Seit 2 Tagen habe ich die Diagnose

  • Hallo, ihr da draußen :)


    8|;( Bin immer noch irgendwie geschockt !

    Mir wird so langsam mein ganzes vergangenes Leben klar, alles setzt sich neu zusammen.

    Ich hoffe meine Kräfte reichen aus um das alles, was jetzt noch so auf uns zu kommt zu bewältigen.

    Morgen macht mein 13 jähriger seine Tests.

    Hoffentlich hat er es nicht:!:

    LG Marlen

  • Hallo Marlen,


    willkommen im "Club".


    Die vielen AHA´s als ich mich mehr mit der Störung beschäftigt habe, waren mir förmlich auf Stirn geschrieben.



    Ich habe meine Diagnose am 04.06. mit 45J bekommen, nachdem ich mit 41 einen Burny hatte und bis zu diesem Jahr kein Mediziner die Ursache fand. Meine eben erst begonnene Behandlung mit Medikinet wurde wegen psych Nebenwirkungen abgebrochen und geht nun mit Psychotherapie und Ritalin Adult weiter (siehe meine Beiträge, kannst Du über mein Profil aufrufen)


    Ach ja, ich habe einen 7J Sohn der sämtliche Gene von mir geerbt hat. Leider auch AD(H)S. Er ist noch in der Anamnese / Diagnostik. Ihm das zu ersparen, was ich in meinem Leben durch ADS (wie ich nun weiß) erleiden musste ist gegenwärtig größter Antrieb für mich.



    Wenn Fragen sind, gern. Ich habe trotz Krankheit eine vernünftige Karriere gemacht und kann evtl. Tipps geben. Allerdings bin ich nach dem Burnout stark eingebremst.


    VG

    Stefan

  • Ich habe mir kurz nach der Diagnose ISBN: 9783456856728 von Dr, Doris Ryffel-Rawak gekauft, um andere AD(H)S-ler zu verstehen.


    Dann habe ich ISBN: 9783407221612 von Fitzner und Stark gekauft und "verschlungen" um die Möglichkeiten der Behandlung zu ergründen.


    Nun bin ich in einer SHG für Erwachsene, um dort Erfahrungen und Tipps zu bekommen

    und in einer SHG für Eltern von ADHS-Kindern, um Erfahrungen der andern Eltern "einzusammeln".


    Das ist am Anfang recht viel, aber es hilft der aufkommenden Verzweiflung über die etwas verfahrene Lage entgegen zu wirken. Da mein Sohn eben eine 100% Kopie von mir ist, begreife ich bei weitem besser als das übrige Umfeld, was in ihm vor geht.

    Unglücklicherweise das selben wie in mir als Schüler.


    Da AD(H)S zum Glück auch Vorteile gegenüber nicht Betroffenen bedeutet, müssen wir diese "Gaben" nun erkennen, um ihm im Leben die Nischen auf zu machen, die ihm ein normales Leben ermöglichen, ohne durch ständiges Scheitern in Depression zu verfallen.

  • Liebe Marlen,


    herzlich Willkommen. Ich bin auch neue hier. Habe auch wie Du vor kurzem Diagnose bekommen. Ich war aber nicht schockiert als die Ärztin die Diagnose gestellt hat. Die ADHSler vermuten dass da etwas anderes oder wie es mir ging, hören ab und an von den anderen ob Du nicht ADHSlerin bist. Ich war etwas traurig als ich es bekommen habe. Ich habe endlich den Schritt gewagt, mich bei der Therapie anzumelden, bzw. zu erkennen, dass etwas nicht stimmt mit mir nach ein Paar Jahre Burnout und hatte Hoffnung, dass ich nach Therapie wieder die alte unbeschwerte, lustige und nette Mensch werden kann. Ich war traurig weil es ist nicht nur Burnout zu bewältigen ist. Aber nach 2 Wochen habe ich eine Erleichterung gespürt. Die Sachen die ich in Leben gemacht habe, für die ich immer wieder schlechtes Gewissen hatte, oder immer wider mich gefragt habe, "warum machst Du all die Dinger" wie z. Bsp. geheiratet habe ich einen Mann den ich nur 3 Monate kannte und wirklich von heute auf morgen spontan geheiratet, oder aber auch nur nach 1.5 Jahre nicht wieder scheiden ließ genau so spontan wie geheiratet, auch von heute auf morgen, obwohl wir einen Kind gerade bekommen haben. Oder meine erste Auto habe ich gekauft als ich zu Supermarkt gefahren um Kartoffel zu kaufen. Ich habe in den letzten 10 Jahren 6 Jobs gewechselt. Die Kündigungen die ich eingereicht habe, waren nicht geplant und so spontan wie man am Sommer beim Spaziergang einen Eis kauft. "Schau, da ist eine Eisdiele, wollen wir eine Kugel Eis essen". Und ich übertreibe nicht mal. Es ist genau so gewesen. Das alles quellte mich ein wenig immer. Ich habe zum Glück nie meine Handlungen bereuet. Aber es ist für mich jedes Mal eine Gefühl als ob ich auf den "scharfen Schwerdt" balanciere und irgendwann abrutschen kann. Jetzt weis ich aber, dass ich nicht anders konnte. Durch Therapie erhoffe ich mir diese Impulse, die in meine Kopf entstehen, etwas unter Kontrolle zu bekommen. Und somit bin ich froh eine Diagnose zu haben und wissen was zutun ist.

    Liebe Marlen, Dir wünsche ich eine guten Weg und auch Kraft die alle Sachen positiv zu verarbeiten und die besondere Gabe, die wir so oder so alle haben und nur erkennen müssen was von eine, gut anzuwenden.

    Liebe Grüße

    Olja

  • Ich habe meine Diagnose am 04.06. mit 45J bekommen, nachdem ich mit 41 einen Burny hatte und bis zu diesem Jahr kein Mediziner die Ursache fand.

    Lieber Stefan,


    wurdest Du gegen Burny behandelt? Medi wie AD oder so?

    ich bin seit Jahren auf eine Minidosis Citalopram und seit 3 Monaten zusätzlich Abend eine halbe Dosis Opipramol. Unheimlich erholsam. Fühle mich innerlich so ruhig, wie noch nie in meine Leben. Genieße richtig Sachen die mir wahrscheinlich nie als Genuss vorkamen. Zum Beispiel, wenn ich zu frühe zu Arbeit komme, was mir auch noch nie in meine Leben passiert :-) meistens unter Zeitdruck und immer auf die letzte Minute, bleibe ich kurz in Auto sitzen und schau genüsslich wie der Straßenbahn kommt und die Menschen ein und aussteigen. Es ist so beruhigend auf einmal. Ich muss dazu sagen, ich wohne in Berlin, mitten in der historischen Zentrum von Berlin, in Berlin Mitte wo immer unheimlich viel Verkehr, viele Touristen, Geschäftsläute, Hektik und keine Spur von Idylle ist.

    Die beide Medi bringen mich in schöne innere Ruhe, die Gendankenkarusell ist weg. Nur leider die Gedankenordnung ist nicht da. Aber dafür sind die Medi auch nicht gedacht. Hilft aber sehr erst mal überhaupt zu Ruhe zu kommen.

  • olja mehr zum Hintergrund des Burny in meinem Bericht zu Rialin.ad.

    Zur Behandlung: Ich habe damals hochdosiertes Kortison bekommen, da die Entzündung nach der Lumbalpunktion ganz eindeutig nachweisbar und hoch war. Das Kortison hat damals meine Persönlichkeit total deformiert (Wesensänderungen wie "Hulk"). Ich habe bis zu mir selbst zurück ca. 2 Monate gebraucht.


    Weder damals noch auf den 3,5 Jahren danach kam einer der ca. 15 Ärzte darauf, das AD(HS) die Ursache sein könnte.

    Erst als sich bei meinem Sohn in der ersten Klasse die emotionalen / impulsiven Probleme zu nahmen und die Hausaufgaben zur Tortur wurden, habe ich die Situation gezielt analysiert und nach intensiver Suche AD(H)S Symptome zuordnen können.

    Gleichzeitig habe ich in ihm aber auch mich im gleiche Alter erkannt. (ich kann mich leider viel zu gut an meine Kindheit erinnern)

    Also noch mehr lesen. Nächte lang im WWW.

    Dann habe ich parallel mich zum Psych und den Junior zum Kinder-psych überweisen lassen.

    Volltreffer!

    Wir sind beide ADS-Mischtypen mit Symptomen wie aus dem Lehrbuch. Die Ärzte kamen zu dem Schluss, das wir es bisher durch überdurchschnittlichen IQ kompensieren konnten und nun an die Grenzen kommen. (Bzw. war ich über die Grenze hinaus geschossen)


    Ach ja, Medikamente. Stimmungsaufheller hatte ich mal bekommen, die waren komplett wirkungslos. Außer einem trockenen Mund war da nix.

    Die beide von Dir genannten Medikamente werde ich mal mit meinem Doc besprechen.

  • Sorry @Marlen,

    dass wir Deinen Vorstellungsverlauf gekapert haben. Du siehst, es ist gar nicht so selten und es gibt viele von UNS.

    Eine SHG kann ich dir nur wärmstens empfehlen.


    Scheib Doch mal was Du in den Vergangenen Jahren erlebt hast und wie es nun für Dich weiter geht.


    VG

    Stefan

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