Arzt in Berlin gesucht, der AD(H)S bei Erwachsenen auch ernst nimmt...

  • Meine Frau und ich vermuten seit langem, dass sie ADS (wohl ohne Hyperaktivitäts-Anteil) hat. Die Verhaltensweisen und Probleme passen, ein ADS-Fragebogen hatte viele "Treffer" und auch Bemerkungen in Grundschulzeugnissen deuten schon darauf hin. Nun suchen wir einen Arzt, der Diagnose und Behandlung durchführt.
    Ein Versuch vor längerer Zeit, von einem Arzt Hilfe zu bekommen, ist daran gescheitert, dass er ADS als Kinderkankheit angesehen hat, die bei Erwachsenen auf magische Weise verschwindet. Ein anderer Arzt hat die Probleme als Symptome der ebenfalls vorhandenen (und inzwischen recht gut behandelten) Depression abgetan.
    Nun suchen wir einen empfehlenswerten Arzt in Berlin, bei dem man mit ADS bei Erwachsenen ernstgenommen wird. (Die Charité nimmt wohl wegen zu vieler Fälle keine Neuanmeldungen mehr an.)

  • Willkommen in der Runde,


    dass die Götter in Weiß hin und wieder antiquierte Ansichten haben, ist mir auch schon aufgefallen. Das betrifft sogar junge Neurologen, die ihr Studium und Promotion erst vor wenigen Jahren absolvierten.


    Schreib Doch mal hier rein, was Dich auf die Spur der Ursache gebracht hat und wie Du Dein bisheriges Leben "erlebt" hast.


    Bzgl. Arzt schicke ich Dir mal per PN einen Link zu den Selbsthilfegruppen Deiner Region.

    Die sind ja bestimmt nicht in Hamburg oder München diagnostiziert worden und können Dir vlt. Tipps geben.


    VG

    Stefan

  • Es ist echt frustrierend und wirft einen zurück, wenn man erstmal mühsam selbst eine Idee entwickelt hat, was nicht stimmen könnte, sich mit sowas zum Arzt traut, was ja auch nicht leicht ist... und dann so zurückgewiesen wird. Wenn jemand eine Diagnose erstellt hätte und gesagt hätte, nein, da haben Sie sich wohl geirrt, aber vielleicht könnte man noch nach dem und dem schauen, na gut. Aber einfach wieder nach Hause geschickt werden...

    Meine Frau hat große Probleme, sich zu organisieren, ihre Umgebung ordentlich zu halten, Dinge wiederzufinden, Termine zu machen, die einhaltbar sind, sich auf Dinge zu konzentrieren, die sie nicht 100%ig interessieren, zuzuhören, ...
    Was mich dann überrascht hat, war, was laut einem Fragebogen, den wir uns besorgt haben, noch alles mit ADS zusammenhängen könnte: Stimmungsschwankungen, Kreativität(?!?), große Empathie und Gerechtigkeitssinn, mangelndes Selbstwertgefühl, geringe Frustrationsschwelle, Wutausbrüche, Schwierigkeiten, Dinge wegzuwerfen, Einzelgängertum, ... Wir haben einen Großteil des Fragebogens "wiedererkannt" - bis auf die Dinge, die wohl mit der Hyperaktivität zusammenhängen, wie Zappeligkeit, Waghalsigkeit und co. An vielen Stellen habe ich gelesen, dass man davon ausgeht, dass ADS sich auch schon im Kindesalter gezeigt haben müsste, und sie hat tatsächlich entsprechende Bemerkungen in Grundschulzeugnissen.

    Na ja, dass das Ganze das Leben und die Beziehung schwerer macht, muss ich wohl nicht erklären. Als sie noch halbtags gearbeitet hat, ließ sich damit noch eher umgehen, aber mit Vollzeitjob, Kind und einen Pflegefall in der Verwandtschaft... ist der Leidensdruck gestiegen.

  • - das ließt sich ähnlich wie bei uns. Wir gehen nun beide auf die 50 zu und kommen immer schwerer mit dem Leben zurecht.

    Mein Burny mit 41 war der erste Hinweis, dass die Kraft, die man benötigt ADS ohne Behandlung zu kompensieren, nicht mehr reicht.

  • Das kann ich nur unterschreiben, das mit der Kraft! Ich bin seit 3 Jahren wegen Depris in Behandlung und ja leider noch nicht diagnostiziert. Je mehr ich mich damit auseinandersetzte, desto besser setzt sich das Puzzle zusammen. Gehe auch auf die 50 zu (48) und habe schon lange nicht mehr die Kräfte zum Kompensieren.

  • Hier bei uns ist es auch unser Sohn über dessen Diagnose ich überhaupt auf den Trichter gekommen bin. Ich habe mich schon oft gefragt, was mit mir nicht stimmt und jetzt komme ich langsam drauf. Ich hoffe bald zur Diagnose einen Termin zu bekommen. Geduld ist auch nicht so meine Stärke ;-) Ich beneide Dich :-)

  • Ich habe auf private Rechnung relativ schnell einen Termin bekommen, nach 6 oder 8 Wochen... und innerhalb von vier Wochen das Ergebnis und erstes Rezept in der Hand gehalten... Rezepte und Folgebehandlung gehen dann wieder auf Kasse bei der Ärztin.


    Alles Gute Dir!

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