ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Hallo,

    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen.

    Leider hätte ich sehr, sehr viel zu schreiben (also viel zu viel), weswegen ich vieles weglassen werde.

    Ich habe schon länger den Verdacht, dass ich ADS haben könnte, aber irgendwie ist der Gedanke immer wieder in Vergessenheit geraten. Nun habe ich mir die Symptome durchgelesen und im Internet recherschiert und es passt alles fast perfekt auf mich irgenwie.

    Leider ist das sehr bedrückend für mich, da ich nun denke, wenn ich nur als Kind diagnostiziert worden wäre, wäre vielleicht mein ganzes Leben anders (besser) verlaufen. Ich bin schon 34 Jahre alt (fast 35) und habe einige berufliche Veränderungen sowie viele Psychiatrieaufenthalte seit dem Alter von 19 Jahren hinter mir. ADS wurde jedoch nicht diagnostziert. (Allerdings ist das wahrscheinlich auch nicht häufig der Fall wenn man als Erwachsener, wegen entwas anderem in der Psychiatrie ist. Man ist dort ja nicht in einer Leistungssituation und die anderen Symptome ist dem auch durch andere Erkrankungen erklärbar.)

    Seit dem Alter von 4 bis 15 habe ich Ergotherapie bekommen, weil ich in Sozialen Situationen sehr schlecht war und in der Handlungsplanung (dort hätte vielleicht ADS diagnostiziert werden können, wurde aber nicht, soweit ich weiß).

    Ich habe eine Asperger-Diagnose, aber erst mit Mitte 20 bekommen. Natürlich überschneidet sich da manches.

    Jetzt denke ich, vielleicht wären die ganzen sozialen Schwierigkeiten nicht ganz so schlimm, wenn ich wegen ADS behandelt würde. Natürlich kann ich es nicht sicher wissen, ich würde es nur hoffen, weil ich doch sehr darunter leide.

    Ich sollte in eine Förderschule gehen als Kind, war aber an der normalen Schule und habe auch ein normales Abi gemacht (gutes). (Nur halt 1 Jahr Psychiatrie danach, weil ich selber nicht klar kam.)

    War immer ruhig, also für die Lehrer eigentlich unproblematisch. Nur Probleme, wenn ich mich in Bedrängt fühle, weil ich nicht gut Antworten kann oder in Gruppen etc. Aber ich habe eben Lehrern nie Ärger gemacht, weil ich immer ruhig war.

    Habe aber große Konzentrationsprobleme. Also wenn jemand mit mir spricht, denke ich mir denke ich entweder an irgendwas oder "ich sollte zuhören" aber dadurch dass ich "ich sollte zuhören" denke, krieg ich eben nicht mit was derjenige sagt, oder nur wenig davon. Und wenn mehrer Leute gleichzeitig sprechen verstehe ich eh nichts, aber das kann auch Reizfliterung bei Asperger sein, vielleicht.

    Generell schweifen meine Gedanken eben sehr, sehr schnell ab und es fällt mir total schwer mich auf was externes zu konzentieren. Impulsiv bin ich manchmal.

    Generell finde ich "einfache" Sachen nicht unbedingt einfacher als "schwierige" Sachen. In der letzten Psychiatrie (da war ich weil ich eine Depression hatte, hab ich jetzt aber nicht mehr, nehme Medikamente dagegen) wollten sie dass ich danach in sowas wie eine Werkstatt gehe, weil sie gesagt haben ich kann nicht arbeiten. Dabei kann ich stupide Sachen nicht unbedingt besserer, also komplizierte Dinge, bei denen man dafür nicht so leicht an was anderes denkt.

    Versteht ihr ungefähr wie ich meine?

    Sorry, dass ich schon so viel geschrieben habe....

  • Uiuiui... erstmal herzlich willkommen hier!


    Ich lese mit großem Interesse, was Du da schreibst... es macht mich sehr betroffen, sehr schlimm, dass nie nach dem ADHS oder ADS geschaut wurde.


    Mein Sohn ist 11, mit 6 Diagnose ADS, mit 10 Diagnose ADHS und mit 11 jetzt Diagnose hochfunktionaler frühkindlicher Autismus. Erst war nach den Tests die Rede von Asperger, im Bericht stand aber jetzt hochfunktionaler frühkindlicher Autismus. Beides scheint ja sehr ähnlich zu sein, jedenfalls nach meinem ersten googeln. Ich hoffe, dass wir noch einen Termin bekommen, in dem das erklärt wird.


    Jedenfalls ist in meinem bisherigen Verständnis das ADHS doch das vordergründigere Problem und das MPH, das er leider erst seit 9 Monaten bekommt, hilft ihm vor allem schulisch sehr.


    Was das Zwischenmenschliche angeht, hilft es aber auch sehr und man sagte mir, dass es auch weiterhin Mittel der Wahl sei. Wobei wir grade aus Gewichtsgründen auf Elvanse umstellen, und siehe da, seine Aggressionen, die bei MPH vermehrt auftraten, werden viel besser.


    Ja, Dir kann ich nur raten, gehe weiter in die Richtung und schau, was Dir MPH, also Methylphenidat, oder andere ADHS - Mittel helfen, bevor Du noch mehr Therapien etc machst. Das Zwischenmenschliche kann wirklich besser werden, wenn auch der Asperger davon nicht weggeht.


    Alles Gute!


    Ach ja, ich würde mich freuen, wenn Du hier noch weiter berichten würdest, da können wir sicher auch voneinander lernen.


    Weißt Du etwas über die Unterschiede zwischen Asperger und HFA?


    Mein Mann zeigt auch Verhalten, dass auf ein Muschbild von ADHS und autistische Züge hinweist... er gibt mir manches Rätsel auf... kommt für sich aber sehr gut klar. Ich glaube, das Problem ist für mich jetzt größer als für ihn. Wir haben zwei etwas besondere Kinder und ich bin voll ausgebrannt, in der Endstufe, Hirn schaltet sich manchmal ab... bin jetzt zwei Wochen krankgeschrieben und hoffe, dass es sich etwas beruhigt.

  • Ich muss nochmal sagen, das ist wirklich ein wichtiger Punkt, wenn du über Psychiatrie Aufenthalte sagst :


    "Man ist dort ja nicht in einer Leistungssituation und die anderen Symptome ist dem auch durch andere Erkrankungen erklärbar."


    Das ist schon sehr tückisch!


    Hier und im ADHS Anderswelt Forum gibt es Beispiele dafür.

  • ein Klassiker...


    Hallo und willkommen!


    Was Du scheibst ist ganz "normal" für spät diagnostizierte ADS-ler (also H nicht körperlich aber im Hirn, wie bei mir)

    Wurde bei Dir schon mal ein IQ-Test gemacht? Ü 120?


    Leider kenne auch ich viele Psychologen, die sich aus dem Symptomspektrum des ADS ein paar Probleme herauspicken und diese nach Lehrbuch behandeln wollen. Das ging auch bei mir schief so wie es bei vielen anderen Jugendlichen und Erwachsenen eine Sackgasse war.


    Erst wenn man als Psychologe alle Probleme im Zusammenhang betrachtet, begreift man, dass hier eine Spektrum-Störung vor liegt und mit Asperger waren sie schon nahe dran. Stellst Du Dir die verschieden Diagnosen als die Olympischen Ringe vor, wird schnell klar dass es wohl nicht nur eine Diagnose ist.


    In meiner SHG sind Aspi mit ADS und ADS-ler mit Asperger. jeweils mit unterschiedlich starker Überschneidung.


    Mit fast 35 hast Du deutlich zeitiger die Antwort auf das Permanente Fragezeichen bekommen als ich.

    Nun beginnt für Dich eine Zeit des Lesens und der Dialoge mit anderen Betroffenen und als Ergebnis wirst Du das, was Du bisher versäumt zu haben meinst Teil Deiner Zukunft werden.


    Also bleib gelassen.

    -und schreib gern alles aus dem übervollen Hirn raus, was Dich bedrückt bzw. worauf Du ggf. Antworten möchtest.

  • Hallo,

    danke für eure Antworten.


    Nein, es wurde kein IQ-Test gemacht, bzw. nicht, dass ich davon wüsste. (Ich musste als Kind einige kogitive Tests machen, da ich ja Ergotherapie hatte, aber ich denke nicht, dass ein IQ-Test dabei war. Soweit ich weiß ging es dabei auch viel um die Wahrnehmung (also auch wie ich Dinge zeichnen kann, ob gerade oder so?), aber genau weiß ich es nicht. Ich habe voreiniger Zeit mal meine Mutter gefragt ob sie Unterlagen dazu hat, hat sie aber nicht.)


    Wegen dem Unterschied "Asperger" und "hochfunktionaler frühkindlicher Autismus": ich will nichts falsches sagen, weil ich mich damit auch nicht so gut auskenne, aber ich meine es hätte etwas mit der Sprachentwicklung zu tun. Bei frühkindlichem Autismus ist eine verzögerte Sprachentwicklung Diagnosekriterium, bei Asperger nicht. Heute wird aber ja auch häufig von Autismus-Spektrum-Störungen gesprochen, da der Übergang vom einem zum anderen nicht immer so ganz klar und eindeutig ist, gerade wenn noch das hochfunktionale dazu kommt.


    Bei mir: ich habe Sprechen an sich normal gelernt (Sätze etc.), nur nie wirklich gelernt es adäquat zu nutzen (schwierig zu erklären). D.h. es fällt mir sehr schwer, mich auszudrücken. Gerade mündlich ist es extrem schwer, schriftlich schon viel besser als mündlich. Aber sonst hab ich einfach einen Gedanken nach dem anderen im Kopf und weiß somit nicht, was ich sagen soll (und sag dann einfach gar nichts). Oft spreche ich auch Wörter falsch aus, weil ich den Wortteil der hinten steht schon vorne sage... aber allgemein rede ich wenig. Also ist mündliche Kommunikation für mich sehr schwierig, obwohl ich normal sprechen kann. Das ist natürlich sehr behindernd. Impulsiv/aggressiv war/bin ich manchmal, wenn ich mich gedränkt fühle (und mich eben nicht wehren kann). (Nicht körperlich aggressiv. Also ich schlage keinen, außer mich selber vielleicht.) Ich hatte auch mündliche Prüfungen, was natürlich extremst unpraktisch ist.


    Ich studiere jetzt nochmal was (bin aber da jetzt erst im ersten Semster, bzw. es sind gerade Semesterferien, also dann im zweiten). Aber da hatte ich noch keine mündlichen Prüfungen, nur schriftliche. Ich musste leider auch wieder bei meinen Eltern einziehen. Es ist so, dass das fachliche zwar schon anspruchsvoll ist, aber ich denke meine Hauptschwierigkeiten liegen wo anders. Ich bin z.B. viel zu langsam, weil ich generell alles sehr langsam mache (das ist schon die ganze Zeit, also mein ganzes Leben) mein Problem und eben zwischendrin abschweife und was anderes mache oder was anderes denke (auch bei Prüfungen teils vergesse, dass ich grad ne Prüfung schreibe, und dann natürlich wieder panisch bin).


    Aber ich wollte eigentlich schreiben, ich hab chronische Migräne (seit ca. 2006?). Diese hab ich aber meist, wenn ich zu viele Reize habe, also nach ein paar Tagen in der Uni, oder auch nach der Arbeit. Jetzt, also in den Semesterferien, viel weniger.


    Ich denk manchmal ich fackele noch ein Haus ab oder so, weil ich Metall in die Mikrowelle tue oder den Herd nicht ausmache oder sowas. Sowas wie Briefe rechtzeitig öffnen (bearbeiten, abheften) usw. hab ich auch noch nie hinbekommen. Auch dann nicht, wenn es mir sehr viel gebracht hätte, ich kann es mir auch nicht erklären, da es ja eigentlich nicht so schwer ist.


    Nun ist es so, dass ich fast 35 bin und ich meinen Eltern nicht mehr für den Rest ihres Lebens zur Last fallen möchte. Zudem werden sie auch nicht ewig leben. Daher ist es doch großer Druck das Leben irgendwie hinzubekommen. Es geht etwas besser mit dem Medikament dass ich gegen Depression nehme. Allerding könnte ich deshalb eh kein richtiges ADS-Medikament ausprobieren, selbst wenn ich eine Diagnose hätte, da es eine Contraindikation ist, wenn ich richtig verstanden habe. Vielleicht könnte ich dann das Antidepressiva noch weiter erhöhen (auch wenn ich gegen Depression keine weitere Erhöhung brauche, ich bin nicht mehr depressiv, mache mir nur Sorgen um die Zukunft, aber die sind ziemlich berechtigt).


    Es war viel, was ich geschrieben habe, ich bin mir immer nicht sicher, was schreiben und was nicht.

  • Was anderes kurz: Ich versuche mich im Anderswelt-Forum zu registieren, aber da kommt immer "Die von dir eingegebene Antwort ist falsch".

    Wisst ihr woran das liegt? Welche Antwort?

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