Neue Chaotin

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Guten Morgen zusammen!

    Hoffentlich habe ich das jetzt richtig hinbekommen.

    Wollte mich auch mal kurz vorstellen:

    Ich heiße Sonja, bin 44 Jahre alt und bei mir wurde vor 21/2 Jahren ADHS festgestellt.

    Manchmal habe ich das Gefühl entweder umzukippen vor lauter Erschöpfung oder kurz vor dem Durchdrehen zu stehen.

    Meine Hoffnung ist, hier gleichgesinnte zu finden, denen es ähnlich geht oder auch meinen Horizont bezüglich ADHS zu erweitern, bzw. Erfahrungen auszutauschen. Das mit dem "Horizont erweitern" habe ich noch nicht ganz aufgegeben.8o

    LG, Sonja

  • Hallo Sonja,


    willkommen in der Runde. Du warst früher bei den "ADHS-Chaoten"?


    Wie ist Deine bisherige Behandlung verlaufen?

    Welche Medikamente?

    Welche begleitenden Therapien?

    Sind die Kinder betroffen?

    Ist der Mann auch "im Club"?


    Ich bin erst mit 45 diagnostiziert worden, nachdem ich mein Leben lang die klassischen Symptome hatte ohne zu wissen woran es lag.

    Mein Sohn 7 (Auslöser für meine genaue Suche) ist noch in der Diagnostik.


    Ich habe Medikinet adult als erstes Med probiert und musste wegen div. Nebenwirkungen (Emotionen etc. abbrechen) Den Bericht könnt Ihr hier lesen: https://adhs-zentrum.de/forum/thread/14 ... dikation1/

    Diese Seiten sind bzgl. Medikamenten und Wechselwirkungen interessant: https://www.adxs.org/; https://adhs-netz.com/adhs-bei-kindern- ... edikation/ ; http://www.adhs-medikamente.de/tag/nebenwirkungen

    Mit Ritalin adult komme ich nun bedeutend besser zurecht.


    Ich führe seit der ersten Tablette eine Tabelle (Tagebuch) zum Vergleich und zur Dokumentation.


    Wenn Du Zeit für Fachbücher hast gebe ich gern Tipps. Die Seite adxs.org ist aber auch ein toller Wissensquell.


    Eine Mitgliedschaft in ADHS-Deutschland e.V. kann ich ebenfalls Empfehlen. Dort lernt man wirklich viel. Gerade für Familien mit mehreren Betroffenen sehr interessant.


    Ach ja, dort findest Du auch die Selbsthilfegruppen der Region. Das Gespräch mit anderen Betroffenen hilft ebenfalls weiter. Viele haben das Selbe Problem schon vor Jahren gelöst.



    VG

    Stefan

  • Hallo Stefan!

    Nein, ich war bisher noch nie in Forem aktiv unterwegs. Aber ich finde, Chaotin trifft auf mich ganz gut zu!

    Außer mir ist bisher noch meine 13jährige Tochter "betroffen".

    Seit 2 Jahren nehme ich Medikinet adult und komme bis auf manche Nebenwirkungen (appetithemmend etc .) ganz gut klar.

    Meine Tochter ist seit einigen Wochen in der Erprobungsphase mit bisher (toi, toi, toi) keinen Nebenwirkungen. Sie nimmt auch Medikinet.

    Mein Kleiner, da muss ich mal schauen, geht so in die Richtung ads. Er ist jetzt gerade in die Schule gekommen. Noch läufts es....!

    Lieben Dank für Deine Hilfsbereitschaft. Gerne möchte ich ein paar Lektürentips von Dir.

    Mich kostet der Alltag (Arbeiten gehen, Kindererziehung, Haus etc., Termine), ganz schön viel Kraft und Durchhaltevermögen (trotz Medis).

    Ständig habe ich irgendwelche Erkältungen, Rückenproblem oder sonstige Wehwehchen.

    An eine Selbsthilfegruppe habe ich auch schon gedacht, weiß aber nicht, ob ich dafür bereit bin..!

    Auf jeden Fall hilft es mir, mich mit anderen auszutauschen und zu wissen, dass die Leute genau wissen, wovon ich rede.


    Dir lieben Dank schon mal im Voraus.


    LG, Sonja

  • Ich habe damals zuerst ISBN: 9783456856728 gelesen

    und dann die Hintergründe in ISBN: 978-3-407-22336-4 ergründet.


    Wegen Deines, Sohnes... last Euch nicht zu lange Zeit. Mein Sohn hat mit 6 in der ersten Klasse sehr genau seine Andersartigkeit bemerkt und leidet darunter.


    Evtl. hat seine Schwester einen so guten Draht zu ihm, dass sie aus ihm raus kitzelt, was er Dir evtl. nicht erzählt.


    Sie kann sich an ihre erste Klasse vlt. noch gut erinnern und sich in ihn hinein versetzen.


    Wir sind damals aus eigenem Antrieb zur Psych und die war total von der Rolle, dass wir uns ohne Schulprobleme bei ihr melden. Wollte uns weg schicken.

    Da der Zwerg aber einen guten IQ hat, kommt er trotz ADS mittelmäßig mit und da er nicht "H" also hyperkinetisch ist, fällt er neben anderen tobenden Kindern nicht auf. So wie die vielen zu spät diagnostizierten Mädchen.


    Nun in der zweiten Klasse beginnen die ersten Probleme, weil lesen und Schriftbild nicht besser werden. Sport in Mannschaften und eine laut Hofpausen mit vielen Kindern bedeuten ihm auch die Hölle.


    VG

    Stefan

  • Hallo Stefan!

    Lieben Dank für Deine Infos und Ratschläge!

    Ich werde sie mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen.

    Es ist schon verrückt als Elternteil. Macht man sich zu viel/zu wenig Gedanken etc.

    Durch meine Große habe ich viel mehr gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören und nicht auf das was die anderen "Übermütter" meinen besser zu wissen.

    Auch meinem Mann bin ich sehr, sehr dankbar.

    Manchmal braucht man jemanden, der manche Sachen versucht nüchtern darzustellen. Meistens ist es ja so, dass wir Mütter an vorderster Front stehen und alles ausbaden müssen. Und um da noch auf dem "richtigen Weg" zu bleiben oder die Spur zu halten ist schon sehr schwer.

    So wie ich das lese, hast Du ja auch schon einiges mitgemacht.

    Finde es auch gut, dass es mal aus männlicher Sicht geschildert wird.

    LG, Sonja

  • Bei uns bin ich sowas wie "die Mutter" meine Frau hat keine Kraft dafür. In der Schule, den meisten Ärzten, dem Förderverein bin ich immer als einziger Vater von Müttern umgeben.

    Zuhause ist die Rollenverteilung auch weniger "klassisch".

    Meiner Frau fehlt sogar die Kraft zum Arzt zu gehen. Die Termine org. ´sehr oft ich und vor einer ADS-Diagnose hat sie Angst, obwohl sie sieht wie gut das bei Mir geworden ist.

  • Guten Morgen!

    Auweia! Alle Achtung! Toll, dass Du das so machst. Meine Hochachtung hast Du. Zwischen all den Weibern.....!

    Jetzt komme ich mir vor, wie der letzte Jammerlappen.....:rolleyes:!

    So sieht man auch wieder wie unterschiedlich die Familienkonstellationen sind und wie jeder mit den jeweiligen Problemen umgeht.

    Bei meinem Mann hat es auch ein wenig gedauert, bis er begriffen hat, dass ich und unsere zwei Kinder ein wenig anders sind.

    Sehr zögerlich lässt er das so langsam an sich rankommen. Da wir ja schon sooo lange zusammen sind weiß ich auch, dass er mit solchen Sachen durch Humor besser zurecht kommt.

    Auch merkt er, dass es mit den Medis unserer Tochter viel besser geht.

    Bei mir hat er garnicht so viel unterschied bemerkt, da ich durch "jahrelanger Erfahrung" meine Strategie durchs Leben zu kommen, für mich perfektioniert hatte....<X. Bis es dann eben nicht mehr ging, da das mir viel zu viel Kraft raubte.

    Wie machst Du das beruftlich?

    Für mich jedenfalls ist es die Hölle...! Man könnte es so beschreiben, dass das Arbeitsklima in den Minusgraden liegt. Da ich eine sehr feine Antenne für das BEfinden von anderen habe, weiß ich schon viel früher, dass hier irgendwas nicht stimmt....! Meine Sozialkompetenz ist eigentlich sehr gut, bzw. ich kann mich da sehr gut kontrollieren. Aber meine Arbeit generell, da kriege ich nix hin.

    Meine Ärztin hat mal gesagt, dass ich im Mittelalter wohl als Hexe verbrannt worden wäre....!:evil:

    So, laber, laber, laber!

    Krieg wieder nix gebacken zu Hause. Scheiß drauf...!

    LG, Sonja

  • Hallo Sonja,


    "...Wie machst Du das beruftlich?..." ...recht pragmatisch. Ich stehe vor 5 auf und bin ab 6 im Büro. Kurz nach 14 Uhr ist dann Feierabend und so kann ich mich ab da um den Sohn kümmern und bin dann bis zum Bett gehen "die Mutti".

    Meine Frau macht es genau anders herum. Sie schläft viel und lang und kümmert sich früh um den Zwerg, geht danach auf die Couch. Sie arbeitet später und in verschiedenen Schichten.


    Beruflich habe ich Glück, genau so viel mehr "Hirn" abbekommen zu haben, dass ich ADS etwas kompensieren kann. Aber es wird mit zunehmendem Alter immer schwerer, weil ich mich aktiv konzentrieren muss. Das ist wie Kohlen schleppen.


    Übrigens spüre auch ich jeglichen kleine Missstimmung in der Abteilung... Teilweise lähmt es mich.

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