Auslassversuche im Erwachsenenalter

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Ich denke, es kommt auf den spezifischen Fall an... und die Geschichte dazu, die jeweilige Situation rundum...

    Interessanter Blickwinkel. Danke. :thumbup:



    Finde ich gut weil ich ggf. ja feststellen kann ob ich mit weniger klarkomme.

    Finde ich gut , weil ich dann wieder genauer einschätzen kann wo es mir hilft.

    Und in welchen Abständen würdest Du sowas machen?

  • Und in welchen Abständen würdest Du sowas machen

    Ich für mich selbst mache das manchmal aus dem Bauch heraus. Aber eher dann wenn ich paar Tage frei habe und mich besser selbst beobachten kann.


    Aber bei mehreren Tagen sind schon meist ein paar Monate dazwischen , manchmal auch am Wochenende wo ich denke ich brauch nichts.


    Die Quintessenz ist dann letztendlich bisher, dass es nicht ganz ohne geht

  • Kommt zB auf die Verfassung und den Stresslevel an.


    Ich habe das mal bei schlechter Verfassung und Stress gemacht, als ich merkte, dass mir MPH nicht bekommt bzw ich fiese NW ab einer gewissen Dosis bekam, die eigentlich das Optimum gewesen wäre.


    Das ging dann sehr nach hinten los. Da hatte ich noch nicht sehr lange mit der Medikation angefangen und dachte, naja, hörst du einfach erstmal auf... da hätte ich besser Rücksprache gehalten und mir schnell was anderes verschreiben lassen sollen.

  • Ich hätte gerne "finde ich nicht gut" und "unter bestimmten Umständen" gleichzeitig angeklickt.


    Es gibt ja einige Berichte, dass AD(H)S-Medis oft nur ein paar Jahre genommen und dann abgesetzt werden, um später wieder aufgenommen zu werden.


    Meine Hypothese dazu:


    Bei AD(H)S sind neurotrophe Faktoren verringert. Das sind Stoffe, die die Neuroplastizität anregen. Dopamin ist so ein neurotropher Faktor.

    Geringere Neuroplastizität = geringeres Lernen. Dabei geht es nicht nur um Vokabeln, sondern vor allem um eine verringerte Anpassungsfähigkeit an Umweltanforderungen. Also eine verringerte Deaktivierung dysfunktionaler Automatisierungen und eine verringerte Ersetzung derselben durch funktionale Automatisierungen, wie sie durch Synapsenverbindungen abgebildet werden.


    AD(H)S-Medikamente erhöhen die neurotrophen Faktoren. Dopamin sowieso, aber auch andere.

    Dadurch setzt die Lernfähigkeit ein, die alten dysfunktionalen Automatismen können durch passende ersetzt werden.

    Dauert ein, zwei Jahre.

    Wird danach irgendwann ein Auslassversuch gemacht, merkt man zunächst (in Bezug auf die Lernfähigkeit) nicht viel.

    So schnell ändern sich die Umweltanforderungen ja nicht. Das dauert ein paar oder gar etliche Monate, bis die Anpassung an neue Umweltanforderungen zu dysfunktionalen Verhaltensweisen führt. Wenn das dann eintritt, bringt man das nicht mit den abgesetzten Medis in Verbindung - denn das ist ja schon ein Weilchen her...


    Bin gespannt, ob das jemand so nachvollziehen kann.

    Quellenangaben zu den neurophysiologischen Korrelaten von Lernproblemen kann ich gerne liefern...


    Viele Grüße


    UlBre

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