So anstrengend....

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Guten Morgen, ich denke gerade, das es doch nicht sein kann, dass es ständig so anstrengend ist bei uns. Das WE ist gerade vorbei und ich fühle mich, als bräuchte ich jetzt Urlaub. 😏Im Alltag klemmt es bei uns ständig. Einzeln alles kein Problem, aber in der Summe schon ziemlich unfassbar anstrengend. Urlaub in den Ferien finde ich aber noch schlimmer. 😝 Vll. Suche ich mir ein Ferienangebot für die Osterferien. Mit Strukturen kommen unsere beiden besser zurecht und ich habe mal weniger um die Ohren. Diese Woche hat Töchterchen ihr Auswertungsgespräch bezüglich der Testung auf ADHS. Ich hoffe, der Arzt verschreibt ihr Medis. Soweit bin ich schon. Und wenn nicht, kann er mir Welche verschreiben. 🤨 Reicht mir hier langsam. Denke schon über mal ne Woche AU für ich nach. Für gewöhnlich kämpfe ich mich aber da wieder raus und halte tapfer durch. Wird schon.

  • Und wenn nicht, kann er mir Welche verschreiben.

    Der Ansatz ist gar nicht so verkehrt. Da ich Diagnostiziert bin und mich durch den schmerzhaften Prozess der Dosierungs- und Präparate-Findung hindurch gekämpft habe, kann ich nun eine geduldige Stütze für den Junior sein.

    Sollte es irgendwann Medis für die Kinder geben > Mitschreiben! Genau beobachten!

    (siehe meine Blogs)

    Es gibt immer das richtige Medikament, doch selten ist es das Erste. Das zu erkennen ist schwer und irgendwann muss man erkennen, das für das Kind das Leid größer ist als der Nutzen. Dann kann man aus den Aufzeichnungen zum vergangen Medikationen eine passendere Variante ableiten ... oder im Dunkeln tappen, wenn man eben seiner Fürsorgepflicht (in Form von Beobachtung und Dokumentation) nicht nachgekommen ist.


    Am Rande:

    Es gibt nach meinem bisherigen Kenntnisstand nur zwei Möglichkeiten (auch gemeinsam nutzbar) einem betroffenen Kind zu helfen.

    1. Das Kind mittels Medikamenten dem Umfeld anpassen
    2. Das Umfeld dem Kind anpassen.


    "Das geht schon irgendwie." bedeutet Leid für das Kind, da es als Würfel unter Kugeln permanent aneckt und an sich selbst zweifelt.

    Die Folge daraus sind dann häufig Drogen und hin und wieder ein Suizid. (Den natürlich k e i n e r kommen sah ...)

  • Das mit dem Umfeld Anpassen habe ich schon bis zum mir Möglichen gemacht. Geht sehr zu lasten von meinem Akku. Töchterchen ist megalaunisch und es klappt im Moment auch das, was mit Erinnerungen noch ging, auch immer schlechter. Sie bockt, schreit, schmollt, ist zerknirscht, erholt sichdtwasund esgehtvonvorne los. Und alle Regeln werden gebrochen, wenn sieSüßes oder er sehen möchte, hilft nichts, außer Vorhängeschlösser. Es wirdimmerschlimmer. Daher sind wir, ja, beim Arzt in der Diagnostik. Der soll mal zaubern.

  • Pass auf dich auf. Was du schreibst, kenne ich genau.


    Ich habe einen diagnostizierten Sohn mit ADHS und Autismus , einen nicht diagnostizieren aber schwierigen und hochbegabte 2. Sohn, einen Mann, der nichtdiagnostiziert mit vermutlich ADHS und autistischen Zügen.


    Seit 10 Tagen bin ich AU, weil ich trotz seiner Medikamente immer noch die Umgebung zum passen bringen muss und der Kleine auch seine Probleme hat.


    Mein Hirn hat sich abgeschaltet, ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, nicht mehr Gespräche führen, nur noch hinlegen und atmen ging. Schlafen ging auch nicht mehr.


    Jetzt bin ich wieder so weit mir Hilfe zu suchen.


    Ich habe im Winter die Diagnose ADS bekommen und mit Medikinet angefangen. Kleine Dosis reichte schon... aber ich er trug es immer nur ein paar Tage hintereinander. Immerhin war es eine Hilfe. Dann bekam ich aber eine fiese Reizung der Kieferhöhlen und setzte das Mittel ab.


    Zeitgleich begann ein anstrengender aber sehr guter MBSR Kurs und schulisch gab es eine Eskalation. Da hat mich mein Hirn in Zwangsruhe versetzt...


    Klinik geht eigentlich für mich nicht, weil mein Mann alleine nicht klar kommen kann. Und ne Hilfe nachmittags 2 Stunden bringt es nicht, das Drama ist zwischen 18 und 21 Uhr und 06 - 07:30... und um die Zeit will man auch nicht noch irgendwen neben sich haben... wir sind eh so Einzelgänger, dass jeder Fredmde in der Wohnung eine Zumutung ist...


    Ja, also hoffentlich klappt es bei euch mit freizeiten... bei unseren beiden Kindern ist es leider undenkbar... sie haben die Reizkapazität nicht...

  • Hallo, ja, ganz schön was los bei euch und bei uns. 😞Da OGS nicht funktioniert hat, sind unsere beiden immer schon früh zuhause. Alles, was in der Schule verträumt wurde, muss dann sortiert und strukturiert werden. Sehr nervig. GsD lernen beide sehr gut☺️, wenn sie die denn Strukturen und Lust haben. 🤨Ich renne nur hinterher und strukturiere, kontrolliere, belohnen, etc. Tagsüber ins Jugendzentrum oderzum Ponyhofgeht gut in den Ferien. Übernachtung sind nicht drin. Da kommen sie mit Schreianfällen und halb verhungert, verdurstet und erfroren wieder. Sie denken noch nicht an sowas, vergessen zu trinken und sich warm anzuziehen. Selbständigkeit ist nicht so ihr Ding. Ich erhoffe mir viel vom nä Arzttermin für die Große. Es ist das Auswertungsgespräch der vielen Tests. 😇Dir noch viel Kraft und Geduld. ✊

  • Hallo, ja, ganz schön was los bei euch und bei uns. 😞Da OGS nicht funktioniert hat, sind unsere beiden immer schon früh zuhause. Alles, was in der Schule verträumt wurde, muss dann sortiert und strukturiert werden. Sehr nervig. GsD lernen beide sehr gut☺️, wenn sie die denn Strukturen und Lust haben. 🤨Ich renne nur hinterher und strukturiere, kontrolliere, belohnen, etc. Tagsüber ins Jugendzentrum oderzum Ponyhofgeht gut in den Ferien. Übernachtung sind nicht drin. Da kommen sie mit Schreianfällen und halb verhungert, verdurstet und erfroren wieder. Sie denken noch nicht an sowas, vergessen zu trinken und sich warm anzuziehen. Selbständigkeit ist nicht so ihr Ding. Ich erhoffe mir viel vom nä Arzttermin für die Große. Es ist das Auswertungsgespräch der vielen Tests. 😇Dir noch viel Kraft und Geduld. ✊

    "Schön", dass das mal jemand anderes sagt. Wenn ich sowas auf dem Elterninfoabend sage, schütteln alle anderen nur den Kopf.


    Wenn man nicht ständig dahinter ist, hat das Kind keine Schuhe an, die Schultasche ist nicht gepackt, …. Oder sie verhungern, weil sie einfach kein Körpergefühl wahrnehmen.


    Aber erzähl das jemanden … der lacht dich aus.

  • Ja... ich kenne das alles auch... ich renne meinem Großensständig mit Wasserglas und Essen hinterher... bis er mal mit dem, was er macht, aufhört, hat er vergessen, was ich ihm zum Thema essen oder Trinken gesagt habe und ich habe keine Lust, so lange zu warten, bis er sich lose ist.


    Die mangelnde Wahrnehmung hat teilweise wohl auch was mit der um bis zu 3 Jahren verzögerten Reife zu tun...

  • Hallo in die Runde!


    Ich glaube als Eltern von ADHSlern kennen wir alle das Gefühle der völligen Erschöpfung und des ständigen brachliegen der Nerven, abgerundet von negativen Gefühle, die sich da ungewollt mit einschleichen, die man gegenüber seinem Kind zu allem Überfluss dann auch noch empfinden kann, wenn es einen wiedereinmal zur Weißglut getrieben hat. :evil: ||

    Mit Medikamenten läuft es bei uns auch wesentlich besser, als ohne. Das merkt sogar meine Tochter selber und fordert diese auch ein. Mir graut es vor der vorgesehenen Pause, die man ja einmal im Jahr einhalten sollte. =O


    Was mir persönlich sehr hilft, ist der Austausch mit anderen betroffenen Eltern in einem Workshop/ Training für Eltern von Kindern mit dieser Symptomatik. Bei der Vorstellungsrunde blieb kein Auge trocken. Denn jeder einzelne erkannte sich in den Erzählungen und dem Leid des anderen wieder. Und das jeder mit den Tränen zu kämpfen hatte zeigte mir, wie allgegenwärtig doch die Belastung jeder Familie ist und wie ehrlich auch viele sagten: "Ich kann nicht mehr!" Dazu kommt auch meist, dass man nicht nur ein Kind hat, sondern noch Geschwister, die auch ihren Aufmerksamkeit brauchen und auch als Teil einer Familie wahrgenommen werden möchten, was ziemlich schwer ist, wenn meist ein Kind alleine die meiste Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nimmt. Und da fängt es dann wieder an mit weiteren Gewissensbissen, weil man das Kind ja ständig vernachlässigen muss, (so kommt es einem zumindest gefühlt vor) bzw. es meist ein Selbstläufer ist, weil das andere so viel Zeit und Energie abzwackt, dass für das andere kaum noch etwas übrig ist. Und dann soll, muss es die Situation seines ADHS-Geschwisters auch noch verstehen und bei Streitigkeiten untereinander wird es zur "der Klügerer gibt nach" und "du weißt, ihr fällt es manchmal schwer"......angehalten, damit es nicht ständig in einer Rauferei ausartet. Puh!|| Da quälen einen als Mutter ständig Gewissensbisse! Am liebsten würde man sich teilen können.


    Ich persönlich habe erkannt, dass ich mit meinen Gefühlen, Ängsten und meinen Handeln, was mich manchmal auch als Mutter disqualifiziert, nicht alleine bin! Und ich musste auch erkennen, so hart es für mich manchmal ist, meine Tochter ist eher noch der "Gutfall".


    Was ich sagen möchte, ich kann betroffenen Eltern nur raten, sich bei solch einem Training anzumelden.

    Man wir an die Hand genommen und so zu sagen selbst zu einem Spezialisten auf dem Gebiet ausgebildet, schon alleine deswegen, damit man auch in Gesprächen mit Ärzten und anderem Fachpersonal auf Augenhöhe und mit dem dazugehörigen Input mitreden kann. Man lernt heikle Situationen schon so gut es geht von vorne herein zu erkenne und dementsprechend abzufangen und vieles andere mehr, was im Leben/ Alltag mit einem Kind dieser Symptomatik wichtig ist.


    Die Dozenten selber sind auf dem Gebiet ADHS seit Jahren spezialisiert und haben sogar selber ein Kind mit dieser Symptomatik großgezogen. Sie wissen also nur all zu gut, von was sie da reden. Das macht die Sache natürlich noch authentischer. :thumbup:


    Ich weiß zwar nicht, wie es in den einzelnen Bundesländern läuft, aber bei uns wird dieser Kurs von einer Stiftung übernommen. Einfach einmal im Netz schauen nach ADHS-Elterntraining in eurem Gebiet. Bei uns wusste es z. B. auch unsere Ergotherapeutin, wer diese Kurse gibt. Zuständige Informationen müsste man auch bei jedem SPZ in der Nähe bekommen, oder eben bei Stellen die sich um Familie und Co. kümmern.


    Ich wünsche uns allen weiterhin viel Kraft mit dem Wissen im Hinterkopf, dass keiner von uns damit allein ist!!!! ;)


    Eine schöne restliche Woche euch und VLG.

    Aneladgam

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