Überausgeprägtes Angstgefühl nach Einnahme von Medikamenten

  • Hallo in die Runde!


    Vielleicht kennt sich jemand von euch aus, bzw. hat schon selbst Erfahrung damit gesammelt?


    Ich habe festgestellt, dass meine Tochter wenn sie Medikamente eingenommen hat, eine für meine Verhältnisse sehr hohe Aufmerksamkeit hat. Das ist ja eigentlich auch das, was mit den Medikamenten erricht werden soll, aber ich finde es eher beängstigend.


    Zur Situation:


    Meine Tochter fährt mit dem Schulbus zur Schule. Sie kennt den Weg und sie geht ihn seit einem Jahr. Es sind 5 Gehminuten von zu Hause aus, alles ist bewohnt.

    Wir wohnen in einem kleinen Dorf und morgens ist alles gut beleuchtet. Die Straßen sind aufgrund der umliegenden Industriegebiete entsprechend stark von Arbeitenden befahren. Mütter sind mit ihren Kinder zum Kindergarten unterwegs und die anderen Kinder zu Fuß zur Schule. Also alles in allem sehr belebt, aber trotzdem sehr verkehrssicher, vor allem für Kinder. Alles führt über Zebrastreifen, Ampel und Verkehrsberuhigte Bereiche (30-iger-Zonen und Spielstraßen).


    Als meine Tochter heute morgen aus dem Haus ging, hörte sie die Müllabfuhr und es bereitete ihr sehr Schwierigkeiten zu wissen, dass sie eine Straße weiter auf dieselbe treffen würde und dann an ihr vorbei müsste. Sie wurde weinerlich und ich sagte ihr, dass sie keine Angst haben müsse, dass die Leute von der Müllabfuhr tagtäglich mit Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern konfrontiert sind und sie auf keinen Fall übersehen und umfahren werden. Ich bot ihr an eine Warnweste anzuziehen, dass sie besser gesehen würde, oder sie begleiten würde, aber das wollte sie nicht. Ich musste sie natürlich zur Eile anhalten, da der Bus nicht warten würde. Sie ging, aber 10 Minuten später stand sie weinend an der Haustür und sagte, dass sie sich nicht traue. Ich habe sie getröstet und ihr gesagt, dass es nicht schlimm sei und habe sie dann mit dem Auto zur Schule gefahren.


    Es ist mir schon des öfteren aufgefallen, dass sie sehr panisch auf ausparkende Autos und der gleichen reagiert, obwohl sie noch weit genug weg sind. Sie zieht wie panisch an meiner Hand, um einen sehr großen Bogen um die selben zu machen. So, als wenn wir einen halben Meter von dem ausparkenden Auto entfernt wären.

    Ich finde, dass das Bewusstsein für Gefahren-Situationen dann bei ihr überdimensional stark ausgeprägt ist.


    Kennt das jemand? Ich war schon ein wenig geschockt heute Morgen. 8|


    Vielen Dank und GLVLG.

  • Ich war als unmedikamentiertes Kind so drauf. Silvester hatte ich Panik und wenn jemand wo runter fiel war es mein Bruder. (der noch immer nicht diagnostiziert an Kippe und Flasche hängt)


    Ich war immer vorsichtig, habe einen großen Bogen um Hunde gemacht, während sie meinem Bruder die Jacke zerfetzten.


    Mit 45 unter Medikinet war es etwas anders. Hier war es ein emotionales Loch, wie Liebeskummer.


    Spekulation: das Grübelhirn hat sich hier was zurecht gebastelt, was beängstigt. Kenne ich von meinem Sohn. Drüber reden oder gleich zum Kinderpsychologen. "Na ist nix." reicht nicht aus.


    Wenn es wirklich der Müllwagen ist (für die Wahrnehmung eines ADS-lers wirklich sehr laut und bedrohlich, wenn man an den alles verschluckenden Schlund hinten dran denkt) dann vlt. mal am Tag zu den Müllwerkern hin ins Depot. Mit den Leuten reden, Kind mal auf dem LKW rum krabbeln lassen wenn der Motor aus ist.

    Wenn´s klappt, macht sie das auch wenn der Motor läuft.

    (zumindest würde ich es so machen)

  • Klingt für mich eher so, als wäre sie mal beinahe von einem Auto platt gefahren worden. Vielleicht wurde sie sogar leicht angefahren. Und möglicherweise hat sie nie darüber mit jemanden gesprochen. Und jetzt kommt diese Gefahrensituation immer wieder hoch.


    Ich glaube nicht, dass das mit Medikamenten zusammenhängt.

  • Hallo negteit!


    Oh, du bringst mich ja jetzt völlig durcheinander? Meinst du? :/ Eigentlich erzählt mir meine Tochter alles und wenn so etwas passiert wäre, dass wüsste ich es wahrscheinlich schon. Aber danke für den Ansatz, ich werde sie einmal fragen. Ich habe heute auch mit ihrer behandelnden Ärztin gesprochen und sie meinte auch, dass sie sich nicht vorstellen könnte, dass es von den Medikamenten kommt. Sie meinte schon, dass zwar die Aufmerksamkeit deutlich gesteigert sei, deswegen nimmt man diese ja, aber sie wüsste nicht, dass daraus Angstsituationen entstehen würden?

    Jetzt werde ich einen Termin mit der behandelnden Psychologin vereinbaren um unter anderem diese Sache einmal anzusprechen. Ich bin gespannt.....


    Meine Tochter mochte es noch nie laut. Wenn ihr was zu laut wurde so zog sie sich hinter mich zurück und hielt sich die Ohren zu. Ich denke, vielleicht wird ihre eh schon sehr sensible Wahrnehmung durch die Medikamente da auch noch mehr verstärkt?


    GVLG

  • Laut... das kenn ich auch von meinem Sohn du von mir (als Kind) ich hatte es hier irgendwo schon mal beschrieben.

    Übrigens lebt mein Zwerg sehr in seiner Welt. Grübelt, frisst Sachen in sich rein.

    Letztens hat er mir ein Problem aus der Schule sehr genau erläutert, das ich für aktuell hielt und direkt mit dem Direktor angesprochen habe. (haben eine sehr gute Draht)

    Dort stellte sich heraus, dass es eher der ersten als der zweiten Klasse zuzuordnen sei.

    Zuhause nachgefragt wahr das Problem tatsächlich ein Dreivierteljahr alt. ...

    -Soviel zu negteits Vermutung.-

  • Hallo Stefan!


    Okay ...???? Das bringt mich tatsächlich zum Nachdenken! Dann werde ich meine Tochter mal darauf gezielt ansprechen! Heute Morgen beim über die Ampel gehen war es wieder genauso. Da kam ein Auto etwas schneller herangefahren und die zog mich auf die andere Seite.


    Ich hatte sie damals auch schon gefragt wegen der Sache mit der Angst, ihre Aussage war, dass es so ist, seit dem sie die Medikamente nimmt, bzw. das es dadurch schlimmer geworden sei? :/


    Wie gesagt wie haben einen Termin bei der Psychologin und dann werden wir mal sehen. :thumbup:


    Einen schönen Tag an alle!

  • Bei mir war die "Angst" (siehe mein Bericht) unter Medikinet eher allgemein.

    Auf Deine Tochter übertragen würde sie wohl auch in anderen Lebenslagen schreckhaft sein.


    Eine Restwahrscheinlichkeit könnte es auch bei Bildern aus dem TV liegen. Aber dann sind wir wirklich weit weg. Wobei sie meinen Sohn auch in Bett begleiten und hin und wieder eine ruhelose Nacht bewirken, weil der Zwerg darauf herum grübelt.

  • Ja, dass ist auch schon so, dass meine Tochter bestimmte Situationen und Themen sehr bewegen, auch lange im Nachhinein noch, wo man denkt, wo holt sie denn das jetzt her und warum?


    Da sind wir wieder beim Thema "hochsensibel"! Sie hat heute geweint, weil 2 Mitschülerinnen sich gezofft haben und sie das nicht i. O. fand. Am meisten hat sie daran getroffen, dass die eine die erst kürzlich verstorbene Oma der anderen so zu sagen mit in die Sache hineingezogen hat. Da kann meine Maus gar nicht mit umgehen. Alles was mit Krankenhaus und Tot zu tun hat macht ihr Angst.


    Wir hatten heute ein ausführliches, nettes, sehr inniges Gespräch. So wie es aussieht, ist GsD nichts vorgefallen, was auf die Angst vor Autos oder sich nähernden Fahrzeugen zurück zu führen ist. Sie meinte abermals, dass es erst so extrem ist, seit dem sie die Medikamente nimmt.


    LG

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