuchen (Berufswahl).