Hallo und Moin aus dem hohen Norden

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  • Ich bin Cornelia aus Schleswig-Holstein. Wir haben zwei Kinder, eine Tochter (17 J.) und einen Sohn (20J.). Durch unseren Sohn haben wir uns seit seiner Kindheit schon viel mit dem Thema Adhs beschäftigt. In der Grundschule schrieb er praktisch nichts. Die Hausaufgaben zogen sich ergebnislos über den ganzen Nachmittag. Er wollte sie erledigen, erzählte mir sämtliche Lösungen, war aber nicht in der Lage, sie zu Papier zu bringen. Als die Probleme immer massiver wurden, hat uns die Kinderärztin in die Kinder- und Jugendpsychiatrie überwiesen. Dort wurde er ausgiebig untersucht und getestet, nahm an Aufmerksamkeitstraining und Hausaufgabenhilfe teil, außerdem wurde Medikinet eingesetzt. Damit fiel ihm der Unterricht leichter, er hat die mittlere Reife gemacht und dann eine Ausbildung zum Vermessungstechniker. Die Prüfung hat er im zweiten Anlauf knapp bestanden. Insgesamt blieb aber sein Verhalten chaotisch, unorganisiert und sehr antriebslos; er macht auch offensichtliche Dinge nicht von selbst und schiebt alles so lange wie irgend möglich auf. Außerdem ist er unserer Meinung nach insgesamt sehr unreif, seine Vorstellungen und Ideen wirken oft wie die eines Zwölfjährigen, ebenso seine Reaktionen.

    Wegen des schlechten Abschlusses, aber auch wegen seiner unreifen Persönlichkeit und Arbeitsweise wurde er nicht übernommen und hat auch ein ziemlich schlechtes Ausbildungszeugnis erhalten. (Neben der Aufzählung der Ausbildungsinhalte enthält es nur die Aussage, dass sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen einwandfrei gewesen sei.)

    Da die Bundeswehr, bei der er gerne anfangen möchte, ihn nur zum Einstellungstest zuläßt, wenn er mindestens sechs Monate kein Medikinet genommen hat, hat er es jetzt abgesetzt, was die Situation nicht wirklich verbessert.

    Ich hatte schon eine Zeit lang auf diesen Seiten 'rumgelesen' und mich jetzt mal angemeldet. Schon das Gefühl, nicht der/die Einzige mit solchen Problemen zu sein hilft mir.

    Sorry, ich habe mich zwar bemüht, es kurz zu halten, das ist mir aber nicht wirklich gelungen ;). Liegt wohl daran, dass das Ganze sehr vielschichtig ist.

  • negteit

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Na, dann nochmal ein herzliches Willkommen von mir. :-)


    Wenn man das Posting so liest, und sich mit ADHS beschäftigt, dann liest man mehr als Du geschrieben hast. Ihr habt schon sehr viel mitgemacht, möchte ich behaupten.

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    Vielen Dank.

    :-)

  • Herzlich willkommen auch von mir!


    Das klingt wirklich sehr anstrengend und aufreibend, was Ihr erlebt habt und erlebt!


    Bei ADHS sind 3-5 Jahre Entwicklungsverzögerung nicht ungewöhnlich...


    Und manchmal können da ja auch noch Elemente aus dem Grenzbereich zum autistischen Spektrum hinzukommen, die einem ganz schöne Rätsel aufgeben.


    Mein Sohn ist auch sehr unreif und hat zu seiner ADHS Diagnose auch noch die Diagnose ASS bekommen.


    Er hat Schwierigkeiten, sich selber zu organisieren und von selber bestimmte Dinge zur richtigen Zeit zu tun, manche Situationen angemessen einzuschätzen besonders bezgl. des zeitlichen Aspektes, er hat gar kein Zeitgefühl oder kapiert in bestimmten Momenten irgendwie nicht, dass es wichtig ist, sich jetzt beeilen zu müssen.


    Psychiater und Psychologin waren gar nicht überzeugt, dass man in diese Diagnostik geht, aber die Schulassistenz hatte die Fachfrau für Autismus vom mobilen pädagogischen Dienst bemüht. Die sagte, dass er bei seinen Auffälligkeiten unbedingt die Diagnose für die weiterführende Schule bräuchte, um die Assistenz auch weiterhin behalten zu können. Je älter er wird, desto auffälliger wird er...


    Damit will ich nur sagen, es kann neben dem ADHS noch andere, weitreichendere Themen geben, die selbst Fachleute, die die Person kennen, es nicht sehen...

  • Hallo und herzlich willkommen :-)


    Ihr macht einem hier nicht gerade Mut. Jedenfalls mir nicht. Wenn man bei einem 20jährigen eine Entwicklungsverzögerung von 8 Jahren sehen kann, dann ist der frühestens mit 30 wirklich im Erwachsenenalter angekommen. Es sei denn, der macht irgendwann einen richtigen Entwicklungssprung.


    Ich tue mir schon schwer damit, das mein Sohn mit seinen fast 10 Jahren immer wieder ein Verhalten zeigt, als wäre er ein Kindergartenkind.

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.

  • Ja einerseits ist es doof mit der Verzögerung, aber ich wollte damit eigentlich eher sagen, dass sich manches eben doch noch geben kann.


    Und obendrein, ich war in einem Vortrag über Lernen und Hirnentwicklung. Da hieß es, die Persönlichkeitsentwicklung sei mit 18 oder 20 Jahren bei "normalen" Menschen bei weitem noch nicht abgeschlossen. Im Normalfall sei die Persönlichkeit mitte Zwanzig erst gefestigt und gefunden... und was bedeutet das für unsere ADHS Kids...? Ihr könnt es selber ausrechnen... kann gut sein, dass sie erst mit 30 soweit sind... und das kann auch vielfach die Probleme mit der Wahl von Ausbildung und Beruf erklären...

  • Ihr macht einem hier nicht gerade Mut. Jedenfalls mir nicht. Wenn man bei einem 20jährigen eine Entwicklungsverzögerung von 8 Jahren sehen kann, dann ist der frühestens mit 30 wirklich im Erwachsenenalter angekommen.

    Hallo Flocki,


    es ist zum Glück bei uns auch nicht so, dass er immer so unreif reagiert. Aber es ist eben auch keine Seltenheit. Und was ich noch schwieriger finde, ist die Unreife in manchen Einstellungen, zum Beispiel hinsichtlich der Berufswahl. Wenn unser Sohn zum Beispiel trotz endloser Diskussionen am liebsten Wachmann oder Panzerfahrer werden will, anstatt sich in seinem Lehrberuf (Vermessungstechniker) etwas zu suchen oder -wenn er da keine Lust zu hat- eine neue Lehre zu machen. Jetzt macht er ein Praktikum bei einem Landwirt, da hat er auch die Vorstellung, dass er (fast) nur auf dem Traktor sitzt, auch wenn er sagt, dass er weiß, dass das nicht so ist. Aber die Erfahrung muss er selbst machen, finde ich. Immerhin macht er etwas.:)

  • Hallo Flocki,


    es ist zum Glück bei uns auch nicht so, dass er immer so unreif reagiert. Aber es ist eben auch keine Seltenheit. Und was ich noch schwieriger finde, ist die Unreife in manchen Einstellungen, zum Beispiel hinsichtlich der Berufswahl. Wenn unser Sohn zum Beispiel trotz endloser Diskussionen am liebsten Wachmann oder Panzerfahrer werden will, anstatt sich in seinem Lehrberuf (Vermessungstechniker) etwas zu suchen oder -wenn er da keine Lust zu hat- eine neue Lehre zu machen. Jetzt macht er ein Praktikum bei einem Landwirt, da hat er auch die Vorstellung, dass er (fast) nur auf dem Traktor sitzt, auch wenn er sagt, dass er weiß, dass das nicht so ist. Aber die Erfahrung muss er selbst machen, finde ich. Immerhin macht er etwas.:)

    Es ist nichts falsch daran, sich etwas anderes anzuschauen, wenn einem der eigentlich gerade gelernte Beruf doch nicht so gut gefällt. Ich habe das damals auch gemacht.


    Wie Du schon sagtest: Hauptsache er macht etwas. Das ist schon mal viel Wert.


    Wie lange geht das Praktikum?

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    Vielen Dank.

    :-)

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