Medienzeit

  • Hallo zusammen,


    nach einem schönen Urlaub im Allgäu und in Österreich melde ich auch mal wieder!


    Der Artikel mit der XBox hat mich auf ein Thema gestoßen, dass bei uns häufig Diskussionspunkt ist: Zeit mit elektronischen Medien (Fernsehen, Tablet, PC). Unsere Sohn hat morgens einen Punkteplan für die Routineaufgaben (Anziehen, Katzen füttern, Frühstücken, Zähneputzen). Mit diesem Punkteplan läuft der Morgen viel entspannter ab und wir kommen auch pünktlich aus dem Haus. Als Anreiz haben wir die Medienzeit für den Nachmittag angesetzt: 5-6 Punkte 30 Minuten und bei vollen 7 (von 7) Punkten 40 Minuten.


    Im XBox-Artikel wird jetzt empfohlen, die Medienzeit nicht zu begrenzen?! Aktuell haben wir keine Konsole und wir haben festgestellt, dass ihm zuviel Medienzeit oder zu spät am Abend auch nicht wirklich gut tut - es kommt dann meist zu Streit beim Abendessen. Wie sind Eure Erfahrungen? Wie handhabt Ihr die Medienzeit Eurer Kinder?


    Gruß Mirei

  • Hi,

    mein Sohn ist mitlerweile 29 Jahre und das war zu seiner Teenagerzeit immer ein Problem. Wir haben uns immer so auf eine Stunde geeinigt, wenn das nicht geklappt hat, habe ich den Stecker gezogen. Abends sollte es vermieden werden, wegen dem Einschlafen. Da er auch immer ein schlechter Lerner war, empfahl uns die Ärztin dass nach 17.00 Uhr es keine Medien mehr gibt. Denn wenn er vorher gelernt hat und anschließend fernsehen schaut oder auf dem Handy oder Computer daddelt, gehen ca 70% des erlernten wieder verloren. Das ist ihm komischerweise eingeleuchtet, denn da hat er ja die meiste Zeit umsonst gelernt. Er wurde dann zeitweilig und notgedrungen zur Leseratte - was ja nicht schlecht ist.


    Aber es gab schon sehr viele Diskussionen darüber und Uneinsicht seinerseits. Man braucht schon ein dickes Fell.


    Gruß Andi

  • Hi Mirei,


    wie gesagt, bei meinem Sohn ist das ca. 13 Jahre zurück, da gab es sowas noch nicht. Mit den Medien ist es aber allgemein so, das es eigentlich egal ist ob Lernprogramm, Facebook oder sonstiges. Es geht ja um die Reizüberflutung. Und da macht es keinen Unterschied ob Fernsehen, Handy oderPC. Die Reize müssen vom Gehirn verarbeitet werden - also ich würde es dazu zählen.


    Am besten war bei uns immer rausgehen und austoben. Wir hatten einen Hund, viele Fahrzeuge (Trecker usw.). Das ist gute Medizin. Vor den Medien sitzen ist ja fast wie Schule:) Ausser es sind Dinge die einen fesseln, da steigt die Konzentration ja sowieso automatisch und die beißen sich regelrecht fest.


    Meinem Sohn ging es mit striktem Tagesplan gut, also immer das gleiche zur gleichen Zeit hat am besten funktioniert (auch wenn er das anders gesehen hat). Wenn er am Wochenende dann später aufgestanden ist, hatten wir schon den Salat. Weil das nicht paßte.


    Und ich habe meine Ansagen im Lauf der Zeit kurz und knapp gehalten. Denn lange Vorträge und Erklärungen - da hat man leider meistens verloren, die kommen nicht komplett an.


    Wie alt ist denn dein Sohn?


    Gruß

  • bei Max (7) sind wir weit weg von der XBox. Er daddelt sehr sporadisch und höchstens selten mal auf Mamas Mobi ist aber sonst komplett analog unterwegs.

    Viel draußen, Lego, Autos... Von uns hat er sich den Hang zu Dokus abgeschaut und dass ist dann Sonntag 19:30 oder bei schlechtem Wetter der Familientreff.


    Meine persönliche Meinung ist, wir Menschen sind evolutionär bedingt "Lauftiere". Mit jedem Ding was uns in Bewegung hemmt werden wir "kränker".


    Die Spiele wie Vii oder eben die Bewegungsspiele auf der XBox halte ich für Kinder geeignet. Auch lernunterstützende Spiele, wo sie mall still sitzen müssen.


    Aber sonst sollte und der/alle Computer Diener sein, aber nicht wir an den Computer gefesselt sein.


    VG

    Stefan

  • Hi Stefan,


    das ist genau meine Version, nur in der "Neuzeit". Ein Hauptproblem ist die Reizüberflutung. In meiner Kindheit (ich war nicht sehr hyperaktiv aber hatte schon immer Bewegungsdrang) gab es einen Fernseher mit drei Programmen, da hatte mein Vater ein Argusauge drauf, keinen PC, kein Telefon, kein Handy. Man hat sich immer draußen getroffen bei Wind und Wetter und wir haben uns richtig ausgetobt. Daher konnte man sicherlich viele Probleme die heute auftauchen, gut kompensieren.


    Daher immer die Meinung ADHS sei eine "Modekrankheit". Aber unsere Lebensbedingungen haben sich komplett verändert, das Schulsystem und die Arbeitswelt. Diese Entwicklung ist teilweise notwendig, teilweise überflüssig und für uns ADHS'ler teils völlig ungeeignet. Mit dem Erwartungsdruck kommen nicht Betroffene schon nicht zurecht - und wir manchmal erst recht nicht.


    Und wer aus der Reihe tanzt ist sowieso abgeschrieben. Es fehlt an Auflärung und Feingefühl. Mich bringt das regelmäßig auf die Palme wenn Unwissende doofe Kommentare abgeben. Einem Diabetiker nimmt man doch auch nicht sein Insulin und dem Herzkandidaten seinen Blutverdünner.


    Jetzt will ich mich mal nicht mehr weiter reinsteigern:)


    Servus

  • Apropos..

    Ich habe früher mal Facebook und so was gemacht. Das ist für uns AD(H)S ler das totale Gift. Wir saugen uns mit unserer Neugier und Ablenkungssucht (Fluch und Gabe zugleich) sowas von fest an den sinnlosen Informationen, dass bald alles ringsum liegen bleibt.


    Ich habe mich fast völlig aus den Soz. Netzwerken zurück gezogen.

    Whatsapp habe ich mir individuell installiert (Quasi im Käfig)

    und alle übrigen Netzwerke berichten in ein Postfach, dass ich bewusst nur alle paar Tage öffne.


    So kann ich der eigenen Ablenkungssucht zumindest hier mal ein Schnippchen schlagen.

    VG

    Stefan

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