Zapping in jeder Lebenslage

  • Es ist nun 3 Uhr und ich kann nicht schlafen. Vor dem TV habe ich -wie schon seit Jahrzehnten- ständig von einem Kanal zum Nächsten gewechselt. Immer wenn es langweilig wurde oder zu spannend wurde.

    So schaue ich oft einen Film, eine Talkrunde und eine Doku zur gleichen Zeit und finde kein Ende.


    Im WWW finde ich ebenfalls oft kein Ende und muss mich zwingen nicht von einem Link zum nächsten zu hangeln.


    Wer kennt das von sich?

  • Och ja also mein Mann und ich sind eigentlich den ganzen Tag latent am surfen... aber zu irgendeinem Thema oder so... von daher finde ich es jetzt nicht furchtbar sinnlos... aber ich finde es auch irgendwie lästig... und dazu jetzt die Recherchen im grenzenlosen Anderswelt Forum... ich bin mental echt fix und alle...und wünschte ich wüsste, ob mir ein MPH aus dem Ausgebrannt sein helfen könnte...

  • "... ob mir ein MPH aus dem Ausgebrannt sein helfen könnte..." der Frage hänge ich auch nach. Bisher ist es schief gegangen und ich hoffe auf Strattera, wenn der Doc endlich den Startschuß gibt.

    "...das Ausgebrannt sein..." habe ich übrigens bei körperlichen Tätigkeiten weniger. Nur Konzentration im Büro wirft mich um.


    Vlt. kann mir ja auch MPH + irgend ein weiteres Medikament helfen, so dass ich einen "Konzentrationshelfer" bekomme, mehr Energie habe und emotional nicht mehr so weit durch sacke.

    Ich würde halt gern mehr im realen Leben sein, statt mir mein ohnehin mir unnützem Zeug gekleisterten Hirn noch mehr ein zu trichtern.

  • Ja das stimmt, draußen sein mit Bewegung tut immer gut... aber es muss etwas sein, das meine Aufmerksamkeit komplett fordert, damit ich das Grübeln lasse...


    Ich weiß auch nicht, vielleicht schadet auch das Grübeln einfach zu sehr...

  • Hallo,


    es geht eigentlich um Erwachsene, aber vielleicht kann ich helfen.


    Wenn mein Sohn nicht schlafen kann, dann bewegt ihn meistens etwas. Die innere Unruhe kommt bei ihm ganz oft von Gedanken, die ihn nicht loslassen. Er grübelt dann stundenlang und kann nicht schlafen.


    Deshalb hat er schon eine lange Zeit neben seinem Bett ein DIN A5 Heft und einen Bleistift auf dem Nachtkästchen liegen. Und jetzt schreibt er den Gedanken der ihn quält auf. Wenn er dann geschlafen hat, dann finden wir zusammen Antworten. Denn Abends und Nachts kann er an einer Situation nichts ändern. Das muss warten, bis man Lösungen gefunden hat.


    Dabei kommen dann immer wieder Details über sein Wohlbefinden ans Tageslicht. Manchmal kommen auch völlig absurde Sachen in das Heft, da wäre ich nie drauf gekommen, das ihn das beschäftigt. Aber das Wichtigste dabei ist, das er die Nacht dafür nutzen kann, wofür sie da ist: Zum Schlafen.


    Ich glaube auch, das die abendliche Unruhe daher kommt, das am Tag so viel Ablenkung da ist, das er sich um andere Sachen keinen Kopf machen kann. Die gehen einfach unter.


    Vielleicht hilft Dir diese Strategie auch?

  • Oh ja das ist mal eine gute Idee...


    Vielleicht werde ich das irgendwann bei meinen Jungs mal einsetzen. Allerdings schlafen die zu zweit im Zimmer. Wenn dann wundert anfängt zu schreiben mit Licht an... aber da wird nen Ausweg geben.


    Ich selber grübelte eigentlich nicht in diesem Sinne, es ist nachdenken über irgendwelche Termine mit meinem Sohn die Sorge, ob ich die Kraft habe, alles unter einen Hut zu bringen und irgendwelche Fragen, die in der Praxis so auftreten werden.


    Das ist jetzt nicht ganz so einfach auszuschalten... ich hoffe ja sehr, dass uns die Autismus Diagnose helfen wird. Aber das wird nochmal ein Kraftakt für mich.


    Aber so ein Kind bleibt immer rätselhaft und unberechenbar... ich habe auch oft eine latente Angst vor rätselhaften Zuständen, in denen mein Sohn nicht ansprechbar ist.

  • Den Zettel auf dem Nachtschrank habe ich 2014 von einer Psychologin "verordnet" bekommen. Leider hilft er nur selten, da mein Hirn sich nur schwer besch... - lenken lässt.


    Das sowohl Max als auch ich gegen Abend eine lange "Ausklingzeit" brauchen, habe ich schon bemerkt. Einen Zeitraum ohne ext. Einflüsse, in der die Festplatte langsam runter drehen kann.


    Das "Zapping" ist da eigentlich kontraproduktiv, da immer wieder neue Reize einströmen aber ich komme aus dem Strudel nicht raus.

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