Keine Änderungs-Motivation

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Hallo zusammen.


    Zwei ADS-Ambulanzen (Mannheim u. Karlsbad) haben bei meinem Mann ADS diagnostiziert, Karlsbad lehnte andere mögliche Ursachen für ein Aufmerksamkeitsproblem (ohne Abklärung) ab. Eine psychosom. Klinik meint, nur Depression kein ADS. Eine andere meint, nur Ängstlich vermeidende Persönlichkeit, kein ADS und keine Depression. Ein Therapeut kam nun mit autistischen Zügen als Thema.


    Momentan ist der Stand jener, das man ihm nicht helfen KANN, weil (laut Aussage des letzen Therapeuten) sein Leidensdruck wohl für ihn nicht groß genug wäre, um genügend Eigenmotivation für Veränderungen aufzubringen.


    Kann fehlende Eigenmotivation mit ADS zu tun haben?


    LG Cube.

  • negteit

    Hat das Thema freigeschaltet
  • In der Elektrotechnik gibt es den Spruch "Wer viel misst, misst Mist." Wenn man an der gleichen Steckdose 10 Mal die Spannung gemessen hat, hat man 10 verschiedene Werte. Trotzdem ist die Spannung ok.


    Wenn man also zu 10 Ärzten geht, hat man möglicherweise auch 10 verschiedene Meinungen. Heute bin ich gut drauf, morgen weniger gut. Der eine Arzt hat von ADHS nur gehört, der nächste leugnet die Existenz und ein andere will Medikamente gegen Depression verkaufen.


    Und wenn jetzt auch noch der eigene Leidensdruck nicht hoch genug ist, um als Anstoß für Veränderungen auszureichen, dann wird das nix. Jemand der keine Notwendigkeit für Veränderungen sieht, verändert auch nichts.


    Frage: Warum geht er zu X Ärzten, wenn der Leidensdruck nicht hoch genug ist? Wenn man das - als Mann(!!!) - mitmacht, dann scheint es da ja doch irgendwo zu klemmen. Und dem Mann ist das auch klar.


    Drehen wir die Frage mal um: Was möchtest Du, das sich ändert? :-)

  • ... ist es nicht so, dass bei 59 % Fälle in der Psychiatrie ADHS zugrunde liegen?


    Also nach viel Leserei zum Thema in verschiedenen Foren habe ich zunehmend den Eindruck gewonnen, dass ganz viele Psychiater noch nicht kapiert haben, wie sich unerkanntes und unbehandeltes ADHS in andere Störungen entwickelt, bestimmte Komorbiditäten dazu kommen.


    Depression, Angst, Bipolar, Borderline,... wogegen wurden Forenmitgklieder nicht schon behandelt, bloß wurde es nicht besser, bis die Betroffenen Kinder hatten mit ähnlichen Schulproblemen, sie googelten, stellten fest, dass sie sich mal auf adhs testen lassen und voila, das Leben wird besser...


    Es ist geradezu unglaublich, wie viele Ärzte und sogar Psychiater das nicht kapieren (wollen).

  • Warum geht er zu X Ärzten, wenn der Leidensdruck nicht hoch genug ist?

    Leider, weil man keinen Arzt findet, der ein Wundermittel verschreibt, das einem die Probleme löst, ohne das man selbst etwas dafür machen muss.


    Daher auch die vielen Medikamente die bisher durchprobiert wurden. Und daher vermutlich auch der Eindruck, das keines der Medikamente gewirkt hätte; Weil keines der Medikamente die Fähigkeit haben wird, völlig ohne Zutun des Patienten die Probleme zu beheben.


    Aktuell ist der neuste Versuch, (wo MPH und u.a. Strattera nicht genug waren) das man hofft, eine regelmäßige Tesosteron-Injektion die Lösung für alles wäre.


    dass sie sich mal auf adhs testen lassen und voila, das Leben wird besser...

    Zwei ADS-Diagnosen hat er ja auch.


    Das wurde bisher leider, außer mit ausschließlich zig verschiedenen Medikamenten, nicht behandelt. Weder in den 2 psychosom. Kliniken, noch in mehrfacher ambulanter Therapie.

  • Und dann kommt dazu, dass selbst erfahrene ADHS Ärzte zu hoch bei der Rinstiegsdosis anfangen, zu schnell und in zu großen Schritten steigern lassen... da verpasst man vielleicht die richtige Dosis.


    Hat er sowohl Medikinet als auch Ritalin versucht? Ließ dazu mal im Blog von Stefan nach!!


    Außerdem wird seit Mai das teure Elvanse von den Kassen übernommen. Wenn er das noch nicht hatte - unbedingt versuchen! Das ist eigentlich jetzt 1. Wahl für Erwachsene!

  • Ich bin aufgrund der o.g. Beschreibung der Meinung, dass er sehr wohl ein typischer ADS-ler ist. Die Depression ist m.E. komorbid und leider sehr oft diagnostiziert, ohne nach der Ursache zu suchen.


    Ich denke, ER sollte gezielt den Dialog mit andern Betroffenen suchen. Mögl. einer großen Gruppe verschiedener Ausprägungen.


    Verlässt man sich auf die Meinung der Ärzte und das selbst angelesene, kann man sich m.E. fehlorientieren.



    Meine Erfahrung ist, dass in den SHG viele Leute ihre Probleme und Lösungen darlegen und man erst im Gespräch (also nicht virtuell) erkennt, wie ähnlich sich die Muster sind und vor allem...

    Was andere erfolgreich dagegen getan haben.


    Wirkliche Hilfen habe ich von den Ärzten bisher nicht wirklich bekommen. Wenn dann nur auf meine konkrete Nachfrage / Vorschlag.

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