Mirei - kurz und bündig

  • Hallo zusammen,


    Dann nutze ich mal den Vorstellungsbereich und stelle mich noch mal vor! Ich freue mich auf regen Austausch mit Euch allen und hoffe viel zu lernen!


    Ich bin Sandra, 40 Jahre jung und wohne in Dresden. Meinen Nickname habe ich einer Buchfigur entlehnt. Ich selber habe (soweit ich weiß!) kein ADHS, aber mein Sohn (8J) ist betroffen. Seine Hyperaktivität und Impulsivität sind sehr ausgeprägt.


    Unser Sohn ist äußerst kreativ, wissbegierig, lebhaft, aufmerksam (er bemerkt Sachen, die ich nicht wahrnehme!) und kann selten still sitzen. Er geht an eine Förderschule für Kinder mit sozial-emotionalen Schwierigkeiten. Anfangs hatte wir große Bedenken, ob dies die richtige Schule ist, aber es funktioniert weitesgehend und wir sind überzeugt, es ist die richtige Schule für ihn:

    * maximal 10 Kinder pro Klasse und 2 Pädagogen pro Klasse

    * tägliche Rückmeldungen über den Tag im Hausaufgabenheft über Smilies (dieses Schuljahr überwiegen die Lachenden!)

    * erst bei größeren Schwierigkeiten erfolgt ein Eintrag ins "Muttiheft"

    * regelmässige Gespräche mit Lehrern / Hort-Erziehern

    * Hortbetreuung direkt im Schulgebäude mit der Möglichkeit Hausaufgaben zu erledigen

    * Unterrichtsstoff wie an jeder Grundschule plus Zusatzfächer: Rhythmisch-Musikalische Erziehung und in der 1.Klasse Psychomotorik


    Mit dem Lernen an sich hat unser Sohn kaum Schwierigkeiten. Meist sind es eher unvollständiges Lesen / Unaufmerksamkeiten, die zu Fehlern führen. Seine große Leidenschaft ist Mathematik - da geht es ihm zu langsam. Seinen Ruhepol findet er im Lesen: Comics, Science Fiction, Krimis, ... Sobald er ein spannendes Buch in der Hand hat ist er weg - lesen - 2 Stunden sind da kein Problem! Aber wehe, er soll das Lesen für ein unliebsame Aufgabe unterbrechen - dann ist Streit oft vorprogrammiert.


    Mein Mann und ich lernen noch, wie wir besser auf unseren Sohn eingehen können und wie wir ihm helfen können seinen Weg zu gehen. Manchmal sind wir uns uneinig und manchmal springt uns auch unsere Erziehnung dazwischen. Wir sind auf dem Weg ruhiger und gelassener zu werden - akzeptieren wie er ist.


    Gruß Sandra

  • Hallo San...Mirei,


    für unseren Sohn (7) kopiere ich mal von Dir:

    "...

    Seine Hyperaktivität und Impulsivität sind sehr ausgeprägt.


    Unser Sohn ist äußerst kreativ, wissbegierig, lebhaft, aufmerksam (er bemerkt Sachen, die ich nicht wahrnehme!) und kann selten still sitzen.

    ..."

    Ab da habe wir Unterschiede.


    Er besucht ein ländliche GS im Nachbardorf und ist eher unauffällig. Unauffällig weil es ein paar Mitschüler gibt, die in toppen können;)


    Da er zwar etwas "abwartend" im Sozialkontakt ist, dafür nach der "Auftauphase" durch seine Agilität ausgleicht, fällt er kaum auf.


    Die Impulsivität fällt erst im privaten Raum richtig auf, wobei er auch in der Schule langsam die Scheu vor eine "Ausbruch" verliert. Ich (selbst betroffen) kann mich an ärgere Ausbrüche währen der Kinder- und Schulzeit bei mir erinnern.


    Sein Cousin (ADHS) Mütterlicherseits war ebenfalls in einer Förderschule, wo sogar nach der Eingewöhnung die Medis abgesetzt wurden.

    Er sieht die Förderschule heute (Ü30 wird Vater) als Makel in seinem Lebenslauf, hat aber die Impulsivität noch immer nicht ganz abgelegt.


    Zurück zum Junior:

    Die Konzentration ist massiv schwankend. Mal lässt er keine Gelegenheit zum trödeln / ablenken aus. Mal ist er ein kleiner Einstein.


    Genau hier möchte ich mit einer sanften Medikation ansetzen.

    Wenn der Vulkan weniger heftig ausbricht und mir auch mal zu hört, haben wir schon viel gewonnen.


    VG

    Stefan

  • Hi Stefan,


    ja, dass mit dem Trödeln und unkonzentriert kennen wir! Er lässt sich dennoch leicht ablenken oder andere Sachen sind einfach wichtiger als die eigentliche Aufgabe. Früh beim Anziehen und schulfertig machen sind wir manchmal am Verzweifeln. Ansonsten haben wir einfach großes Glück, dass ihn die Schule interessiert und er lernen will.


    Die Ausbrüche in der Schule sind inzwischen seltener, aber in der ersten Klasse hatte er einige Schwierigkeiten und wir waren öfter zum Gespräch in der Schule. Er braucht seine Zeit, um sich an Neues zu gewöhnen. Inzwischen hat er ein paar Freunde in der Schule, aber Freunde im Umfeld der Wohnung fehlen leider.


    Bei Deinem Sohnemann würde ich die genaue Untersuchung noch abwarten und mit den Ärzten besprechen, was sinnvoll ist. Bei uns lagen die Schwierigkeiten vor allem in der Schule und wir haben deshalb mit den Medikamenten begonnen. Für uns und auch für ihn ist es eine echte Hilfe. Neben den Medikamenten läuft auch immer noch eine Therapie. Meist 1 Termin pro Woche, damit er auch genug Freizeit hat.


    Besonders gut war die Ergotherapie, welche wir fast ein Jahr neben der Schule hatten. Es war immer einen Elternteil mit drinnen, da es hauptsächlich um die Interaktion Kind-Eltern ging. Wir hatten viel Spaß und die Therapeutin hatte immer super praktische Tipps, die uns den Alltag erleichterten.

    Von November bis April hatten wir eine Kindergruppe bei seiner Psychiaterin - von den Ergebnissen bin ich noch nicht überzeugt, ich fand die Gruppe zu klein.


    Jetzt gehen wir zur nächsten Stufe: Psychotherapie, um seine soziale Interaktion verbessern zu können. Ich bin gespannt. Der modale Ansatz ist gut, aber es gibt so viele Möglichkeiten, dass man manchmal gar nicht weiß, wo man anfangen soll.


    Bzgl. Förderschule: Mein Bruder ist auch auf eine Förderschule gegangen - ich sehe es nicht als Makel, sondern als Chance auf einen guten Start in die weitere Laufbahn! Und keiner muss in seinen Lebenslauf Förderschule schreiben - einfach den Namen der Schule und fertig. Und ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass nach einem Schulabschluss sich noch irgendwer für die besuchte Grundschule interessiert.


    Gruß Sandra

  • Hallo Mirei,


    das wird interessant. Ihr seid da wo wir in 1 - 2 Jahren sein werden. (hoffentlich)

    Insgesamt fast eine "Kopiervorlage" für uns.


    Das Thema Förderschule sehe ich wie Du. Aber mein Neffe sieht es eben so kritisch.


    Noch müssen wir nicht darüber nachdenken, da er mit Abstand nicht der schlechteste Schüler ist. Doch wenn der Stoff schwerer wir... mal sehen. Wir wohnen sehr ländlich, wo es genug Berufsbilder gibt, die sich nicht an der schulischen Ausbildung orientieren.


    Ich werde Dich wohl hin und wieder mal befragen.


    Übrigens waren wir vor kurzem ein paar Tage in DD. Dampfer fahren, GC und dem Zwerg was über Historie zeigen.


    VG

    Stefan

  • Hi,


    Ja, Dresden ist eine schöne Stadt, ich lebe gerne hier! Gibt es denn in Thüringen überhaupt noch Förderschulen? Laut meiner Schwester wurden die im Zuge der Integration / Inklusion abgeschafft?


    Ich bin gelegentlich in Pößneck (Vater) und in der Nähe von Weimar (Geschwister) unterwegs. Komme ursprünglich aus Kranichfeld bei Weimar. :-)


    Gruß Sandra

  • So klein ist die Welt...

    In der Schedhalle (PN) sind wir immer mal zu Ausstellungen.

    Beruflich bin ich immer zwischen Stadtroda und EF unterwegs (TEAG/TEN).

    Natürlich kenne ich auch Kranichfeld.


    Da wäre doch fast mal testenswert, wie zwei ADHS-Kinder aufeinander reagieren.


    Na mal sehen, was die Zeit so bringt nun ist erst mal Urlaub/Ferien und Anf. August bekommen wir dann die gesicherte Diagnose für Max.

  • Von einer Förderschule ist uns abgeraten worden.

    Jetzt würde mich interessieren - warum?


    Uns wurde gleich bei der Schuleingangsuntersuchung die Förderschule Nahe gelegt und nach langem Überlegen, Diskutieren und dem Gespräch einer ehemaligen Lehrerin der Förderschule haben wir uns dafür entschieden. Unsere Förderschule betrachtet sich als "Durchgangsschule" und es wird jährlich geprüft, ob der Übergang an eine Regelschule vom Kind zu schaffen ist. Naja und nach der 4. sowieso, denn "unsere" Förderschule ist eine Grundschule.


    Letzten Oktober, gab es schon mal die Überlegung, unseren Sohn ab der 3.Klasse an der regulären Grundschule weiter lernen zu lassen. Wir waren positiv überrascht, hoch erfreut und bestärkten unseren Sohn, wie toll das wäre - aber Sohnemann wollte nicht (er will das, was er kennt!) und hat alle Register gezogen. :-( Schauen wir mal, wie es weiter geht.


    Gruß Mirei

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