Krativität geht ins Leere

  • Es ist mal wieder so weit. Ich habe eine Idee für ein Buch. Ich habe noch keins geschreiben, würde es aber gerne mal tun. Aber da kommen so viele negative Faktoren zu, die mich allgemein kennzeichnen:


    Nichts zuende bringen: Ich weiß jetzt schon, dass es nur ein weiteres Projekt in einer langen Reihe nicht abgeschlossener Projekte werden würde.


    Motivationsprobleme: Vermutlich auch der Hauptgrund, warum ich nie ein Projekt beende. Ich kann mich einfach nicht überwinden, die Dinge zu tun, die ich gerne tun würde... klingt komisch - ist aber so.


    Fehlendes Selbstvertrauen: Schaffe ich es, das alles glaubwürdig zu schreiben? Schaffe ich es so zu schreiben, dass eine intensive Atmosphähre aufkommt, aber auch nicht zu viel beschrieben wird? Wie kann ich über Dinge schreiben, von denen keine Ahnung habe?


    Das alles sorgt dafür, dass ich dieses Projekt vermutlich nie anfangen werde. Allgemein fange ich immer weniger Dinge an, weil ich es eh nie zuende bringe.


    Aber ich schreibe das Konzept der Idee trotzdem mal hier hin. keine Ahnung... aber ich glaube ich fühle mich dann einfach besser, wenn ich das überhaupt mal geteilt habe :)


    Das Ganze ist noch bei weitem nicht ausgereift, sondern nur ein Grundgerüst, dem der komplette Mittelteil fehlt.


    Das Buch sollte in 4 große Kapitel unterteilt sein. Die ersten 3 erzählen jeweils die Geschichte der einzelnen Protagonistinnen. Allgemein soll es um 3 weibliche Personen gleichen Alters gehen. Da ich noch keine Namen habe, wird das nun amüsant zu erklären :D


    Gemeinsamkeit der 3 ersten Kapitel: Alle fangen in der Kindheit der Protagonistin an. Es herrscht noch das normale demokratische System. Die Kapitel begleiten die Protagonistin von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter. Während der Zeit wird auch der politische Umbruch stattfinden. Das demokratische System wird nach und nach abgesetzt und eine kriminelle Gang kommt an die Macht – natürlich mit totalitärem Herrscherstil. Inklusive aller individueller Auswirkungen auf die jeweilige Protagonistin.


    Kapitel 1:


    Protagonistin (folgend "die Intelligente" genannt) ist hochbegabt, aber der Rest ihrer Familie ist eher bildlungsfern. Dazu kommt, dass ihre Mutter ein Alkoholproblem hat und dann oft handgreiflich wird. Sie ist immer Außenseiter (zuhause und auch überall anders) und wird depressiv bis hin zu einem Selbstmordversuch. Mobbing in der Schule, das ganze Programm. Sie eignet sich selbstständig viel Wissen an. Dazu verbringt sie viel Zeit in der Bücherei und im Internet. Später bietet ihr der Chemielehrer der Klasse an, dass er sie nach der Schule noch privat unterrichten könnte, als er ihr Potenzial erkennt. Monate lang verbringen die beiden noch Stunden nach dem Unterricht im Chemielabor der Schule. In dieser Phase entwickeln sich ihre Fähigkeiten durch die Führung des Lehrers und der Möglichkeit Experimente durchzuführen drastisch weiter. Irgendwann entwickelt der Lehrer aber Gefühle für sie. Da er dieses nicht zulassen will (wegen Lehrer/Schüler Beziehung, dem Altersunterschied allgemein und auch ihrer Minderjährigkeit), bricht er das ganze Unterfangen ab und wechselt die Schule. Das ist für sie ein herber Rückschlag. Unter anderem wird ihr eine wissenschaftliche Entdeckung von einer Firma gestohlen, wo sie diese Entdeckung vorgestellt hat. Die Eltern tun alles als Blödsinn ab, was sich macht oder tun möchte. Charakterlich ist sie ruhig, zurückhaltend, große Beobachtungsgabe und bringt schnelle Lösungen für vorhandene Probleme. Das ganze Kapitel würde eine recht düstere Atmosphäre, krasse Momente und viele traurige oder wütende Momente bekommen. Da ich selber damals viele Erfahrungen mit Mobbing gemacht habe, könnte ich zumindest in dieser Hinsicht eine glaubhafte Gefühlswelt offenbaren.


    Kapitel 2:


    Protagonistin (folgend "die Selbstbewusste" genannt) ist durchschnittlich intelligent, aber musste von Anfang an alleine Klar kommen. Der Vater ist früh gestorben und die Mutter ist die ganze Zeit am Arbeiten. Sie musste alles alleine organisieren und sich durchs Leben schlagen. Dadurch hat sie eine Persönlichkeit erhalten, dass sie immer stark wirken möchte. Statt Traurigkeit, Verzweiflung oder Schwäche zu zeigen, wird sie eher aufbrausend und ruppig, aber hat ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Sie sagt für gewöhnlich gerade raus, was sie denkt, ist aber auch aufrichtig ehrlich. Relativ früh hat sie angefangen eine Kampfsportart zu machen und ist körperlich topfit. Allgemein ist sie eher der "Macher". Das Kapitel geht eher in die Richtung Action. Mit vielen Actiongeladenen Szenen und Konfliktsituationen, aber auch nachdenkliche Momente, wo der weiche Kern etwas zum Vorscheinen kommt.


    Kapitel 3:


    Protagonistin (folgend "die Erfinderin" genannt) ist in einem wohl behüteten, wohlhabenden Elternhaus aufgewachsen. Sie hat immer viele Ideen und ist sehr kreativ. Das geht dahin, dass sie immer wieder neue Dinge erfindet. Leider geht fast immer etwas schief, weil sie gleichzeitig zerstreut ist und immer irgendwelche Kleinigkeiten im Gesamtkonzept verpeilt. Allgemein ist sie recht zerstreut, vergesslich und liebt Flachwitze. Ihre Eltern unterstützen Sie voll, egal was sie versucht. In der Schule wird sie zwar als Sonderling gesehen und ist in einer Außenseiterrolle, wird aber nicht gemobbt. Irgendwann verschwinden ihre Eltern plötzlich, als rauskommt, dass sie in einer politischen Gegenbewegung sind. Das Kapitel würde allgemein in Richtung Komödie gehen. Auch einige Action (vor allem bei fehlgeschlagenen Experimenten), aber auch einige nachdenkliche Szenen. In diesem Charakter erkenne ich mich selber am meisten wieder. Ich bin zwar oft kreativ aber auch ständig verpeilt und vergesslich. Und ich liebe Flachwitze :)


    Kapitel 4:


    Hier werden die Protagonistinnen zusammengeführt.


    Als erstes treffen sich die Erfinderin und die Intelligente an der Uni. Als Außenseiter werden sie ständig bei Gruppenarbeiten in ein Zweierteam gesteckt, weil sie sonst von keiner Gruppe gewollt werden. Schnell kristallisiert sich heraus, dass die beiden richtig gut zusammen funktionieren. Alle Ideen, die die Erfinderin hat, werden durch die Analyse der Intelligenten verbessert. Fehlerquellen werden eliminiert und alles was die Erfinderin verpeilt, übersieht oder falsch gedacht hat, wird durch die Intelligente korrigiert.


    Irgendwann werden die beiden von "Mobbern" auf dem Heimweg abgefangen und dann kommt die Selbstsichere zur Hilfe. So finden alle 3 zusammen und bilden ab dann das angepeilte Dreierteam. Ich glaube dass sich diese 3 verschiedenen Charaktere wahnsinnig gut ergänzen würden.


    Ein Running Gag werden die blöden Flachwitze der Erfinderin (auch in den unpassendsten Situationen) und wie die Selbstbewusste davon tödlich genervt ist. Allgemein würde es einige komische Momente geben, wo die Selbstbewusste einfach nicht mit den Gedankengängen der anderen beiden mithalten kann.


    Irgendwann lernen sie einen Mann kennen, der der Kopf einer Widerstandsbewegung ist und entschließen sich dann nach einiger Zeit und Recherche dazu etwas zu unternehmen. Nach und nach erarbeiten sie einen Plan und treffen Vorkehrungen, wie man dieses System der ungerechtigkeit besiegen kann. Dazu gibt es mehrere Besprechungen und "Vorbereitungsmissionen". Zwischendurch gibt es auch gesellige Momente, wo die Intelligente auch mal lächelt (was sie sonst nie tut) und die Selbstbewusste auch mal mehr von sich preisgibt. Momente, wo sie sich alle gemeinsam wohlfühlen und das erste Mal im Leben das Gefühl von echter Freundschaft erleben.


    Der Plan und die Vorbereitungen sollen viele kreative Lösungen enthalten, die aus der Zusammenarbeit von der Erfinderin und der Intelligenten entwickelt wurden. Die Selbstbewusste tritt eher bei "Außenrecherche" wie Beschattung oder Informationsbeschaffung in Kraft. Oft kommt es aufgrund ihrer aufbrausenden Art und weil sie kein Blatt vor den Mund nimmt zu kleineren Problemsituationen, aus denen sie sich retten muss. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter dem Ganzen.


    Bei der letzten Vorbereitungsmission geht etwas schief und sie werden entdeckt. Nach einer actionreichen Flucht kommt die Erfinderin ums Leben. Ich weiß noch nicht, ob durch den Schuss eines Feindes stirbt oder ob sie sich opfern soll, damit die anderen beiden entkommen können. Daraufhin nimmt sich die Intelligente am selben Abend das Leben. Die Selbstbewusste rastet vollkommen aus, führt die gemeinsamen Vorbereitungspläne zu Ende und nimmt den finalen Angriff auf die Basis der herrschenden Gang alleine in angriff.


    Erst geht sie nach Plan vor und dringt unbemerkt in die Basis ein. Das geht auch eine Zeit lang gut, aber dann wird sie entdeckt. Ab da beginnt ein actionreiches und blutiges Finale. Sie lässt all ihre Wut und Gefühle an den Gegnern aus. Einige verzwickte Situationen kann sie lösen, indem sie überlegt, was die anderen getan hätten oder weil sie auf Notfallpläne zugreift, die von den dreien im Vorfeld geplant wurden. Das Ganze endet in einem großen Büro, wo sie den Anführer der Gang alleine vorfindet. Sie prügelt ihn übel zusammen und lässt ihn leiden, bevor sie ihn tötet. Dann ruft sie den Anführer der Widerstandsbewegung an (der von allem nichts wusste) und erzählt ihm, dass nun alles vorbei ist und er sich um den Wideraufbau kümmern soll.


    Nachdem das Ziel erreicht ist, zeigt sie das erste Mal ihre echten Gefühle. Noch im Büro des Gangbosses sackt sie zusammen auf ihre Knie und fängt an laut zu heulen. Dabei denkt sie zurück an die ganzen Situationen mit ihren verstorbenen Freundinnen. Sie heult und heult, bis sie sich eine Pistole an den Kopf setzt und abdrückt.


    Als der Anführer des Widerstandes eintrifft, ist sie längst tot. Der Rest des Buches wird aus seiner Sicht erzählt. Wie die Beerdigung abläuft (die 3 bekommen eine Gemeinschaftsgrabstätte und es sind hunderte Menschen zum trauern da) und wie er den Ablauf des Wideraufbaus plant, wie es vorrangeht und was für Hürden es gibt.




  • negteit

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Ein solches Buch habe ich noch nie gelesen. Ich finde die Idee toll.


    Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann setzt Du das nicht um, weil Du es vielleicht nicht zu Ende bringst? Vielleicht solltest Du die ersten drei Kapitel und das letzte gleichzeitig schreiben. Dann ist für dich Abwechslung dabei, und die Inhalte sind in einer gemeinsamen Zeitlinie.


    Das wäre doch überhaupt die Idee: Erst die Zeitlinie aufmalen, damit Du weißt, was wann und wo passiert. Dann verlierst Du den Faden nicht.


    Wenn es fertig ist, dann veröffentliche es bei Amazon ohne Verlag.

  • Danke für deinen Beitrag :)


    Das größte Problem ist, dass ich mir nicht zutraue das Ganze glaubwürdig zu schreiben.


    Wie kann ich von einer Hochbegabten schreiben und ihr Handeln brilliant wirken lassen, wenn ich selbst kein Überflieger bin?


    Ich brauche einige Ideen für Erfindungen der Erfinderin. Wie kann ich mir Erfindungen ausdenken, die logisch erklärbar sind und einen Zweck erfüllen?


    Wie schaffe ich es den Politischen Umbruch zu beschreiben und passende Auswirkungen auf die entsprechenden Personen zu finden?


    Ich glaube einfach, dass diese Idee (so cool sie auch ist) meine Fähigkeiten überstreigt... auch wenn ich es auch so vermutlich nicht zuende bringen würde...

  • Klingt ja nach einem spannenden Projekt. Ich mein, dich treibt ja nichts. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.


    Ich mach das auch so. Wenn ich kein Bock auf Digitalisierung habe, dann mach ich nix. An anderen Tagen mache ich 16h plus X nur Internetseiten bauen, Apps programmieren, Server einrichten und betreuen, ....


    Also, packs an, und schau mal, wo die Reise hingeht. 👍

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    Vielen Dank.

    :-)

  • Ich kann deine Haltung sehr gut nachvollziehen.


    Wenn ich an meine Seminararbeit in der Oberstufe zurückdenke, habe ich mich sehr früh und intensiv mit meiner Stoffsammlung und der Gliederung der Arbeit auseinandergesetzt.

    Irgendwann hört man jedoch auf, weil einem auffällt, dass man bereits "zu viel" gemacht hat und allen anderen um Welten voraus ist und sich eigentlich auf etwas anderes konzentrieren müsste.

    Man fängt dann langsam an, die Arbeit zu schieben, wenn man einmal aus der Thematik draußen ist und schon sind es nur noch 52 Stunden bsi zur Abgabe und außer hunderte Seiten Material rund um Raumfahrt, interstellare Reisen, Physik auf Hochschulniveau und einer Word-Datei bestehend aus 17 Kapitelüberschriften hat man nichts.

    Das was man bis zur Abgabe in letzter Minute suammenbastelt enthält kleine, ärgerliche Schreibfehler, der last-minute-Druck ist verschmiert und in der Bewertung landet man zwar in einem relativ guten Bereich, jedoch weiß man, dass es unter den besten sein hätte können, hätte man es nicht bis zum ultimum hinausgezögert.

    Bildlich gesprochen:

    Unter Druck entstehen Diamanten.

    - zu viel Druck verursacht sprünge,

    - ohne Druck bleibt das anfangs mit viel Enthusiasmus vorbereitete wohl leider nur eine große Menge Rohöl.


    Finde einen Weg dir selbst Druck zu machen. Poste beispielsweise deinen Fortschritt in ein Forum, sodass du uns quasi einen Fortschritt "schuldest".

  • Was würdest Du denn raten, wie man bei solchen Aufgaben am besten vorgeht?


    Auf der einen Seite keinen Druck machen, auf der anderen Seite wird erst am Vorabend des Abgabetermins gearbeitet. Das kann doch gut gehen.


    Ich sehe das meinem Sohn. Sowas geht nie gut. Immer auf den letzten Drücker. Immer dieses endlose Aufschieben.

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.