Wann ist zu viel therapiert worden?

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  • Hallo,


    ich muss mich jetzt auch mal hier ausheulen.


    Eigentlich sind wir ja eher locker drauf, wenn es um ADHS geht. Aber diese ständige Suche nach Arzt, nach Therapeuten, nach freien Plätzen für weist der Geier. Kinderarzt, Psychologe, Urologe, SozPäds, Kur, Schularzt, diverse Therapeuten, und und und


    Manchmal frage ich mich schon, was wir unseren Kindern alles antun, um sie "normal" zu machen.


    Letzte Woche waren die beiden Großen bei der Kieferorthopädin. Es gab nichts zu beanstanden, aber schon wieder ein Termin mehr.


    Wir haben jetzt alles erstmal gestoppt. Das ist ja sonst Wahnsinn. Die kriegen ihre Tabletten, weil es ohne ja so oder so nicht geht, und damit hat sich das jetzt erstmal. Es gibt doch eh keine Therapie, die diesen Nervenstoff ausgleichen kann. Also wozu den Stress?


    Frohe Weihnachten euch allen

  • Manchmal frage ich mich schon, was wir unseren Kindern alles antun, um sie "normal" zu machen.


    Ja Moni, da bin ich absolut bei dir... mir geht es auch so... ich habe zB die Autismus Testung aus Zeitgründen lange aufgeschoben... die Psychotherapie ruht auch aktuell... man kann das gar nicht alles schaffen, zumal mein Sohn ja so unter Erschöpfung durch Reizüberflutung leidet...

  • Manchmal frage ich mich schon, was wir unseren Kindern alles antun, um sie "normal" zu machen.

    Und machen wir nicht alles, machen wir uns ewig Vorwürfe. Wir werden uns ein Leben lang fragen, ob wir vielleicht nicht doch viel falsch gemacht haben. Oder ob wir einfach etwas nicht oder zu wenig probiert haben. Oder haben wir etwas übersehen? Etwas das ganz wichtig gewesen wäre?


    Und darum machen wir das alles.

    Beurteile ein Kind nicht mit Vorurteilen.

  • Normal machen ? Klingt irgendwie seltsam.

    Wie wäre es stattdessen mit : das Besondere zum Blühen bringen ?


    Mal ne Frage: was machst Du denn alles beim Arzt mit Deinen Kids ?


    Was tatsächlich helfen kann:
    Neurofeedback

    Ausdauersport, 4-5 mal / Woche

    Dinge finden, die sie wirklich lieben, weil sie dann merken, dass sie was richtig gut können, was ihnen unendlich viel bringen wird. (Was man nicht liebt kann man nicht richtig gut machen.)


    Was haben sie denn für konkrete Symptome / Probleme, wo sie sich dran stoßen ?

  • Das sind schöne Worte. :thumbup::thumbup::thumbup:

    Ja definitiv!!!


    ... aber dennoch muss man die Kinder ja so durch die Schule schleusen, dass sie auch fürs Leben die wichtigsten Grundtechniken lernen können, und wenn da Hindernisse sind, versuchen, sie aus dem Weg zu räumen.


    Stimmt die Schulbildung nicht, und ich meine damit gar nicht mehr als einen Haupt- oder Realschulabschluss, sondern einfach überhaupt *irgendeinen* Abschluss, dann ist doch mit einem do schlimm ausgeprägten ADHS das Leben schon früh ziemlich besiegelt!


    Wir, die wir hier in dem Thread schreiben, hatten ja noch eine reizärmere Kindheit und Jugend und sind ganz gut im Beruf angekommen. Die Problematik hat mich eigentlich erst später ereilt... da haben wir hier ja noch ziemlich milde Verhältnisse...


    Die Kids, die schon im Vorschul- und Grundschulalter so stark auffallen, denen muss auch ganz anders geholfen werden. Weil die Lehrer durch Integration und Inklusion gleichzeitig total überfordert sind, kann man von der Seite nicht viel Geduld erwarten... und Therapie kann die Schule nicht leisten...

  • Dieses Posting drucke ich jetzt aus, und schicke es an die Schule. Ganz genau so sehe ich das nämlich auch. Jemand der studiert hat, muss das doch begreifen können.

  • "Normal" sind wir sowieso nicht und das ist gut so!


    Das Problem, warum wir für uns oder die Kinder die Mediziner aufsuchen, ist das Leid das wir und unsere Kinder im Umfeld erfahren weil wir so anders sind. Wenn wir das Umfeld nicht ändern können, müssen wir uns eben soweit anpassen, dass wir nicht mehr leiden müssen.


    Wenn wir also darauf schauen, dass nur das Leid gelindert wird und Nachteile ausgeglichen werden, können wir eigentlich nicht "zu viel therapieren".


    Die Disposition zum "anders sein" haben wir unser Leben lang. Wenn Abschnitte wie die Schule eine "externe Unterstützung" nötig machen, ist das eben so.

    Wenn wir dadurch aber unsere Gaben besser erkenne und einzusetzen lernen, werden wir den passenden Beruf wählen, ins passende Wohnumfeld ziehen, uns mit den passenden Menschen umgeben....


    Wenn Du also von Uniformität sprichst, dann können wir das auf lange Sicht vergessen. Das funktioniert nur über absehbare Zeiträume.


    Wie bei mir wurde irgendwann aus "Beruf die Berufung" (ich habe zuvor oft Gewechselt) und nun bin ich "angekommen" und kann meine ADHS-typischen Gaben für innovative Entwicklung, Problemlösung und permanente Verbesserung nutzen.

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