Wie verhalte ich mich als Patentante?

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • hallo zusammen,


    ich liebe mein 6jähriger patenbube herzlich und würde alles für ihn tun. das gleich vorab ;)


    wenn ich ihn zuhause bei seinen eltern und 2 jüngeren brüdern (1 und 4 j.) besuchen gehe oder er mit mindestens einem bruder zusammen zu mir zu besuch kommt, wird er meist übermütig. wenn ich dann miterlebe, wie er trotzt, schreit, vor frust weint oder sogar handgreiflich gegen seine mutter oder mich wird, wenn ich mich "dummerweise" einmische, weil ich teils grosse frustration und "was soll ich bloss noch machen?!!" oder schlimmer "könnte ihn durchschütteln!" aus den augen meiner schwester ablese, dann weiss ich einfach nicht, wie ich mich verhalten soll. in diesen momenten will ich nur noch beiden helfen.


    klar, ich könnte dies bei einem gespräch mit meiner schwester aufs tapet bringen, doch ich kann mich einfach noch nicht dazu durchringen... deshalb auch dieser post hier.


    konkrete vorschläge von betroffenen - wie man sich als patentante verhalten sollte - sind willkommen und würden mir sehr weiterhelfen :)


    kira

  • Vielleicht gibst du seinen Eltern mal den Link zum Forum hier und sie schauen mal, ob sie den Knirps hier wiedererkennen.

  • Sehe ich ähnlich wie MA.

    Textentwurf: "Wusst ihr schon, dass es ADHS auch als ADS gibt? Diese Variante haben Eckehardt von Hirschhausen, Bill Clinton, Will Smith und so weiter..."


    Dann mal den Faden aufnehmen und die prominenten mit AD(H)S mit dem Mobilfon durch-googlen.

    "Schau mal, der hat das auch!" und den nächsten berümten Namen sagen...


    So verlieren sie die Angst vor dem Stigma und können sich bewusst damit auseinander setzen.


    Begreifen sie erst, dass viel Hochbegabte dieses "Künstler-Gen" haben wird es vlt. Sympatien geben und damit den Willen zur Diagnose.


    Hier ein paar Anstöße:

    https://www.adhspedia.de/wiki/…C3%B6nlichkeiten_mit_ADHS


    Spätestens wenn du den Eltern Albert Einstein vor liest, wenn Du "zufällig" die o.g. Site gefunden hast, dürften sie neugierig werden.


    Viel Erfolg!

  • Hat der Junge denn eine ADHS Diagnose? Wenn er sie hat, ist es vielleicht nicht so sinnvoll sich da einzumischen.


    Ich fände es nicht gut, wenn mir jemand von außen ständig sagen will, was ich machen soll und was nicht. Wer ein Kind richtig erziehen möchte, der soll sich selbst eines anschaffen.


    Anders ist es natürlich, wenn ich von mir aus komme und Fragen stelle oder Anregungen suche. Dann will ich ja auch Antworten haben.


    Über eine sehr lange Zeit hatte ich immer wieder den verstecken Vorwurf bekommen "Braucht der immer noch Windeln?". Irgendwann will man diese sinnlose Diskussionen nicht mehr. Und man reagiert dann auf sowas empfindlich.


    Ich finde, sich einmischen ist ein zweischneidiges Schwert.

  • Das steht uns auch noch bevor. Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten mit dem "Großen" im Kindergarten. Eigentlich soll er im Sommer in die Schule kommen, aber er ist Tags nur bedingt sauber, und Nachts überhaupt nicht. Ohne Pampers für beide fahren wir nirgends hin.


    Gefühlsseitig kippt er schneller vom Sonnenschein zum schweren Gewitter um, als ein Sack Steine in China. Und seine Konzentrations- und Merkfähigkeit ist nahe Null.


    Als Gruppenkasper macht er schon heute Karriere und sorgt für viele Elterngespräche. Wir machen wohl viele Fehler in der Erziehung.


    Das endet im Herbst mit der ADHS Diagnose.

  • Also es ist verdammt schwer, mit so einem lieben kleinen Kerl umzugehen, wenn er solche Probleme hat - da kann man nicht unbedingt von Fehlern sprechen - wir Eltern sind auch nur Menschen... was in guter Absicht geschieht, ist jedenfalls kein "Fehler" im allgemeinen Sinne. Es funktioniert vielleicht nicht. Und man kann auch nicht immer ruhig bleiben dann, wenn man ja oft nicht weiß, was man tun soll und selber allmählich mit den Nerven am Ende ist.


    Hast du schon den Thread gelesen, wo es um Entwicklungsverzögerung bei bzw durch ADHS geht?


    Drei Jahre Rückstand in einzelnen Teil(!)gebieten ist nicht selten...


    Mach dir keine unnötigen Vorwürfe, wenn Ihr die Diagnostik anstrebt, bekommt Ihr Hilfe, die Eure Familie insgesamt braucht. Die Medikation hat uns jedenfalls allen sehr geholfen, nicht nur unserem Ältesten.


    Alles Gute Euch!