Depression vrs ADHS

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.
  • Hallo liebe ADHSler,


    ich mache derzeit eine seltsame Beobachtung an mir und frage mich, ob es dem ein oder anderen auch so geht und ob jemanden eine Erklärung dazu einfällt. Ich habe gerade wegen massiven beruflichen Stress eine depressive Episode hinter mir. Während dieser Episode war ich trotz starken Erschöpfungszuständen sehr leistungsfähig und "angepasst". Jetzt mache ich gerade die x-te Verhaltenstherapie, war zudem über 3 Wochen im Urlaub, der Frühling geht los, ich nehme ein pflanzliches Antidepressiva (5-htp): Mir geht es wieder sehr viel besser, die Laune ist bestens. Nur scheint es mir, als wären plötzlich sämtliche ADHS Symptome wieder da: Ich komme überallhin zu spät, platze mit meinem Blödsinn in den dümmsten Situationen heraus, verfahre mich oft, höre nicht zu, lasse mich ständig ablenken und schaffe viel weniger. Es fühlt sich so an, als würde der Druck fehlen, der mich auf dem Boden hält. Der jetzige Zustand ist mir natürlich lieber, mich würde allerdings sehr interessieren ob es euch ähnlich ergeht, kennt jemand dieses Phänomen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen erhötem Serotoninwert und verstärkter ADHS-symptomatik? Verschleiert die Depression das ADHS etwa so stark?


    DANKE!

    Furunkelchen

  • Hm, mit Depressionen kenne ich mich leider nicht aus. Ich habe aber auch ein paar Wochen lang 5HTP genommen, es sollte gegen meine Schlafprobleme helfen.


    Der Schlaf wurde nicht besser, aber ich fand es teils angenehm so ein bisschen in Watte gepackt, zumal ich echt im Stress war, teils war es mir aber auch "komisch" dabei.


    Der Stress kam teilweiseauch durch mein unerkanntes ADS. Als ich ungefähr 6 Wochen später die Diagnose ADS bekam und MPH zu nehmen anfing, habe ich das 5HTP weggelassen und fand MPH auf jeden Fall passender.


    Als ich nach weiteren 4 Wochen mit der App "Die Achtsamkeit" anfing zu üben, konnte ich endlich wieder schlafen.


    Nimmst Du auch MPH?

  • Liebes Raupi,


    Vielen Dank für deine Antwort! Ja, zusammen mit der Depression kommen bei mir auch die Einschlafschwierigkeiten, weshalb mit 5htp als gutes Mittel erschien! Gerade mit kleinem Kind schläft man eh nicht so gut und so war ich nach ein paar Nächten wieder sehr viel fitter! Ich schätze das ist auch so ein Postiver Kreislauf, bessere Nächte führen zu einem Stabilen Nervensystem was Wiederrum zu einer besseren Laune und wieder zu besseren Schlaf führt. Im Moment bin ich von 5htp sehr überzeugt und begeistert!


    Derzeit nehme ich kein MPH, ich weiß zwar durchaus die positive Wirkung zu schätzen, bin aber auch bei Nebenwirkungen sehr empfindlich. Ich habe in meinem Leben auch schon so viel verabreicht bekommen dass ich es sehr Leid bin und nicht gerne so zugeballert werde(und möglicherweise fühlt sich für mich nach ballern an da ich stark schwitze und eben durch diese Klarheit so völlig nicht ich bin! Klar, was ist wir Urlaub für den Kopf, aber manchmal kommt man eben auch gern wieder heim. Ich versuche es jetzt lieber mit Gesprächstherapie und pflanzlichen Mitteln - falls eine schlimme Phase kommt kann ich mir aber auch durchaus vorstellen für kurze Zeit auf eine sehr geringe Dosis Medikinet adult zurückzugreifen.


    Was ist das für eine App, geht es um Achtsamkeitstraining?


    Lieben Gruss!

  • Ja, schau mal in der Suchfunktion unter Achtsamkeit, da habe ich es schon mal beschrieben.


    Ich nehme auch nur 5 mg Medikinet Adult, an drei Tagen die Woche zur Arbeit morgens 10, dann mittags wieder 5 mg.


    Und ich brauche auch zwischendurch mal einen Tag Pause.


    Ich fühle mich unter Medikinet auch irgendwie nicht ganz so richtig wie ich selbst. Und bei 10mg empfinde ich irgendwas Unangenehmes, das ich nicht gut beschreiben kann. Dazu noch paar kleine Nebenwirkungen, die nicht völlig dramatisch sind.


    Meine Ärztin meinte, dass ich im Sommer Elvanse probieren sollte, wenn es hoffentlich dann von den Kassen zugelassen wird.

  • wenn Du ohne MPH emotional keine Gefahr für das Kind bist und auch sonst keine Einbußen durch Unfälle und Folgeschäden im Alltag hast, klar kann man dann darauf verzichten.


    Die app findest Du unter:

    https://play.google.com/store/…ichtenstein.mind.en&hl=de


    sie ist bisher das einzig wirksame Entspannungsmittel für mich. Mein Hirn fühlt sich wie eine 1000-jährige Eiche an, in der viele kleine Eichhörnchen rum wuseln. Ein Gedanke führt selten direkt von der Wurzel in die Spitze, wie das bei einer Fichte der Fall wäre.

    Statt dessen gibt es viele parallele Gedanken, die sich die weit ausladenden Äste entlang winden.


    Das ist leider auch in Ruhe der Fall, nur körperliche Entspannung und eine Stimme, die mich führt ist in der Lage, die vielen Eichhörnchen zum Stamm zurück zu rufen und mir Ruhe zu verschaffen.


    Bei einer Übung flitzen immer mal zwei drei davon, wenn nur das Meer rauscht. Kommt die Stimme wieder, sind sie wieder bei der Gruppe am Stamm und chillen.

  • Danke Raupi, das werde ich bei Gelegenheit. Aha, interessante Dosierung, du arbeitest also drei volle Tage und den rest nur so ein bisschen?(Bei mir ist es auch sehr chaotisch, wegen Selbstständigkeit)


    Und wenn du an deinen schwierigen Tagen morgens nur 5mg und mittags wieder 5mg nimmst? Ich möchte nicht dass ein lang eingespieltes System jetzt von mir infrage gestellt wird, aber evtl reicht es ja völlig aus? Ich kenne auch dieses irrsinnige Gefühl plötzlich so einen langen Arbeitstag zu haben der sich zieht wie Gummi! Normal wird man durch so viel Kleinigkeiten abgelenkt aber an den mPH Tagen arbeitet man sooo viel und der Tag wirkt bei mir doppelt so lang! Kennt dieses Gefühl noch jemand?


    Elvanse? Ist das etwas Neues?


    Lieber Stefan, ich glaube nicht dass ich eine Gefahr für mein Kind bin^^ Doch, heute hatte ich aus einer Laune heraus keine Lust meine nicht dringenden Jobs zu erledigen und hab den Kleinen einfach krankgemeldet damit wir uns heute einen schönen Tag machen können: sowas mache ich dann natürlich nicht mehr während der Schulzeit. Ich denke ich bin vielleicht schneller genervt als andere Mütter, mir fällt dafür aber auch mehr Quatsch ein. Laut werde ich ganz selten, auch weil ich selbst viel angeschrien und geschlagen wurde. Ich weiß nun nicht was du genau im Kopf hast, was wäre denn für dich eine Gefahr? Gerne mit Beispiel! Ich denke aber auch dass ich das Ganze in eher milder Form habe, mein größtes Problem ist einfach dieses ständige Chaos in dem ich mich befinde weil mir alles so einströmt. Da ich einen kreativen Job habe passt das dann schon irgendwie mit dem Leben.


    Danke für diese großartige Beschreibung deines Kopf-Zustandes , sehr anschaulich ^^ Und Danke für den Link, ich hab ja immer ein wenig Angst davor dass ich das keine zwei Minuten durchhalte.


    Grüsse!

  • Du beantwortest es schon selbst in Deiner Schilderung zu Gewalt die Du erlebt hast. Dann kenne auch ich und es waren immer Affekte und Impulse meines Vaters. Leider hat sich das an mich vererbt.

    Nun bin ich froh über MPH. Mein "Mr. Hyde" ist eingesperrt und "Dr. Jekyll" kann in Ruhe leben.

    Der Junior wird nun zunehmend ein Auslöser an einer kurzen Lunte und ich bin froh ruhig auf seine Ausbrüche reagieren zu können.


    Die App muß man tatsächlich "lernen". Immer mal wieder benutzen und man kann wirklich etwas abschalten, was sonst bei mir nicht möglich wäre.

  • Ich arbeite an drei Tagen 5 Stunden. Dann nehme ich morgens 10mg und mittags 5mg. An den anderen Tagen 2x je 5mg oder nur morgens was und mittags nichts, oder auch mal hat nichts. Aber dass sind dann auch irgendwie doofe Tage, an denen ich hinterher unzufrieden werde und sehr erschöpft bin abends.


    Abef irgendwie habe ich auch das Gefühl, mich von den Tagen mit 10mg erholen zu müssen, weil ich so produktiv und aktiv bin. Ich bin im Grunde in einem Burnout, aber aufgrund der geringen Stundenzahl hilft mir eine Krankschreibung gar nicht so... ich glaube, dann würde ich depressiv aufgrund meines Zustandes...es ist die häusliche Situation und das Organisieren von Hilfe für meinen älteren Sohn und die Schulmalaise des hochbegabten jüngeren Sohnes. Und meine jahrelange Überanstrengung, Schlafmangel,...

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