Erstes Mal Ferien ohne Medikinet Retard und mehr Eigenverantwortung

  • Hallo,


    die Grundschule ist geschafft. Gott sei Dank! Und ab Montag sind Ferien in Bayern. Endlich!!!


    Der Kinderarzt hat uns den Vorschlag gemacht, die Medikation in den Ferien zu unterbrechen, um zu sehen, was sich in den letzten 3,5 Jahren getan hat. Es wäre bei meinem Sohn die erste wirklich große Unterbrechung von Medikinet Retard.

    Auf was achte ich, wenn ich ihm kein Medikinet mehr gebe?



    Als Zweites: Ich würde ihm gern das Gefühl vermitteln, das er jetzt nicht mehr der kleine Grundschüler ist, dem man noch alles hinterhergetragen hat. Die Mama geht ab der 5. Klasse auch nicht mehr in die Schule, um ihren kleinen Sohn vor bösen Lehrerinnen zu retten.


    Ich möchte das er lernt, das er sich selbst durchsetzen und durchbeißen muss, wenn es schwierig wird. Er soll mehr Verantwortung für sich übernehmen. Wie schafft er das? Oder wie kann ich ihn dazu bringen, ohne ihn sofort zu überfordern?


    :?:

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.

  • Ja ich stimme Eliza zu, eins nach dem anderen... das Optimieren erst, wenn wieder Medis genommen werden.


    Mein Sohn ist jetzt auch seit einer Woche ohne Medis, er ist sehr happy darüber, aber vor allem sein jüngerer Bruder hat viel darunter zu leiden.


    Mir fällt auf, dass der Große ohne Medis offenbar so viel Verwirrung im Kopf hat, daß er nichts Kontruktives mehr mit sich anzufangen weiß. Er ist sehr fixiert auf Konsumieren... Handy, Fernsehen, mehr fällt ihm nicht ein.


    Außerdem verfolgt er jetzt seinen Bruder und schaut, was der macht und stört ihn dann dabei oder nervt durch Über-die-Schulter-schauen... dann gibt es Konflikte.


    Natürlich ist die Unaufmerksamkeit und Impulsivität beim Radfahren ziemlich gefährlich... beim Rollerfahren auf einer Skaterbahn ist er gestern aus ziemlicher Höhe auf den Kopf gestürzt, weil er einem anderen Jungen hinterher gefahren ist und dann nicht geübt genug war für den Trick, den der andere machte, den er selber aber gar nicht beherrscht. Super... ich bin heilfroh, dass der Helm alles gut angefangen hat...

  • Für einen Vergleich zwischen Schulzeit mit Medis und Ferien ohne Medis könnte sich die Führung eines Tagabuchs lohnen. Was lief gut? Was läuft nicht so gut?


    Es muss kein Roman sein. Stichpunktartig reicht vielleicht schon.

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    Vielen Dank.

    :-)

  • Puh, ob das eine gute Idee ist, die Medis wegzulassen? Immerhin ist er doch an die Medikation gewöhnt. Fällt die jetzt so Holter die Polster weg, könnte er von den Eindrücken erschlagen werden.


    Die Filterung von Reizen wird jetzt ausgeschaltet. Ob das wirklich gut ist? Ich würde das nicht machen.


    Ich sehe das so, das eine Dauermedikation bei ADHS erforderlich ist. Sowas zu unterbrechen macht wenig Sinn. Einem Brillenträger nehme ich die Brille in den Ferien auch nicht weg, nur um zu überprüfen, ob er jetzt besser sehen kann.


    Wie soll das nach den Ferien dann laufen? Dann doch wieder ADHS Medis? Und dann wieder eine gefilterte Wahrnehmung? Einfach weil man es so bestimmen kann?


    Naja, viel Spaß.

  • In unserem Fall war es erst so, dass die Medikation ohne Auslassversuch laufen sollte, weil klar war, dass es nötig ist.


    Jetzt müssen wir eine Pause machen, weil mein Sohn nicht zunimmt und nicht wächst.


    Das Schöne ist, dass er selber auch gerne ohne Medikament ist. Wir treffen kaum andere Leute und unternehmen nicht so viel, sodass es eigentlich ganz gut klappt. Nur geht er halt seinem Bruder und uns Eltern ganz schön auf die Nerven. Das ist der einizige Haken. Jedenfalls haben wir unter diesen Bedingungen keine Sorge, das es für ihn selber schlecht wäre...

  • Hallo,


    Danke für Eure Antworten :thumbup:


    Inzwischen kann ich leider sagen, das ich den Versuch zum Wochenende aufgeben werde. Es kostet mich selbst unglaublich viel Kraft, ihn jeden Tag zu beschäftigen und zu bändigen. Ich komme mir vor, wie eine Dompteurin eines verspielten aber gefährlichen Tieres.


    Ich sage ihm einmal etwas, ich sage es ein zweites Mal, ein drittes Mal und es kommt überhaupt nicht an. Es ist so, als bekommt er nichts mit. Ich habe es auch versucht, ihn direkt anzusprechen. Er konnte es auch wiederholen was ich sage. Und dann steht er im Zimmer wo er hin soll, aber er weiß nicht mehr, was er dort wollte. Irgendwann gibt er auf, und geht Spielen.


    Heute morgen habe ich ihn zum Semmeln holen geschickt. Den Zettel mit der Liste hat er auf dem Weg zum Bäcker verloren, und hat nur das gekauft, was ihm schmeckt. Dann kam er nach Hause. Ich bin dann selbst nochmal los. Es blieb nichts anderes übrig.


    Gestern ist ihm plötzlich eingefallen, das er unbedingt in die Badewanne muss. Allein das ist für meinen Spatz untypisch. Aber wenn er sich schon Gedanken um Körperhygiene macht, dann halte ich ihn sicherlich nicht auf. Nach einer Stunde Badewannenspaß hat er nicht gemerkt, dass das Wasser inzwischen eiskalt ist. Also erstmal das Kind rausgeholt, abgetrocknet, Schlaffe angezogen und in 5 Decken gehüllt. Ich glaube er hat das Bemuttern genossen. ;)


    Ich zähle jetzt nicht alles auf, was mir aufgefallen ist. Ich denke jedenfalls, das sich das Thema Auslassversuch und mehr Selbstständigkeit erledigt hat. Bis auf weiteres kann ich das vergessen.


    Egal. Bekommt er wieder Medis. So schlimm ist das auch wieder nicht.

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.

  • In unserem Fall war es erst so, dass die Medikation ohne Auslassversuch laufen sollte, weil klar war, dass es nötig ist.


    Jetzt müssen wir eine Pause machen, weil mein Sohn nicht zunimmt und nicht wächst.


    Das Schöne ist, dass er selber auch gerne ohne Medikament ist. Wir treffen kaum andere Leute und unternehmen nicht so viel, sodass es eigentlich ganz gut klappt. Nur geht er halt seinem Bruder und uns Eltern ganz schön auf die Nerven. Das ist der einizige Haken. Jedenfalls haben wir unter diesen Bedingungen keine Sorge, das es für ihn selber schlecht wäre...

    Ich beneide dich da nicht. Im Gegenteil. Ich bin so froh, das wir dieses Problem hier nicht haben.


    Wir haben dafür andere Schwierigkeiten. Aber Hej, lieber kaufe ich eine Windelpackung mehr, aber ich muss mir dafür um die Essgewohnheiten keine Gedanken machen.

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