• Hallo liebe Leute,


    ich bitte euch inständig diesen Beitrag komplett durchzulesen, denn ich bin zurzeit wirklich sehr verzweifelt!! ;(


    Ich habe ein großes Problem, das besonders mein Berufsleben sehr belastet. Ich kann mich sehr schlecht konzentrieren. Es passieren mir extrem viele Flüchtigkeietsfehler, jeden Tag, und ich habe große Angst meinen eigentlich gut bezahlten Beruf zu verlieren. Ich arbeite im medizinischen Bereich, und gerade dort dürfen keine Fehler passieren. Jetzt, wo ich in dieser schwierigen Situation bin und so über die Vergangenheit nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, dass ich schon seit vielen, vielen Jahren, wenn nicht sogar schon immer, erhebliche Probleme damit hatte, mich zu konzentrieren. Besonders dann, wenn ich unter Druck stehe oder unter Stress.

    Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist mein Führerschein. Ich habe sehr lange dafür gebraucht, bis ich ihn letztendlich in der Tasche hatte. Bei meiner ersten Fahrschule ging gar nichts mehr. Mein Fahrerlehrer war verzweifelt und irgendwann so genervt von meinen Fehlern, dass er die Fahrstunden mit mir, gar nicht mehr wirklich ernst genommen hat. Ich habe mich dort ständig unter Druck gesetzt gefühlt und es half nur ein Wechsel der Fahrschule. Dort ging es schneller als gedacht, weil ich auf menschlicher Ebene viel besser mit dem Fahrlehrer klar kam und ich mich nicht unter Druck gesetzt gefühlt habe.

    In der Schulzeit hatte ich auch meine Probleme, war aber als Kind nie zappelig oder aufgedreht, eher das Gegenteil. Sehr ruhig und eher ein Einzelgänger. Ich hatte nie viele Freunde, wurde eher gemobbt und war ein Außenseiter. Später in der Handelsschule hat sich das getan, und nach einem Jahr absoluter Null-Bock-Phase und einem wiederholten Schuljahr kam ich in der Schule gut klar und hatte weniger Probleme mich zu konzentrieren. Schlimmer wurde es dann wieder im Berufsleben. Am Anfang der Ausbildung ging es, aber ab Mitte der Ausbildung ging alles etwas bergab und gerade zum Ende hin konnte ich mich nur schwer konzetrieren. Vielleicht war das auf neue Lebensumstände (habe meinen Freund kennengelernt usw.) zurückzuführen, aber seit her kann ich mich extrem schlecht konzentrieren. Das ist nun schon 5 Jahre her und wie ein roter Faden zogen sich die Konzentrationsprobleme durch mein Leben. Ich musste bereits einmal meinen Job wechseln, weil ich mich schlecht konzentrieren konnte, viele Sachen vergessen habe, aber auch weil ich mit meinem Chef bzw. Chefin nicht so klar kam, und letztendlich auch dann mit meinen Arbeitskollegen. Danach habe ich eine Stelle gefunden, wo ich mich sehr wohl gefühlt habe und wo ich auch am Anfang gute Arbeit geleistet habe. Nur leider zog sich mein Problem auch dort von Anfang an fort, nur am Anfang tat man es einfach auf Verträumtheit oder Schusseligkeit ab. Jetzt arbeite ich schon fast ein Jahr dort und mein Problem wird von Tag zu Tag schlimmer und belastet mich psychich sehr. Ich bin niedergeschlagen, traurig und meine Selbstzweifel machen mir viel zu schaffen. Meine Arbeitskolleginnen sind mittlerweile auch ziemlich erbost, auch wenn sie schon eine wahnsinnige Geduld gezeigt haben. Neben der schlechten Konzentration bin ich sehr hektisch, vergesse weiterhin unglaublich viele Dinge, verlege auch oft Sachen und suche sie dann. Ich kann schwer klar denken und handle zuerst bevor ich denke. Ich versuche es jetzt wirklich damit, mir ALLES zu notieren, damit ich auch ja nichts vergesse, aber dennoch ist eine Angst in mir, Fehler zu machen, und ich weiß einfach diese Angst nicht zu überwinden.

    Ich habe einen Termin bei einem Psychologen, leider dauert das noch eine zeit lang und ich wollte mich einfach mal so in einem ADHS Forum vorstellen und eure Meinung wissen: Sprechen meine Symptome für ADHS? Ein Patient bekam mal ein Gespräch mit und meinte sein Sohn habe diese Konzentrationsprobleme auch und bei ihm wurde ADHS diagnostiziert. Ich habe mir schon einige Beiträge zu dem Thema durch gelesen und es gibt sehr sehr viele Übereinstimmungen zu meiner Gefühlslage.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen könntet.


    Danke schon mal für alle hilfreichen Antworten! :)

  • -na da habe ich ja schon einen Teil der Antworten aus meinem Beitrag zu Deiner Vorstellung;)


    feinfühlige Stimmungsantennen, Schusselfehler, schwankendes Interesse .... DITO


    Ich bin ADS- Mischtyp, kippe also zwischen Hyper und Hypo-Phasen hin und her.


    Wenn Du möchtest mach mal den Test unter:

    https://www.adxs.org/adhs-online-tests-und-frageboegen/


    zum Ende die Nummer kopieren und die paar Sekunden warten, bis das Ergebnis eingeblendet wird. Ich habe den Test in der alten und in der neuen Version gemacht. Das Ergebnis war immer identisch der Diagnose meines Arztes.


    Wenn Du zwischen zwei Gassirunden mal viel Lust zum Lesen hast, schmöker Dich mal durch mein Geschreibsel hier. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, wird Die ein ganzer Kronleuchter an Lichtern angehen, bzw. ein Déjà-vu nach dem anderen begegnen.


    Das wird Dir auch bei vielen anderen ADS-lern (also keine Zappelkinder) so gehen.


    VG

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    ich habe den Test nun doch in aller Ruhe noch gemacht. Ich brauchte einfach Gewissheit. Hatte 19 Symptome und falle somit in die Kategorie "deutliche AD(H)S-Symptomatik".

    Es hat mir ein wenig Erleichterung gebracht.


    Danke für den Link.

  • Hey Hundefreundin.
    Dein Text hätte von mir stammen können, nahezu jedes einzelne Wort.
    Flüchtigkeitsfehler, unter Druck nicht mehr klar denken können, Verträumtheit, Schusseligkeit usw.

    Ich bin seit heute auf ADS diagnostiziert und auch ich hatte 20 von 29 Fragen ADHS-typisch beantwortet.
    Finde diesen "30 Minuten - Test" auch echt gut. :)
    Hört sich bei dir auf jeden Fall schon ziemlich danach an als wenn du uns längerfristig Gesellschaft leisten könntest. Lass das auf jeden Fall abklären. ;)

  • @ Exmortia Ok, das ist gut zu wissen, dass es Leuten mit AD(H)S auch so geht wie mir ... dass man nicht alleine ist und sich auf etwas stützen kann.

    Wie sah dass bei dir im Beruf aus? Hattest du da auch Probleme?

    Würde mich wirklich interessieren wie es bei anderen Betroffenen in Sachen Berufsalltag aussieht, weil das ein Thema ist, dass im absoluten Mittelpunkt meiner Probleme steht ...


    Ich habe morgen meinen ersten Termin bei einem Psychologen. ich werde mal hören was er meint.


    @ Raupi Ok, zwar ein paar Punkte mehr als ich, aber wenigstens eine Diagnose. Das hilft einem auch dabei mit allem etwas besser klar zu kommen. Wenn man etwas einen Namen geben kann ... oder ?