Raupi Sohn 11 ADHS

  • Hallo,


    ich komme aus dem Anderswelt Forum und linke mich hier auch mal ein.


    Mein Sohn ist elf Jahre alt und nimmt seit sechs Wochen Equasym Retard.


    Er kann mit und ohne Medikamentenwirkung Sachen, die er vorher nie geschafft hätte. Insbesondere Papierkram... . Aber er hat auch immer wieder emotionale Krisen, fast täglich.


    Ob man nochmal was anderes ausprobieren sollte... im Moment sieht es sein Arzt nicht so, da die gewünschten Effekte ja gut sind.


    Ich freue mich auf den Austausch hier!

  • Hallo Raupi,


    Max ist 7 und ein echtes Rumpelstilzchen. Von Mama kuscheln bis Arschloch und dann wieder zurück dauert es nur wenige Sekunden. Das Zeugnis der Schule ist seltsam. Ein Junge den ich von den Hausaufgaben ganz anders kenne.

    Wir sind noch in der Anamnese und am 17.08. ist Termin.


    Er ist eine 100% Kopie von mir und ich habe meine Diagnose am 04.06. bekommen.

    Ich werde berichten.


    Ich..

    - bin ebenfalls aus der Anderswelt hier gelandet und beginne selbst gerade mit 5mg Medikinet.

    Das "Anderes probieren" wurde mir aber auch schon empfohlen. Ich teste in meinem Chat und beschreibe meine Erlebnisse.



    VG

    Stefan

  • Hallo und herzlich Willkommen!


    Zitat

    Er kann mit und ohne Medikamentenwirkung Sachen, die er vorher nie geschafft hätte.

    Da muss ich jetzt doch nachhaken: Er kann mit und ohne Medikamente …? D.h. Equasym wirkt nicht? Oder doch?


    Es gibt Menschen, die reagieren auf den Trägerstoff (Maisstärke, Weizenstärke) anders. Sprich: Nur weil in drei Medikamenten Methylphenidat enthalten ist, ist es noch lange nicht das gleiche. Ein anderes Medikament könnte also besser sein.


    lg

    Flocki

  • Seit er Equasym nimmt, hat er viel mehr Ausdauer bei Schulkram und eine bessere Handschrift.


    Und das auch, wenn er noch gar keine Tablette genommen hat oder wenn die Tablette schon nicht mehr wirkt.


    Ich werde jetzt den Arzt wegen der Krisen mal nach Alternativen fragen. Ich hatte den Eindruck, dass der Arzt der Ansicht ist, dass gewisse Krisen der "Preis" sind, denn man eben zahlt, solange keine anderen NW auftauchen. Vielleicht dachte er auch, dass es noch weggeht. Aber ich werde jetzt mal sagen, dass es doch die Familie zu sehr belastet so.

  • Hallo zusammen, ich bin neu hier und habe einen Sohn 11, seit der 3 Klasse gibt es im sozialen Bereich immer wieder Schwierigkeiten, sowohl mit den Lehrern als auch Mitschülern. Meistens durch emotionale Ausbrüche und das er sich ungerecht behandelt fühlte. Er war/ist bestimmt nicht immer schuld, aber es war oft so, dass er sein Fehlverhalten überhaupt nicht eingesehen hat und oft der Auslöser war. Selbst wenn sich die Geschichte hinterher als ganz anders darstellte, war er nicht einsichtig. Seine Mitarbeit in der Schule gering, Frustrationsgrenze schwierig. Hinzu kommt das er keinerlei Respekt vor Lehrpersonen hat.Die Noten sind gut (noch). In der 4 Klasse begann die Testung auf ADHS/ Konzentrationsschwäche. Parallel dazu haben wir Ergo und Attentioner-Training gemacht.Es ergab sich ein leichtes ADHS. Jetzt hat er das erste Jahr auf der Gesamtschule hinter sich, leider ist in den letzten 3 Monaten die Situation in der Schule eskaliert, er hat die Mitarbeit verweigert, nicht in allen Fächern, aber speziell bei einem Lehrer den er nicht mag und umgekehrt auch......er spielt den Klassenclown, stört den Unterricht. Es gab Ermahnungen und zum Ende einen schriftlichen Verweis mit Ausschluss vom Klassenausflug. Bei dem Gespräch waren auch Lehrer dabei die ihm wohlwollend gegenüberstehen, aber auch hier glaubte er sich mit seiner Art im Recht. Wurde pampig und aggressiv.

    Nachdem nun seine emotionalen Ausbrüche (Auslöser sind Kleinigkeiten!!!) auch zuhause immer schlimmer werden und für mich zur Belastungsprobe (es gab 2 Wochen vor den Ferien nicht einen Tag, wo nichts war) und wir mit diversen Ärzten gesprochen haben, wird er ab September Ritalin nehmen. Fakt ist, wenn er sich weitere Ausrutscher erlaubt, darf er nicht mit zur Klassenfahrt (Anfang September) und irgendwann nicht mehr zur Schule....Er wird jetzt schon isoliert, weil die Eltern den Kontakt (was ich z.T. auch verstehen kann nicht wollen) Ich habe also nichts mehr zu verlieren.Zusätzlich werden wir ein Sozialkompetenztraining machen, der Zeitraum ist auch ca. 1 Jahr. Ich habe versucht es kurz zufassen.....ich könnte noch soviel schreiben, wenn jemand ähnliche Probleme Erfahrung hat, dann würde ich mich über einen Austausch freuen.

  • Hallo Tita,


    willkommen in der Runde.


    Das klingt sehr gruselig. Mein Junior ist 7 und opponiert nun seit seinem 7. Geburtstag zunehmend. In der Schule ist zwar gut aber wenn ich ihn beim Abholen auf dem Schulhof noch eine Weile beobachte, sehe ich ihn sehr oft abseits stehen, wenn es um große Gruppen geht. Nur mit 1 bis 2 Kindern kann er gut. (unabhängig wer das ist)


    Die Lehrerin versteht gut ihn einzubinden, drum das gute Zeugnis der 1.Klasse. Vor der 5. (Wechsel vom Dorf in die Stadt) habe ich diesbezüglich etwas Angst. Da könnte er kippen, wenn wir bis dahin keine Lösung gefunden haben.


    Wir sind noch in der Anamnese und werden wohl mit Psychotherapie beginnen.

    Ich selbst bin -wie so oft- auch betroffen und habe schon die Nebenwirkungen von MPH kennen gelernt. Dem Junior würde ich also die Medikation nur auferlegen, wenn die Emotionalität weiter zu nimmt.


    Also ließ mal rum und stell gern ein paar schon gemachte Erfahrungen hier ein. Denn wir alle lernen auch durch Euch. (Dich + Sohn)


    VG

    Stefan

  • Aber da ist doch schon alles zu spät. Ich verstehe nicht, warum Ritalin & Co immer als "das aller letzte Mittel" sein müssen. Denn auch dafür ist es irgendwann zu spät.


    Bei Schulverweigerung, Depression bei Kindern und so weiter ist jeder Zug irgendwann mal abgefahren.


    Mit der Tablette ist es da noch längst nicht getan. Nicht mehr.


    lg

    Flocki

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