Sorgerechtsentzug bei jahrelanger Verhinderung diagnostischer und folgend therapeutischer Schritte

  • Hallo,


    ich bin Vater einer zwölfjährigen Tochter, die bei ihrer Mutter lebt. Ich habe kein gemeinsames Sorgerecht, kämpfe aber seit Jahren dafür und habe schon vor 6 Jahren bei meiner Tochter quasi ADHS diagnostiziert, bzw. aufgrund der deutlichen Symptome den Verdacht geäußert und verlangt, dass das Kind einem Kinderpsychologen vorgestellt wird, um eine Diagnose zu stellen und dann in der Lage zu sein therapeutisch aktiv zu werden.

    Die ganze Story mit jahrelangen Rechtsstreitigkeiten würden hier wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen, deshalb versuche ich mich kurz zu fassen, ich denke aber das Thema dürfte nicht uninteressant sein.


    Die Mutter ist mutmaßlich ebenfalls psychisch krank (Persönlichkeitsstörung) und versucht deshalb mutmaßlich seit Jahren eine Diagnose bei dem Kind zu verhindern. Mit 6 Jahren fing das Kind bereits an sich selbst zu verletzen vor Wut, zeigte deutliche Anzeichen massiver Störungen, randalierte als kleines Mädchen in der Schule, bedrohte Lehrer und Mitschüler, und flog fast von der Grundschule, all dies führt aber leider nicht dazu, dass die Mutter das Kind endlich zu einem Kinderpsychologen schickte. Auch dass ich den ehemaligen Kinderarzt involvierte, der dies ebenfalls empfahl, führte nicht dazu, dass das Jugendamt oder das hiesige Familiengericht aktiv wurden, was ein absolutes Versagen der Behörden ist.


    Ein familienpsychologisches Gutachten wurde völlig in den Sand gesetzt, weil der Gutachter völlig unfähig war und auch keine Approbation zu psychologischen Fragestellungen hatte. Professor Dr. Leitner, eine Koryphäe im Familienrecht, überprüft familienrechtliche Gutachten kostenlos, und hat diesem Gutachten attestiert, dass es nicht einmal den Mindestanforderungen an familienrechtliche Gutachten genügt.


    Mittlerweile hat sich das Kind so katastrophal entwickelt, dass ich den Entzug des Sorgerechtes der Mutter beantragt habe, die das Verhalten des Kindes die ganze Zeit immer wieder auf mich schiebt, was beim Amtsgericht dazu geführt hat, dass mir der Umgang für 3 Jahre entzogen wurde, wogegen ich Widerspruch eingereicht habe. Nach massiven Kämpfen konnte ich dann beim Oberlandesgericht auch erreichen, dass nun ein neues familienrechtliches Gutachten erstellt wird mit einer Person, die entsprechend den Empfehlungen von Professor Dr. Leitner auch die entsprechenden Approbationen und Kompetenzen hat, dies läuft bereits seit einem halben Jahr.


    Das Kind war mittlerweile in einer psychiatrischen Klinik für mehrere Wochen, und die haben nun ganz klar die Diagnose ADHS in Zusammenhang mit sozialen Störungen und Depressionen diagnostiziert sowie Kindswohlgefährdendes Verhalten der Mutter. Die neue Gutachterin hat dies unabhängig davon ebenfalls festgestellt, sodass sich jetzt endlich nach Jahren des Kampfes der Wind dreht.


    Die Feststellung der Klinik beschränkt sich allerdings hinsichtlich des kindswohlgefährdenden Verhaltens der Mutter auf den Fakt, dass diese keine Kontrolle und Aufsicht mehr über das Kind hat. Dazu kommt nun natürlich durch mich forciert der Vorwurf, dass sie seit Jahren dem Kind eine adäquate ärztliche Behandlung vorenthalten hat. Man hätte viel mehr tun und erreichen können, wenn man im Alter von 6 Jahren angesetzt hätte, jetzt wird es nur umso schwieriger.


    Ich werde also nun versuchen der Mutter das Sorgerecht zu entziehen und das Kind in ein Internat zu schicken, das sich auf ADHS spezialisiert hat, das natürlich auf Kosten des Jugendamtes, das hier völlig versagt hat.

    Hat jemand Erfahrungen hinsichtlich ähnlich gelagerter Fälle bei der Frage, inwieweit hier das Sorgerecht entzogen werden kann, wenn jahrelang deutliche Symptome ignoriert wurden und nichts unternommen wurde, um dem Kind adäquat zu helfen?

  • negteit

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Oh mein Gott. Das klingt nach einer langen und schlimmen Geschichte.


    Fühl dich mal ganz lieb gedrückt. :whistling:


    Trotzdem ❤️-willkommen


    Meine Scheidung ist schon ein paar Kahr her, aber diese Kämpfe musste ich nicht durch machen. Mein Ex und ich hatten auch viele Meinungsverschiedenheiten und viel Streit. Aber so wie Du es beschrieben hast, war es bei uns nie.


    Ich weiß deshalb auch nicht, was ich Dir raten könnte. Bei Dir trifft alles zu, was man sich überhaupt nicht wünscht. Schrecklich. :(


    Was ich nur nicht so richtig verstehe, ist, warum die Mutter das Sorgerecht nicht schon längst verloren hat. Eigentlich ist das ein Fall für die Presse.

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.

  • Danke fürs Drücken ;)


    Ja das ist tatsächlich ne Geschichte, die einem die Haare zu Berge stehen lässt, vor allem aufgrund der unglaublichen Inkompetenz sämtlicher Behörden, aber das ist offensichtlich in Bayern speziell in Franken so extrem, in Norddeutschland ticken die Uhren völlig anders, wenn man zum Beispiel einmal das wegweisende Urteil des OLG Brandenburg zum gemeinsamen Sorgerecht betrachtet. (13 UF 50/15)


    Ich hatte einen Blog dazu, der wurde gehackt, muss ich wieder neu aufbauen.


    Zu Deiner Frage, warum der Mutter nicht schon längst das Sorgerecht entzogen wurde.


    In Nürnberg hat man als Vater weiterhin einen schweren Stand, da ist noch familienrechtliches Mittelalter.


    Ich wurde wohl als Querulant betrachtet, weil ich nicht locker ließ. Ist saß sogar 24 Stunden im Gefängnis, weil ich aufgedeckt hatte, dass der erste Gutachter die Aussagen meiner Tochter manipuliert hatte, die diese nie von sich gegeben hatte. Der Gutachter wollte wohl ein Gefälligkeitsgutachten erstellen für das Gericht. Ich konnte ziemlich klar nachweisen, dass die Aussagen nicht von meiner Tochter stammen konnten, statt dem nachzugehen, wurde mir unter Strafandrohung verboten mit meiner Tochter noch einmal über irgendetwas zu sprechen, was ich empört zurückgewiesen habe, da es dafür überhaupt gar keine Rechtsgrundlage gibt.


    Meine Tochter sagte sogar vor Gericht, dass sie von der Mutter gegen mich aufgehetzt wurde, das hat zu keinerlei Reaktion des Gerichtes gegenüber der Mutter geführt, ich jedoch bekam eine Geldstrafe auferlegt, die ich mich weigerte zu bezahlen, alternativ 1 Tag Gefängnis, den ich demonstrativ abgesessen habe. Ich wurde öffentlich verhaftet und ins Gefängnis gefahren, das ganze Programm mit nackt ausziehen, Gefängniskleidung und 24 Stunden über Nacht in einer Untersuchungshaftzelle, die mit Kriminellen verbringen musste.


    Dieses System ist der Horror, man kommt ins Gefängnis wenn man seinem Kind helfen möchte! Aber Nürnberg ist ja auch für den Skandal des Gustl Mollath berühmtberüchtigt.


    Mittlerweile ist die Richterin wegen Befangenheit aus dem Verfahren von mir rausgedrängt worden, der Gutachter ausgeschaltet worden, die Jugendamtsmitarbeiterin mittels Klage vor dem Verwaltungsgericht ausgeschaltet worden, und dank der jetzt endlich vorliegenden Diagnose, wachen nun einige auf und es werde hoffentlich noch einige Köpfe rollen.


    Ich glaube eines der Hauptprobleme ist auch, was hier in dem Forum auch schon geschildert wurde, dass immer noch bis weit in die Justiz psychische Auffälligkeiten nicht für voll genommen werden, die Existenz von ADHS möglicherweise sogar infrage gestellt wird.


    Es steht auch im Raum, ob nicht eventuell doch das ganze eher zu Borderline tendiert, so wie ich es bei der Mutter vermute. ADHS und Borderline können sich sehr stark überlappen. Diese Vermutung wurde von der Gutachterin bestätigt, deren finales Gutachten noch aussteht.


    Ich habe so viel Material über die Jahre hinweg gesammelt, dass dies für ein Buch reichen würde, mal sehen ;-)


    Wenn jemand Kontakt zur Presse hat und jemanden kennt, der sich für die Geschichte interessiert, kann dieser Kontakt gerne hergestellt werden.

  • Ich glaube nicht, dass das System an der Situation Schuld hat. Es sind doch viel eher die einzelnen Beteiligten Personen die einen schlechten Job gemacht haben.


    Wenn Du jetzt nach vorne schaust, wie wird sich das dann weiter entwickeln? Ich meine, wenn das zuständige Personal nicht mehr da ist, dann müsste es doch jetzt in eine ganz andere Richtung laufen.

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.

  • Doch doch, die Schuld des Systems fängt schon da an, dass Familienrecht im Jurastudium überhaupt kein Thema ist. Das heißt da fangen Richter an, die primär mit ihrer persönlichen Meinung agieren, lesen sich ein wenig in das Rechtsgebiet ein, und entscheiden dann mehr nach eigenem Gutdünken als auf der Basis familienrechtlicher Belange. Das ist weit oben auch bekannt, da gab es auch einen interessanten Artikel in der Welt über die Inkompetenz im Familienrecht und der Gespräche auf Regierungsebene darüber. Aber es tut sich eben auch weiterhin nichts in dem Bereich. Die zunehmenden psychologischen Fragestellungen spielen da überhaupt keine Rolle, da fehlt schlicht und einfach die Kenntnis und das Bewusstsein damit umzugehen.


    Ich habe mal einen Richter am OLG Nürnberg mit Urteilen aus anderen Städten konfrontiert, die in eine andere Richtung gingen, da hat er einfach lapidar gesagt, das ist ihm egal, hier gilt das was er sagt. Und genauso läuft es, diese Leute halten sich manchmal für Gottgleich.


    Inwieweit sich nun nach der Diagnose und dem in dieselbe Richtung gehenden neuen familienrechtlichen Gutachten etwas ändert, muss ich abwarten, aber Gerichte tun sich enorm schwer eigene Fehler einzugestehen und eine Richtung zu korrigieren und zu revidieren, da ist zu viel Arroganz und Stolz im Spiel. Es kann und darf ja auch nicht sein, dass hier ein daher gelaufener Hans Wurst das System auf den Kopf stellt und reihenweise sogenannte Fachleute düpiert....

  • Ich weiß nicht was die Presse da tun kann. Die Gerichte sind doch ein ganz eigenes Universum, das keiner so richtig durchblickt.


    Ich glaube da hilft nur kämpfen und warten. Für das Kind kommt nach so vielen Jahren aber jede Hilfe zu spät. Da ist viel kaputt gegangen mit den Jahren. Da bin ich sicher.


    Es tut mir leid. Aber bei sowas kriege ich die Krise. Das sowas hier in Deutschland passieren kann?

  • Das liest sich ja schlimm.


    Die Idee mit der Presse finde ich aber gut. Ich würde die einfach anschreiben und fragen, ob die sowas bringen wollen.


    Ihr seid bestimmt kein Einzelfall. Da kann die Bild gleich mal eine Serie draus machen.

  • Dieses Thema enthält 4 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registrieren Sie sich oder melden Sie sich an um diese lesen zu können.