Alt aber ADHS - Diagnose mit 49!

  • Hallo zusammen,

    möchte mich hier kurz vorstellen. :)

    Ich heiße Michael, bin Vater von 2 großen Jungs (16 + 18), wohnte bis letztes Jahr in Frankfurt a.M. und habe nach der Trennung von meiner Frau eine Phase von Depressionen durchlebt. Dabei wurde auch meine Konzentrationsfähigkeit immer schlechter, so dass ich mich in die Hände eines Neurologen begab.

    Dieser stellte auf Anhieb einen Verdacht auf ADHS fest und der DIVA-Test bestätigte dies auch.

    Medis will ich eigentlich keine nehmen, wenn es nicht absolut geboten ist.

    Daher interessiere ich mich eher für Neurofeedback und verschiedene Verhaltenstherapien...


    Da ich in einem Büro arbeite und zu 90% Schreibarbeiten mache, die wahrlich sehr schwer fallen, hoffe ich jetzt auf 50% Home Office, wo ich einfach mal ausstechen kann, um mich abzulenken und auszupowern und um meine Konzentrationsfähigkeit wieder herzustellen.

    Mit einem Tag hat das letztes Jahr schon recht gut funktioniert.

    Der Betrieb wehrt sich mit Händen und Füßen gegen 50% Home Office, obwohl die Betriebsvereinbarung da eine gewisse Flexibilität von beiden Seiten zulässt.

    Zusatzproblem: meine neue Frau, gerade frisch verheiratet! :-) wohnt in Hannover, so dass ich 350km Anfahrtsweg habe, was natürlich sehr anstrengend ist und mir gar nicht gut tut. Unter der Woche kann ich zwar bei meinen Eltern schlafen, aber der dauerhafte Lärm in Ffm. ist echt übel und ich bin in der Zeit von meiner Frau getrennt, was mir natürlich auch nicht gut tut.

    Jetzt wollen wir einen Bauernhof im Vogelsberg kaufen, aber wenn ich 5 Tage die Woche weg bin, geht das auch nicht, weil ich meine Frau da nicht alleine lassen kann. 2-3 Tage jeweils eine Stunde auf die Arbeit und zurück wäre ja noch erträglich, aber weniger geht einfach nicht.

    Funktioniert das nicht, würde meine Frau in Hannover bleiben und ich hätte weiterhin ein richtig dickes Problem.

    Außerdem ist diese Diagnose auch für sie sehr nervenaufreibend und auch ein Grund für meine Scheidung gewesen.

    So, damit und darum kämpfe ich gerade. <X<X<X<X


    Gruß Michael

  • Erst mal Willkommen in der Runde!


    Wenn Du Dich kreuz und quer gelesen hast und auch ein paar persönliche Nachrichten mit Leuten ausgetauscht hast, die ähnlich wie Du ticken, wird sich wohl eine Lösung finden.


    Bzgl. Ffm kann ich bestätigen, dass die Stadt ADHS-lern nicht gut tut. Ich habe einige Zeit in der Gutleut gearbeitet und war jedes WE zur Heimfahrt total durch. (Trotz Oropax zur Nacht)

    Nach fast 10 Jahren Pendelei von meinem Zuhause / meiner Frau an div. Arbeitsorte habe ich mir einen Job im Tagespendelbereich gesucht, der in meinem Fachgebiet lag und zu allem Überfluss auch noch deutlich besser bezahlt wird.


    Rückblickend verstehe ich nicht, warum ich so lange daran festgehalten habe. Wird wohl was mit dem "Zirkuspferd-Gen" bei ADHS zu tun haben. Aber jetzt genieße ich die Regelmäßigkeit der Abläufe im trauten Heim.


    Wir hast Du die Söhne groß bekommen, ohne die Nerven zu verlieren? Welcher der beiden hat Dein AD(H)S geerbt?

    Übrigens nehme ich meine Medikamente primär wegen meines Sohnes. Nur so kann ich ihm eine gute Stütze sein, um mit seinem ADS klar zu kommen. Wenn Du also ohne Medikamente niemandem "schadest" sollte es auch ohne gehen. Mir hat nach Burnout und ADS-Diagnose die Achtsamkeit sehr geholfen. PMR konnte ich vergessen aber die richtige Stimme in einer geführten Entspannungsübung ist viel wert. Dann kannst Du lernen am Tag mal eine halbe Sunde runter zu kommen. Das hilft beim "Nullen" der Emotionen aber bringt auch neue Energie für die nicht immer geliebten Pflichten.


    VG

    Stefan