Lehrer und Medikinet retard

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  • Hallo,


    unser Sohn (8J) ist sehr impulsiv und hat große Schwierigkeiten die Signale anderer Personen wahrzunehmen oder darauf zu reagieren. Seit 1,5 Jahren nimmt er Medikinet Retard und seit dem ist vieles besser. Aber selbstverständlich hat er gute und schlecht Tage. Wobei eigentlich sind es immer Phasen: Es kann viele Wochen super funktionieren und dann kommt wieder ein Einbruch und es geht einige Wochen wieder sehr schlecht.


    Die Lehrer betrachten das Medikament offensichtlich als Allheilmittel. Als es im Januar schwierig war fragten Sie an, ob wir die Dosis erhöhen könnten oder ob wir das Medikament eher geben könnten. Er bekommt es ca. 7:00 Uhr nach dem Frühstück und um 8:00 Uhr geht die Schule los. Wir haben erläutert, dass früher geben nicht möglich ist - er brauch wenigstens diese reichhaltige Mahlzeit zum Start in den Tag. Tagsüber isst er ja leider kaum etwas. Nach Absprache mit seiner Psychiaterin haben wir auch die Dosis nicht geändert. Und es der Schule kommuniziert.


    Zwischenzeitlich lief es wieder gut, aber jetzt kurz vor den Ferien ist es wieder sehr schwierig für ihn. Letzten Freitag war er wohl sehr respektlos gegenüber der Klassenleiterin. So weit so unschön. Wir haben mit ihm drüber geredet. Er weiß dass er was falsch gemacht hat, aber er wusste nicht mehr, was ihn so wütend gemacht hat.


    Gestern früh erzählt er mir so neben bei, er soll die Tablette früher nehmen. Ich: "Wer sagt das?" Er: "Meine Lehrerin!" X(


    Da frag ich mich doch was das soll? Wir reden mit den Lehrern und erklären, denken alles ist klar? Und dann sowas. Ich hab ihm jetzt erklärt, dass er die Tablette genau zur richtigen Zeit nimmt und das alles mit seiner Psychiaterin entsprechend abgesprochen ist. Aber ich weiß nicht, ob ich das einfach so stehen lassen soll.


    Was würdet ihr machen? Bzw. wie kann ich den Lehrern klar machen, dass das Medikament ihm hilft, aber seine sozial-emotionalen Schwierigkeiten nicht beseitigt?


    Gruß Mirei

  • Hallo Mirei


    Ich kann das, was Du geschrieben hast, nur bestätigen. Zuerst ist es für die Lehrer eine Droge, die man dem ADHS-Kind nicht geben darf. Und dann, wenn sie merken das ihr Vorurteil völlig daneben war, dann ist Medikinet die Wunderpille. Ab diesem Zeitpunkt sind Lehrer nicht nur die besseren Erzieher, sondern auch die besseren Ärzte. <X


    Die Mitarbeit der Schule wünscht sich wohl jede Mutter. Aber bitte nur im Rahmen der Schule.


    Wir haben uns bewusst für Medikinet Retard entschieden. Das hat den Vorteil, das er keine Medis mit in die Schule nehmen muss.


    Medikinet ist aber keine Wunderpille. Er muss trotzdem erzogen werden, lernen, sich in eine Gruppe einzufügen, er muss seinen Pflichten nachkommen, etc.


    Er muss in der Schule genau so behandelt werden, wie alle anderen Kinder auch.


    Die Aufgaben der Lehrer übernehmen nicht die Eltern.


    Liebe Grüße

    Schnuppe

  • Hallo,


    ich glaube nicht das man da viel machen kann. Lehrer haben ihre Meinung. Und die ist für sie das Maß aller Dinge.


    Meine Überlegung ist gerade diese: Medikinet wirkt doch erst eine Stunde nach der Einnahme. Ich sehe da gar kein Sinn drin, die früher zu geben.


    Oder andersrum: Hast Du denn Probleme festgestellt?


    lg

    Flocki

  • Hi,

    Danke für Eure Antworten! Nein, wir selbst haben nicht das Gefühl, dass das Medikament nicht wirkt. Aber Ihr habt vermutlich recht, dass die Lehrer einfach etwas anderes erwarten! Ich sehe auch keinen Sinn darin, die Tablette eher zu geben.


    Ich werde es einfach belassen wie es ist und nichts weiter unternehmen. Ich finde es nur traurig, dass die Lehrer quasi hintenrum (über meinen Sohn) versuchen Absprachen zu ändern. Darüber hab ich mich ziemlich geärgert. Das Aufschreiben hat hier schon mal geholfen.


    Danke für "Zuhören",

    Mirei

  • Hi Stefan,


    wir haben damals auf Empfehlung der Psychiaterin mit Medikinet Retard begonnen. Der Vorteil ist, dass wir es früh zu Hause geben können und die Lehrer nicht zur Medikamtengabe verpflichten muss. Außerdem wird der Wirkstoff verteilt über einen längeren Zeitraum abgegeben. Auf diese Weise ist die gesamte Unterrichtszeit und ein Teil des Hortes (z.B. für Hausaufgaben) abgedeckt. Vorm Schlafengehen sind die Wirkstoffe aber wieder komplett raus.


    Insgesamt sind wir zufrieden mit der Wirkung und Dosierung. Einziger Nachteil: Sohnemann hat unter Medikamenteneinwirkung keinen Appetit / Hunger. Er merkt nicht, ob er Hunger hat und dass er etwas essen sollte. Häufig bringt er die Frühstücksdose fast vollständig wieder mit. Meist hat er nur ein wenig Gemüse, ein Stück Wurst / Käse gegessen. In letzter Zeit isst er die Sachen aber häufig im Hort, falls spielen nicht gerade wichtiger ist. :-)


    Gruß Sandra

  • Hallo Mirei,


    da bin ich mal auf unsere Medi gespannt. Unser Zwerg (manchmal Rumpelstilzchen) hat eigentlich schon jetzt (ohne, Anamnese läuft noch) nie Zeit zum Essen.

    Die Brotbüchse leert er erst (selten ganz, manchmal gar nicht), wenn ich ihn von der Schule hole.


    Ich wünschte es ginge mir auch so ;) üHu bei 183


    VG

    Stefan

  • zu "Hunger" Bei mir beginnt die Medi erst im August. Mal sehen, ob die "Nebenwirkungen" des MPH eine positive Auswirkung haben, so dass ich dann ein 183 uHu bin ;)


    Übrigens habe ich das Frühstück schon durch eine Apfel ersetzt, der mit viel Kaffee und Wasser bis 12:30 Mittagessen reichen muß. (leider gibt's im Büro ein Süßigkeitengals)

  • Hallo!


    Appetitlosigkeit kenne ich eigentlich nicht von meinem Sohn. Wobei ich da sehr locker bin.


    Normalerweise schneide ich Obst und Gemüse vor. Und das steht dann in der Küche neben dem Herd. Der Teller ist am späteren Nachmittag leer. Ich esse davon nur wenig. Und mein Sohn und ich wohnen zu zweit in der Wohnung … ;-)


    Essen oder trinken ist bei uns wirklich kein Problem. Und ich bin da auch froh drum :-)


    Abends hängen wir beide zusammen vor der Glotze. Und dann gibt es was, was wir beide mögen. Manchmal gibt es dann 5x Pizza am Abend. Ich weiß. Soll man nicht. Aber was solls. :-)


    LG

    Flocki

  • Abends vor der Glotze + Essen ...

    Ja da sind eher wir Alten anfällig. Wir fressen uns da viel Frust weg, nur der Zwerg muss Steine in die Taschen stecken, wenn der Wind weht. Er ist mit fast 1,30 erst bei 25kg. Großer Kopf auf schmalem Körper. Bei mir eher umgedreht. Vor noch weniger Hunger bei der Medi habe ich etwas Angst.


    Der Zwerg hüpft meist viel zu lange im Garten rum und es wird dann spät, bis wir mit der Kuschelrunde beginnen können. Das größte für ihn ist, auf Mama rum zu lümmeln oder zwischen uns beiden zu klemmen ^^


    Aber Pizza... oh mir tropft schon wieder der Zahn^^


    VG

    Stefan

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