Ich grüße euch :)

  • Hallo ihr Lieben!


    Ich stelle mich dann auch mal kurz vor: Ich bin 25 Jahre alt und wie schon aus dem Username zu entnehmen eine sehr große Hundefreundin.


    ADHS wurde bei mir noch nicht diagnostiziert, leider dauert der Termin beim Arzt noch eine gewisse Zeit. Wegen meiner extremen Konzentrationsprobleme, Verträumheit, Stimmungsschwankungen, Selbstzweifel und so weiter und so weiter wollte ich mich doch mal in solch einem Forum anmelden und mit Betroffenen Erfahrungen austauschen.


    Ich freue mich darauf, euch kennen zu lernen. :)

  • Hallo + Glückwunsch,


    mit 25 bist Du weit früher dran als ich. Nach einem Burny mir 41 habe ich mit 45 die Diagnose bekommen und meinem Sohn (7) leider meinen Kram ebenfalls mitgegeben.


    Frag einfach in die Runde was Dich interessiert.

    Vor allem würde mich interessieren, wie Du die Schulzeit, Ausbildung /Studium und Berufsbeginn erlebt hast.

    Es liest sich für mich, als wärst Du selbst auf den Verdacht bzgl. ADS oder ADHS gekommen.


    VG

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    Danke für die schnelle Antwort :)


    Das mit dir und deinem Sohn tut mir sehr leid. Es ist wirklich keine schöne Sache. Wie geht es dir und deinem Sohn dabei? Kommt ihr mit der Diagnose gut zurecht?

    Und da es bei mir im Berufsleben zurzeit drunter und drüber geht und mich dies massiv belastet, würde ich gerne wissen wie du dein Berufsleben gemeistert hast. Du hast ein Burnout erwähnt. Wie war die Zeit davor und die Zeit danach? Leider hatte ich noch keine Zeit alles von dir durchzulesen oder den Test, welchen du mir in einem Link geschickt hast, zu machen. Abends bin ich in letzter Zeit meistens so KO, dass gar nichts mehr geht ...


    Zu deiner Frage: wegen einer schweren Krebserkrankung als Kind, hatte ich leider kaum den Kindergarten besucht und kam in die Grundschule damals relativ unsozialisiert. Ich war sehr schüchtern, hatte erhebliche Probleme damit, Anschluss zu finden. Freunde hatteich nie, galt immer schon als "anders" und war eher der Typ Außenseiter. Die Kinder wurden älter und gemeiner, begannen auch mich zu mobben und das zog sich dann eigentlich bis in die Berufsschule. Ich war in der Grundschule eher schlecht und konnte im Unterricht nur sehr schwer aus mir heraus kommen. Zudem kam noch eine fiese Grundschullehrerin, die auch gerne mal Bücher auf die Köpfe schlug und Tritte austeilte. Es war wirklich keine schöne Zeit. Ich kam dann auf eine Gesamtschule und musste wegen des Mobbings sogar die Schule wechseln. In der neuen Schule ging es dann etwas besser. Wirklich Freunde finden war aber auch nicht drin. Wie bereits erwähnt war ich eben immer etwas anders. Sehr schüchtern und zurückhaltend. Meine Schulleistungen waren aber ab der 6. Klasse eigentlich ganz gut, nur hatte ich immer starke Probleme mit Mathematik. Ich schaffte es aber meinen Schulabschluss erfolgreich abzuschließen, nur wegen meiner absoluten Null-Bock-Phase musste ich ein Schuljahr wiederholen. Nach dem wiederholten Jahr waren aber meine Leistungen gut und ich hätte sogar die Möglichkeit gehabt mit meinem Notendurchschnitt auf ein Gymnasium zu gehen (hatte die Wahl zwischen Fachabi und Gymnasium, aber habe mich dagegen entschieden und eine Ausbildung gemacht). Damals hatte ich weniger Probleme mich zu konzentrieren. Erst ab Mitte der Ausbildung fing das an, wenn ich mich richtig erinnere. Die Vergangenheit ist auch sehr verschwommen. Ich kann mich nur sehr schwer an vergangenes richtig gut erinnern. Beispiesweise ist das auch bei Filmen so, die ich ganz schnell vergesse, und mein Freund dann sagt: Den haben wir doch erst gesehen. Oder an Klassenkamerade kann ich mich auch nicht gut erinnern. Bei mir ist er wie gelöscht. Vielleicht Verdrängung, ich weiß es nicht.


    Aber um zurückzukommen auf das Eigentliche: Seit Mitte der Ausbildung blieb meine Konzentrationsschwäche bestehen und es wird abermals schlimmer und schlimmer, von Tag zu Tag. Zuhause habe ich auch Probleme mit meiner Konzentration, nur da fällt es nicht so extrem auf wie im Berufsleben. Dennoch habe habe ich den Eindruck, dass es Zuhause schlimmer geworden ist.

    Ich denke, dass es schon in Richtung einer Depression geht, weil ich mich kaum noch zu etwas wirklich aufpeppeln kann, nur noch weinen könnte, den ganzen Tag. Es ist wirklich sehr belastend.


    Und ja, die Diagnose ADHS habe ich mir mehr oder weniger selbst gestellt bzw. in Erwägung gezogen, dass es dies sein KÖNNTE. Ein Patient hatte von seinem Sohn erzählt, der aber auch bereits erwachsen ist und bei dem die Diagnose auch gestellt wurde. Seit er medikamentös eingestellt ist, würde es ihm besser gehen. Er war kurz davor seinen Beruf zu verlieren.


    Ich werde so schnell wie möglich diesen Selbsttest machen, den du mir geschickt hast, Stefan, und dann weiß ich ja mehr. Der Termin beim Arzt dauert leider noch gut 2 Wochen, Ich hoffe mehr als alles andere, dass es AD(H)S ist, dass ich etwas habe, an das ich mich klammern kann, und dass es eine Erklärung bringt für meine Probleme.

  • Was Du über Schulbeginn bis Haushalt schreibst erinnert mich stark an Teile meiner Biografie und lässt mich ADS (ohne H) vermuten.

    Da auch für mich die Schulzeit eher negativ war, hatte ich ABI und Studium nie in Betracht gezogen. Im Rückblick wohl ein Fehler, da ich bei der späteren Karriere darüber gestolpert bin.


    Bei der Diagnose bitte nicht zu hohe Erwartungen "mitbringen". In der Regel dauert die Anamnese und diverse Untersuchungen Wochen oder sogar Monate.

    Es wird also keine "schnelle Hilfe" aber die Perspektive, aus dem tiefen schwarzen Loch heraus zu kommen hilft Dir, Dich zu belesen und die Termine und Aufgaben beim Doc zu meistern.

    Falls es noch keine Familiären Verpflichtungen gibt, denk mal über einen Klinikaufenthalt nach, um dort die Medikamente unter Aufsicht einzustellen und die diversen Therapien ohne Alltagsstress machen zu können.

    Ich hätte das gern gehabt, doch leider...


    Der Burny hatte sich lange zuvor angekündigt. Angst vor der Arbeit im Wechsel mit Euphorie und willkommener Überbelastung. Beginnende Nervenschmerzen (Trigeminus), beginnende diskrete Inkontinenz (psychisch, neurologisch bedingt)

    Irgendwann waren alle Erscheinungen so stark dass für mich Schluss war.

    Wegen der Nervenschmerzen (denk Dir eine flache Hand mit sambal oelek, die Du Dir ins Gesicht schmierst) bin ich dann zum Hausarzt, der hat mich in die Neuro überwiesen, wo man mich gleich da behalten hat.

    Die Nervenentzündung war bei der Lumbalpunktion messbar und ich habe hochdosiertes Kortison bekommen. Dann dauerte es Monate, bis ich wieder vom Zombie zum Menschen wurde.


    Um Die Zeit bis zur Wirkung der Medikamente und Therapien zu überstehen, kann ich Dir nur eine Hobby mit viel Bewegung empfehlen. Wenn Du nachhause kommst, kurz ruhen (mit Wecker), dann die Wäscheberge und die Türme auf der Küchenspüle links liegen lassen und lossporteln. Danach geht vieles leichter.

    Wir machen übrigens im Haushalt viel gemeinsam. Dabei schwatzen wir über den Alltag. So sind lästige Aufgaben

    schneller erledigt und man bringt sich in Gleichklang.

  • Danke Stefan, das ist für mich noch alles Neuland, so ein Tief in meinem Leben hatte ich noch nie. Ich muss damit erstmal zurecht kommen und alles wieder in die Reihe bringen. Ich erhoffe mir sehr viel von dem Termin morgen. Ist ja mein erster Termin bei einem Psychologen. Ich hoffe, dass er mich ernst nimmt und mir auf eine gewisse Weise helfen kann.

    Das schlimmste ist die Angst vor dem Job und der Arbeitslosigkeit. Das Gefühlschaos wegen meinen Kolleginnen und die Selbstzweifel jeden Tag ... es ist wirklich sehr schwer im Moment. Und dabei lasse ich mich wirklich nicht gerne hängen. :/

    Ein Klinikaufenthalt ist aber denke ich zuerst mal keine Option für mich. Ich habe zwar noch keine Familie, aber eben einen Job, einen Freund und einen Hund um den ich mich kümmern muss ... aber danke für deine guten Tipps. :)


    Vielen Dank, Murmel. :)