ADHS Diagnostik

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Hallo!

    Ich habe leider noch keine Diagnose, es besteht aber durch mehrere Fachpersonen ein starker Verdacht. Und ja den Verdacht habe ich selbst auch.

    Nun warte ich auf die „diagnostik“ ein Testverfahren hier in einer Klinik bei uns.

    Kann mir jemand sagen wie sowas abläuft/aussieht? Das warten macht mich noch verrückt.

    Ich kenne nur Testbögen, die aus Frage Antwort bestehen, ist das da genauso?


    Liebe aufgeregte Grüsse

    Xoxo

  • Im Grunde stimmt das mit den Bögen aber...

    Es folgen noch Untersuchungen wie EEG, EKG und ein umfängliches Blutbild um andere Ursachen auszuschließen.

    Such Dir Deine alten Zeugnisse der Schule raus und alles was irgendwie auf Dein Verhalten und evtl. schon mal diagnostizierte psych. Sachen schließen lässt.


    Ich habe noch weit vor der Diagnose und dem Anamnesebogen angefangen eine Art Lebenslauf zu schreiben, der sich mit allen Merkwürdigkeiten meines bisherigen Lebens befasste. Den habe ich alle paar Tage wiedér her genommen und ergänzt.

    Lass Dir von den Eltern und Geschwistern noch mal beschreiben, wie sie Dich damals wahr genommen haben und notiere es Dir. Sowas ist wichtig für den Doc.


    Du kannst Dich, sofern es ambulant abläuft auf ein paar Monate bis zur Diagnose einstellen. Bei stationärer Diagnostik geht es entscheidend schneller.


    Was auch immer Dich interessiert, frag einfach.

  • Danke für deine ausführliche Antwort !

    Die Tipps werde ich auf jedenfall umsetzen und schonmal anfangen alles zusammenzuschreiben:)

    Wie sehen denn die Bögen aus? Also sind das Fragen zum Verhalten oder sind das IW Tests oder ein Mix?

    Das ganze wird ambulant bei mir ablaufen.

    Wieviele von diesen Tests gibt es denn? Und wielange dauern die?

    Also geht man einen Tag irgendwo hin und ist dann mit den Bögen durch, oder sond das viele und man muss öfter hin?


    Vielen dank für deine Hilfe!

  • Bei mir ging es über verschiedene ambulante Termine. Da bei uns der OA mit einer Psychologin im Team arbeitet wohl auch mehr als "normal".

    Für den OA war es wichtiger, meine "Leiden" (also was ich ändern will) einzugrenzen, während sich die Psychologin mehr mit meinem Wesen beschäftigte. Beide hatten unterschiedliche Fragebögen.


    Übrigens geht die "Arbeit" nach der Diagnose erst zu richtig los. Neben dem richtigen Medikament (es gibt nur 3 Kassen-Medikamente für Erwachsene) ist auch die richtige Dosis zu finden. Das dauert mind. Wochen eine Tagebuch hilft dabei ganz gut.


    In unserer Gegend ist bei den Medikamenten schluss für ambulante Patienten. Man kann gern Rezepte für weiterführende Therapien bekommen aber es gibt schlicht keinen Anbieter in vertretbarer Entfernung. Da bin ich noch am Suchen.


    Übrigens bist Du nie allein in Deiner Stadt. Es gibt viele andere Betroffene, die das selbe schon erlebt haben. Man muß sie "nur" finden, um sie zu befragen.

    Hier kannst Du gezielt suchen: http://www.adhs-deutschland.de…n-Selbsthilfegruppen.aspx

    Aber auch AWO, ASB, usw. beherbergen mit unter Selbsthilfegruppen. In dieser Runde kann man dann viel von den anderen lernen und sich Tipps für Behandlungen etc. holen.

  • Danke!

    Ja über die Medikation und Einstellung etc habe ich einiges im Netz gefunden, da kann ich erahnen was mit bevorsteht. Hauptsache es hilft am Ende.


    Was sind denn weiterführende Therapien nach der Medikation? Psychotherapie/ Ergotherapie?


    Da werde ich mich gleich mal auf die Suche machen, war bislang allerdings nicht überzeugt einer Gruppe beizutreten, da noch nichts feststeht. Für mich steht es fest, ich weiss es einfach und das schon lange, und für meinen Therapeuten steht es fest. Aber offiziell leider noch nicht...

    Alleine das „ja“ einer Diagnostik würde so viel Druck nehmen wenn es offiziell ist und man Perspektiven zur Hilfe hat...

  • "...Psychotherapie/ Ergotherapie..." als undiagnostizierter / unbehandelter Erwachsener hat man sich eine Haufen Coping-Strategien angeeignet, die bis zu dem Punkt es ansteigenden Leides funktioniert haben.

    Viele davon zu lasten der eigenen Gesundheit (zumindest bei mir) Die wieder zu "verlernen" und Handeln -auch in Kleinigkeiten- auf den eigenen Subtyp der AD(H)S einzustellen kann man meist nicht allein.

    Ich kann verbalen Dialog oder am PC wunderschön fabulieren. Soll ich jedoch einen handschriftlichen Text zu Papier bringen beginnt die Katastrophe... da steht dann ein "vür" oder beim "Fogel" wird erst beim "g" der falschen Buchstabe bemerkt. Das Schriftbild erinnert mehr an ein Seismogramm als an Text und derlei Probleme begleiten mich seit ich 7 war.


    Auch das gezielte Entspannen, sich der schnell springenden Wahrnehmung zu entziehen und nur EINE Sache zu erledigen um dann nach Abschluß der NÄCHSTEN zu widmen... für mich schwer möglich.

    Da braucht es Anleitung und nicht nur Medikamente.