René stellt sich vor

  • Hallo ich bin René.


    Bei mir wurde mit 8-9 Jahren ADS diagnostiziert, wobei ich durch stark abfallende Leistungen in der Grundschule aufgefallen war.

    Ich war recht introvertiert und eher der ruhige Typ, hatte aber viel Spass am rumtoben.

    Es war wohl ein gewisser Spießroutenlauf für meine Eltern (v.a. meinen Vater) bis klar war an was es liegt und der Hausarzt überzeugt war.

    Ab da begann eine Medikation mit Ritalin und Concerta und begleitende Ergotherapie bis ich ca. 15 wurde.

    Ich ging dann zunächst in der 5ten und 6ten auf eine Realschule, die Medis schlugen aber gut an und ich wechselte zur 7ten aufs Gymnasium.



    So richtig auseinander gesetzt habe ich mich mit dem Thema ADS nie bewusst:

    Meine Noten in der Schule waren insgesamt gut/ok bzw. im MINT Bereich sehr gut, da mir die Schule auch einfach Spass gemacht hat, ich fand es toll die ganzen vers. Fächer zu haben.

    (Es kommt einfach auf die Lehrperson an, natürlich hatte ich auch ein paar langweilige oder unengagierte.)

    Was ich aber an vielen anderen festgestellt hatte, war einfach das Fehlen einer Erklärung warum wir das ganze eingentlich lernen, aber mir hat das zum Glück keinen Abbruch getan.


    In der Ergotherapie gings auch weniger das Thema Umgang ADS, sondern eher Lernunterstützung für Deutsch, Sportliche Spiele, Denkspiele, Modellbau aus Holz (Umgang mit entsprechenden Werkzeugen und Säge).

    Das war eigentlich ziemlich cool.


    Hilfreich war für mich der feste Tagesablauf (morgens Schule, nach Hause laufen/raddeln, Hausaufgaben machen) und viele sportliche Aktivitäten über die Woche verteilt und natürlich die Unterstützung durch meine Eltern.


    [...]


    Mit 18/19 kam die Umstellung auf Medikinet Adult (retardiert) und Menthylphenidat (unretardiert).

    Damit kam ich bisher recht gut klar.

    In dieser Zeit habe ich auch meine jetzige Frau kennengelernt. :)


    Seitdem habe ich mittlerweile studiert und bin am promovieren (hauptsächlich Schreibtischarbeit).


    [...]

    In den letzten Jahren habe ich vermehrt mit Verdauungsproblemene zu kämpfen und habe es bisher nur in die Ecke familiäre Vorbelastung geschoben. [...]

    Da mein Studium zeitlich sehr anspruchsvoll und ich zusätzlich ehrenamtlich sehr engagiert war, habe ich das Thema aber leider oft schleifen lassen/hingenommen.


    Letzten September ging ein größeres Ehrenamtsprojekt zu Ende, sodass ich seit dem eigentlich nur noch meine Promotion als Pflichtbeschäftigung habe.

    Seitdem beschäftige ich mich auch mehr mit mir selbst bzw. versuche es. Stelle aber auch immer wieder fest wie gerne ich (auch eher mal) anderen helfe (das bekannte Helfersyndrom?^^).


    In den letzten Monaten haben die Verdauungsbeschwerden wieder zugenommen, weshalb ich das nun angehe abklären zulassen.


    Habe mir nun auch endlich mal ein Herz genommen mich in einem Forum anzumelden, um Erfahrungen austauschen zu können.


    Übrigens wollte ich bald auch eine Neurofeedback Behandlung testen, um wenn möglich mittelfristige meine Medikation zu reduzieren oder ganz darauf verzichten zu können.



    Soviel fürs erste zu mir.


    Liebe Grüße:)

    René

  • negteit

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Guten Morgen :-)


    Erstmal herzlich Willkommen.


    Das mit dem Verdauungstrakt finde ich schon wieder interessant. Ich schleppe das auch mit mir herum. Auch schon seit Kindheitstagen. Ich will das aber nicht verallgemeinern. Das kann bei mir auch daran liegen, das ich viel zu wenig trinke, oder das falsche, und das was ich esse, ist jetzt auch nicht Grünfutter. Bin eher ein Fleischfresser. Und Fleisch hat offenbar keine Ballaststoffe. Von Verstopfung bis Darmverschluss habe ich schon alles durch. Selbstverständlich alles ohne Lerneffekt. :huh:


    Ich persönlich finde es auch nicht schlimm, wenn der Arzt nur noch für das Rezept zuständig ist. Das ist bei mir nicht anders. Es ist eben so, wie es eben ist. Klar, man kann sich jetzt daran aufhängen, und klugscheißern das man nebenher etwas machen muss, aber ich machs nicht. Es hat mir bisher nicht geschadet. Mal abgesehen davon, das ich nach München rein müsste.


    Rezept geht auch per Post. Und da ist auch richtig so. Um die Pflichtbesuche komme ich allerdings nicht herum. Pflichtbesuch heißt: Einmal im Quartal selbst hinfahren und 15 Minuten blablablubber machen. Wobei ich zugeben muss, das wir uns da auch gegenseitig austauschen. Es ist quasi nicht völlig umsonst.


    :thumbup:

  • Herzlich willkommen auch von mir Rene


    Ich finde es immer sehr bemerkenswert, wenn jemand den Mut hat, und einmal ganz weit zurückblickt, und sich daran erinnert, wie damals alles war.


    Das können nicht so viele, weil es alte Wunden wieder aufreißt, von denen man gehofft hat, sie wären längst geheilt und vergessen.


    Schön das Du hergefunden hast.


    :-)

  • Ständige Therapien hatte ich auch als Kind. Ich hab dem aber ein Ende bereitet. Es wurde nie etwas besser. Und dann ist das Zeitverschwendung. In der Therapie kriegt man vor allem eins gezeigt: nämlich wie schlecht man selbst ist, im Vergleich zu anderen. Und dann ist da einer oder eine, die meint einem zeigen zu müssen, wie man besser sein kann, wenn man nur will, und sich genug anstrengt.


    Alles Quatsch.

  • Bei ADHS bedarf es eh eines anderen Ansatzes und eines Therapeuten der wirklich Ahnung von ADHS hat, damit genau diese Gefühle nicht entstehen.


    Ich finde das nämlich schon schräg man bekommt ADHS diagnostiziert, benimmt sich brav nach seiner Symptomatik und am besten ist dann der Therapeut noch von den Symptomen genervt und sagt man soll es bitte anders machen ^^


    Nein Spass beiseit. Es macht ja schon Sinn an den Dingen zu arbeiten wo man sich und anderen das Leben mit erleichtern könnte. Es ist halt die Frage wie es einem vermittelt wird und was man vielleicht auch akzeptieren sollte.


    Ich finde ein Coach, der einen da abholt wo ma steht und begleitet ist viel hilfreicher.