Noch keine Diagnose für mich

  • Moin!

    Nach einem langen langen Weg wurde bei meinem Sohn ADHS diagnostiziert. Das war eigentlich genau die Diagnose, die ich nicht hören wollte weil ich großen Respekt vor den Medis habe. Andererseits kann ihm so vielleicht geholfen werden. Wir sind noch nicht gestartet.


    Je länger ich mich jetzt mit dem Thema auseinandersetze, desto mehr kommt bei mir der Verdacht auf, dass ich ebenfalls ADHS habe. Ich lese dazu auch gerade das Buch „ADHS bei Frauen – Den Gefühlen ausgeliefert”. Eine Diagnostik ist vermutlich erst nächstes Jahr möglich, weil alle entsprechenden Anlaufstellen gnadenlos überlaufen sind. So lange werde ich mich jetzt über Bücher und im Netz informieren.


    Ich freue mich, diese Seite gefunden zu haben und hoffe, ein wenig Klarheit zu bekommen :-)

  • Hi,

    bei meiner Tochter wurde ADHS diagnostiziert und so kam ich auf Umwegen zur eigenen Diagnose ADS.

    Ich nehme seit etwa einem halben Jahr Medikinet adult und bin nach wie vor in der Findungsphase. Ich habe große Probleme die Niesche zwischen fiesem Rebound am Nachmittag oder Überdosierung und damit agressivem nervösen Verhalten zu wählen.


    Ich freue mich dieses Forum gefunden zu haben und hoffe auf einige inspirierende Komunikationen.

  • Hallo krum, wie verhält es sich mit dem Rebound? Was passiert da bei Dir genau? Und darf ich fragen, ob Du eine Frau oder ein Mann bist? Das scheint ein wichtiges Kriterium bei der Ausprägung zu sein.

  • Hallo,


    ich habe auch ihn dem ADS bei Frauen Buch gelesen. Vieles kenne ich auch, wenn auch eher versteckt.


    Gar nicht versteckt ist mein zunehmend ausgebranntes Gefühl seit 20 Jahren....


    Mein Sohn, 11, ist diagnostiziert mit ADHS und vielleicht bald auch noch Autismus. Mein Mann, seine Schwester, meine Mutter und mein Bruder wirken ziemlich ADHS mäßig... irgendwie ticken wir scheinbar nicht genauso wie die anderen, aber warum, das war mir immer ein Rätsel...


    Ich bin in der Diagnostik, habe also auch schon eine gewisse Wartezeit hinter mir... in zwei Wochen sollte ich mehr wissen...


    Übrigens gibt es Menschen, die nur in einer ganz schmalen Zone von MPH profitieren. Wenn sie nicht gefunden wird, wirkt es oft so, als vertrüge man den Wirkstoff nicht... da muss man dann genau schauen, wie man damit umgeht. Dazu kenne ich mich noch nicht genug aus. Im Anderswelt Forum kann man da sicher Tipps bekommen. Auch zum Thema Rebound...

  • Hallo + willkommen,


    ich bin erst mit 45 diagnostiziert worden, nachdem ich mein Leben lang die klassischen Symptome hatte ohne zu wissen woran es lag.

    Mein Sohn 7 (Auslöser für meine genaue Suche) ist noch in der Diagnostik.


    Ich habe Medikinet adult als erstes Med probiert und musste wegen div. Nebenwirkungen (Emotionen etc. abbrechen) Den Bericht könnt Ihr hier lesen: https://adhs-zentrum.de/forum/thread/14 ... dikation1/

    Diese Seiten sind bzgl. Medikamenten und Wechselwirkungen interessant: https://www.adxs.org/; https://adhs-netz.com/adhs-bei-kindern- ... edikation/ ; http://www.adhs-medikamente.de/tag/nebenwirkungen

    Mit Ritalin adult komme ich nun bedeutend besser zurecht.

    Wie ihr unter den o.g. Links lesen könnt sind die Medikamente trotz des gleichen Wirkstoffes etwas anders in der subjektiven Wirkung.


    Ich führe seit der ersten Tablette eine Tabelle (Tagebuch) zum Vergleich und zur Dokumentation.

    Das ist vor allem bei Kindern wichtig, da sie sich nicht so gut artikulieren können wie wir. Hier müssen wir Erwachsenen genau "hin fühlen" und die Kinder animieren ihre Wahrnehmungen jeden zu beschreiben.Das eine Fehl-, Unter oder Übermedikation zu sehr viel Leid führt habe ich selbst erfahren dürfen. Hier sind Arzt und Eltern massiv in der Verantwortung, die Behandlung eng zu begleiten.


    Keine Medikamente zu geben kann aber noch schlimmer sein, weil ohne eine Therapie oft schlicht unmöglich ist, oder die nicht Medikamentierte Therapie erhöht das Leiden des Kindes und senkt das Selbstwertgefühl.


    Wenn Du Zeit für Fachbücher hast gebe ich gern Tipps. Die Seite adxs.org ist aber auch ein toller Wissensquell.


    Eine Mitgliedschaft in ADHS-Deutschland e.V. kann ich ebenfalls Empfehlen. Dort lernt man wirklich viel. Gerade für Familien mit mehreren Betroffenen sehr interessant.


    Ach ja, dort findest Du auch die Selbsthilfegruppen der Region. Das Gespräch mit anderen Betroffenen hilft ebenfalls weiter. Viele haben das Selbe Problem schon vor Jahren gelöst.


    VG

    Stefan

  • Ach ja, da wäre noch der "Rebound":


    Stell Dir eine Sinuskurve auf einer Zeitachse vor. Der Bogen geht mit Medikament von Null nach oben. Am Ende der Wirkung geht die Kurve ins Negative.


    Nach meiner subjektiven Wahrnehmung folgt bei mir auf 10h bei Rita AL 2h in denen ich oft Kopfschmerz, Reizoffenheit und Irritation habe. In dieser Zeit bin ich im Grunde nur eingeschränkt "gesellschaftsfähig". (Schnell gereizt, Watte im Kopf, tollpatschig, ...) Körperliche schwere Betätigung im Rebound scheint das Problem deutlich zu vereinfachen und zu verkürzen.


    Bei Kindern wäre darauf zu achten, das man ihnen in dieser Zeit zu keinerlei Interaktion, Hausaufgaben etc. gezwungen werden. Sie würden durchdrehen.

    Hier sollten sie ausschließlich den eigenen Interessen folgen oder Sport machen. Achtung, keine Mannschaftssportart.


    Nach dem Rebound bin ich dann wieder auf der Nulllinie der Sinuskurve und bis weilen sogar sehr Energiegeladen und aktiv.


    Meinen Sohn lasse ich nach der Schule in Ruhe und 18 Uhr bekommt er die HA in 5 Minuten hin, für die er 15 Uhr eine Stunde gebraucht hätte. Für ihn sind Musik oder ein ALTES Hörspiel zusammen mit Fingertrommeln und Beine baumeln bei den HA oft sehr hilfreich. Dann fällt ihm die Lösung schneller ein als bei Stille.



    VG

    Stefan

  • Vielen lieben Dank für die vielen Informationen!


    Seit 3 Jahren bin ich in Behandlung wegen Depressionen, seit knapp einem Jahr auch medikamentös. Ich fühle mich schon lange erschöpft und überfordert in meinem Leben. Wenn sich allerdings etwas Freiraum auftut, fühle ich mich gleich wieder unterfordert und suche mir neue Aufgaben, was mich dann wieder schnell überfordert. Dieser Kreislauf begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben.


    Mein Mann und ich sind nicht in der Lage Strukturen zu schaffen. Bei uns zu Hause herrscht das Chaos und wir leiden sehr darunter, dass wir kaum Routinen haben. Unsere Söhne bräuchten auch wesentlich mehr Struktur. Aber wir schaffen es einfach nicht. Das lässt mich schier verzweifeln. Wir haben viel zu viele Dinge, die ich schon nach und nach aussortiere und wegschaffe. Aber das dauert ewig und dann fange ich irgendwo an, mache es nicht fertig und fange woanders an. Mein Mann fängt gar nicht erst an, weil er schon von dem Vielen total überfordert ist.


    Ich hoffe jetzt, dass ich recht schnell Klarheit bekomme und mir geholfen werden kann. Ich bin der Medikation inzwischen aufgeschlossener, was vor allem meinem Sohn zugute kommt.


    Ich werde dann mal weiter lesen

  • DITO...

    ...was Du eben beschrieben hast könnte bei uns zuhause sein. Meiner Frau geht es identisch. Ich habe Mühe ihre vielen Baustellen zu ignorieren.

    Ich selbst habe leider auch sehr viele, schaffe es aber zunehmend nicht immer wieder Neue auf zu machen.

    Wenn ich die Stichworte Steuer, Post abheften, alte Kindersachen verkaufen, ... nenne, fällt Dir bestimmt was ein.

    Die Zeiten für den Tagesablauf sind jeden Tag anders und wenn bei uns die Haufen im Hobbyraum liegen können wir den Junior nur schwer zum Aufräumen überreden.


    Gleichzeitig stehen wir jedem der Hilfe braucht spontan zur Seite, Nur unsere Haufen wachsen.

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