Vermutung auf ADHS

  • Hallo erstmal.


    Ich bin hier da meine Psychologin bei mir einen Verdacht auf ADHS geäußert hat. Ich habe auch vor das alles ärztlich abklären zu lassen, aber ich wollte hier schon mal eine Meinung über meine Probleme einholen, da es mich nicht ruhig lässt. Wichtig hierbei ist, ich wurde nie richtig als hyperaktiv angesehen.


    (Ich entschuldige mich schon mal für jegliche Sprachfehler, ich bin was das angeht etwas auf den Kopf gefallen)


    Ich bin männlich 20 Jahre alt, 75kg 184cm. Ich lebe bei meinen Eltern, Mutter 56, Vater 74. Habe zwei ältere Brüder, 23, lebt noch Zuhause und 25, ist seit 3 Jahren ausgezogen.


    Ich leide seit dem 12 Lebensjahr an einer depressiven Verstimmung mit Reizdarm (beides ärztlich diagnostiziert).

    Ich habe starke Probleme mich mit Sachen abzufinden, mich Systemen anzupassen. Ich habe es nicht geschafft konstant zur Schule zu gehen und schaffe es momentan nicht zu studieren oder zu arbeiten.


    Hier eine Liste meiner Symptome:


    -          Probleme mich Lange zu konzentrieren

    -          Niedrige Frustrationstoleranz

    -          Soziale Ängste

    -          Kann meinen Kopf nicht frei kriegen und mich nicht entspannen

    -          Mein Kopf dreht sich karussellartig um meine Problem und macht sich irrationale Probleme, die ich zwar als irrational erkenne, aber das Karussell kann ich nicht stoppen

    -          Leichtes zittern und oft ein zappeln mit den Beinen

    -          Schlafprobleme (kann nicht einschlafen, wenn ich einschlafe Probleme beim Aufwachen & Aufstehen)

    -          Probleme mich Anzupassen und Alltagssituationen auszuhalten

    -          Impulsive Gefühle

    -          Neigung zu Zwangshandlungen

    -          Depression


    Meine Psychologin meint mein fehlender Antrieb käme von einer starken Depression, ich bezweifle es aber. Ich denke es liegt ein fundamental grundliegendes Problem vor welches aber wahrscheinlich von einer depressiven Verstimmung verstärkt wird.




    Alle meine Probleme und meine Lebensgeschichte von klein auf:


    Ich war als kleines Kind sehr dickköpfig und introvertiert. Ich habe nie das gemacht was andere von mir wollten. Es ging soweit, dass wenn die Erzieher im Kindergarten entschieden haben, wir gehen ins Schwimmbad, habe ich mich dagegen entschieden und habe die Erzieher dazu genötigt, dass eine mit mir zurück im Kindergarten bleiben musste. Das gleiche Verhalten hatte ich auch eine lange Zeit gegenüber dem Spielplatz, welcher direkt gegenüber war.


    Ich hatte damals schon starke Probleme mit sozialkontakten und unbekannten Situationen. Weshalb ich auch eine starke Bindung zu meiner Mutter aufgebaut habe, ich konnte ihr als Kind nicht von der Seite weichen. Ich habe starke Interessen aufgebaut in den Bereichen Autos & Häuser. Ich konnte im Kindergarten die tollsten Bauten mit Holzklötzen bauen, oder im Tobe-Raum die coolsten Buden mit Kissen bauen. So wurde es mir von allen erzählt als ich älter war. Aber ein Problem war bei diesen Interessen immer, wenn jemand in meine Pläne eingreifen wollte, wurde ich immer sehr impulsiv. Dies ging soweit, dass ich einige Male auch die anderen Kinder körperlich angegriffen habe.


    Ein weiteres Merkmal von mir war und ist, dass ich schon immer sehr starke Ängste aufgebaut habe. Ich denke meine Probleme mit unbekannten Situationen kommen von meinen Angstproblemen. Ich habe vor allem Angst gehabt als ich jünger war. Ich habe im Dunkeln immer Dinge in meinem Zimmer gesehen. Auch nur leicht gruselige Dinge im Fernsehen haben mir Wochenlang, sogar Monatelang Angst gemacht, besonders im Dunkeln.


    Eine weitere Sache ist meine Neigung zu Zwangshandlungen. Ich habe von meiner Oma immer eine Geschichte vorgehalten bekommen. Sie war für mich und meine Brüder öfter die Babysitterin. Eines Tages hat es angefangen, dass ich ihr nicht mehr erlaubte, beim Anziehen des Pyjamas zu helfen. Denn so wie Sie es machen wollte funktioniert es nicht. Es war für sie eine lustige Geschichte. Später mit der Pubertät (12. Lebensjahr) wurde es schlimmer mit meinen Zwangshandlungen. Ein Großteil hat mich aber nicht eingeschränkt. Es waren Kleinigkeiten wie: Ohne duschen konnte ich nicht ins Bett, Urinieren zu bestimmten Zeiten, Essen zu bestimmten Zeiten etc. Es war nicht so als ob es normale Rituale wären. Wenn ich nicht das normale Schema einhalte, bekam ich es nicht mehr aus dem Kopf. Zum Beispielsweise. Ich bin jeden Tag in der Schule um 13:15 Uhr, auf den Punkt, auf Toilette gegangen, um zu urinieren. Ich musste eigentlich nie wirklich auf Toilette, denn ich habe den Tag über nicht getrunken um den Toilettengang zu vermeiden. Trotz alledem, wenn ich nicht um die Zeit auf Toilette gegangen bin, habe ich in den 2 Schulstunden danach nichts Anderes mehr im Kopf gehabt. Und so ging es mir mit vielen Ritualen die ich habe und hatte. Schlimm wurde es erst als ich eine richtige Zwangsstörung entwickelt hatte.


    In der 7. Klasse hatte ich auch einen Vorfall, bei welchem ich meinen Stuhlgang nicht einhalten konnte und auf dem Weg nachhause, hatte ich Durchfall, welcher in die Hose ging. Ich musste mich zusätzlich zweimal ins Gebüsch hocken. Zum Glück bekam das niemand mit. Trotzdem habe ich das nicht richtig verarbeiten können. Ich fing an mich vor der Schule länger auf Toilette zu setzen um so ein Ereignis vorzubeugen. In dem folgenden Jahr bekam ich starke Durchfall Probleme. Fast jeder Stuhlgang war Durchfall und ich vertrug viele Mahlzeiten komplett nicht mehr. Ich verbrachte besonders den Tag vorher viel Zeit auf Toilette, da ich mich sonst nicht mehr in die Schule getraut habe. Auch wenn ich in der Schule war, bekam ich diese Gedanken und Ängste nicht mehr aus dem Kopf. Dies ging soweit, dass ich in der 12. Klasse jeden Abend vor der Schule bis zu 3 Stunden auf Toilette verbracht habe. Dies ging bis Teilweise 4 Uhr, wenn ich 6 Uhr wieder aufstehen musste. Im Schnitt ging ich um 2 Uhr ins Bett, nur wegen dem Toilettenproblem. Wegen dieser Zwangshandlung war ich auch in Therapie.


    Zurück zur frühen Kindheit:


    Meine Mutter hat mich immer als sehr ernstes Kind bezeichnet, ich habe wenig gelacht oder gegrinst. Zusätzlich war ich das dickköpfigste Kind, dass Sie kannte. Probleme hat sie darin aber nie gesehen, denn die Probleme waren nie Zuhause. Die Probleme fingen mit dem Kindergarten und der Schule an. Je älter ich wurde, desto stärker wurden die Probleme.


    In der Grundschule fingen meine Lernprobleme an. Ich war immer sehr abgelenkt und habe mich mit anderen Themen beschäftigt. Die meisten Themen in der Schule mochte ich nicht. Dies wirkte sich auf meine Schulnoten aus. Ich gehörte zu den schlechtesten Schülern in der Klasse. In Sprach-Fächern war ich sogar der schlechteste… yay… wenigstens in einem war ich der Beste, der Beste von Unten. Bei mir wurde eine Lese-Rechtschreibschwäche diagnostiziert, weshalb ich als einziger immer Zuhause Texte abschreiben musste. Ich habe das aber nur ein paar Mal gemacht, da ich dafür kein Durchhaltevermögen hatte. Ich hatte auch Probleme mit dem ABC und dem kleinen Ein mal Eins. In allen hink ich den anderen hinterher, bis ich Zuhause ein Spiel daraus gemacht habe und es mir so innerhalb eines Tages beibringen konnte (ABC, sowie ein mal eins). Im Englisch Unterricht, mussten wir etwas zu einem englischen Kinderlied tanzen, dies war mir aber zu albern, weshalb ich es nicht machen wollte. Die Lehrerin hat mich richtig zur Schnecke gemacht, da ich den Unterricht verweigere etc. (da war ich 8). Ich war zwar nie der Klassenclown, aber ich war immer mit meinem Kopf woanders, oder habe mich mit meinen Klassenkameraden beschäftigt.


    Eine weitere Eigenschaft von mir war, dass ich sehr sehr impulsiv war (besonders vor der Pubertät). Dies zeigte sich darin, dass ich sehr schnell Aggressiv wurde. Mein Bruder schaffte es mich mit teilweise mit nur einem Satz zum Überkochen zu bringen. Die älteren Brüder meiner Freunde haben das oft ausgenutzt. Ich bin so rasend geworden, dass ich mich Teilweise selbst verletzt hatte, mit dem warlosen Angriff auf andere.


    Ich habe mich in Gegenwart von anderen bzw. fremden Leuten sehr unwohl gefühlt, weshalb meine Freunde meistens zu mir Nachhause kamen, denn bei ihnen fühlte ich mich nicht gut. Das ging soweit, dass wenn ich bei ihnen war, bin ich öfter früher nachhause, weil ich das nicht aushalten konnte.




    ......


    Ich muss hier leider einen cut machen, ich hoffe es ist okay es als Antwort unten dran zu machen....

  • .....


    Die großen Probleme fingen an mit dem Wechsel in die weiterführende Schule (10. Lebensjahr). Meine Noten waren bedeutend schlechter als die von meinen Freunden. Alle meine Freunde bzw. zwei Drittel aus meiner Grundschulklasse gingen aufs Gymnasium. Ich hingegen auf die Gesamtschule. Da ich dadurch von meinen Freunden getrennt wurde, hat es mich sehr verunsichert und ich wurde komplett introvertiert, wodurch ich wiederrum keine neuen Freunde gefunden habe. Ab ca. dem 12. Lebensjahr würde ich von einer leichten depressiven Verstimmung sprechen, welche sich über die Jahre verschlimmerte. Ich dachte damals mein Problem läge daran keine Freunde in der Schule zu haben, hat sich später aber als falsch herausgestellt. Ich hatte in der 5. Sowie 6. Klasse meine Fehltage im Vergleich zur Grundschule verdoppelt. Ab der 7. Klasse waren sie nochmal um 50% gestiegen. Ich fehlte ungefähr 25% der Tage. In der 11. Klasse (Oberstufe) wechselten dann 2 meiner besten Freunde auf meine Schule. Ich dachte „wow, meine Problem ist endlich vorüber“. Nach wenigen Wochen fing es aber wieder an, schlimmer zu werden. Dadurch hatte ich auch in der 11. Klasse wieder 25% Fehlzeit. Der Super-Gau war dann Mitte der 12. Klasse (18. Lebensjahr). Ich konnte gar nicht mehr zur Schule gehen und baute noch viel mehr Fehlzeiten auf. Meine Fehlzeiten gingen auf über 40%. Die Anzahl der Fehlzeiten hielt sich auch über die komplette 13. Klasse. Meinen Abschluss habe ich nach viel Leiden geschafft. Ich dachte damals das Problem läge an der Schule und wenn ich mein Studium anfange wird alles besser. Ironie des Lebens, es wurde nicht besser. Ich habe letzten Herbst mein Studium unterbrochen, mit dem Plan es diesen April wieder aufzunehmen. Aber ich denke es ist offensichtlich wie ich meine Erfolgschancen dazu einschätze.

    Ich denke ich weiß was das Problem ist, ich kann es nur nicht benennen, deshalb frage ich hier. Ob es ADHS oder was anderes ist, ist mir eigentlich egal. Ich möchte nur gerne eine passende Diagnose, welche mir hilft wieder in die Bahn zu kommen.


    Meiner Meinung nach ist der Wechsel zwischen Grundschule und Gesamtschule ausschlaggebend. Ich fühlte mich in der Grundschule immer fehl am Platz, es war aber aushaltbar, da ich sowieso nur das machte was ich wollte. Mein Verhalten war damals sehr intuitiv. Mein Schnitt war 2,8 (4. Klasse) was im unteren Viertel der Klasse war. Der Wechsel in die weiterführende Schule war für mich ein Wurf ins kalte Wasser. Ich dachte mir: okay, dann lerne ich wenigstens besser mit Sozialkontakten zu Recht zu kommen. Es war aber genau umgekehrt. Ich war sehr in mich gekehrt, viel weniger impulsiv. Ich merkte dass mein Verhalten in der Grundschule mich in diese „scheiß“ Schule gebracht hatte, deshalb habe ich mein komplettes Verhalten unbewusst, auf links gedreht. Ich wurde extrem nachdenklich, meine Noten waren aber von 2,8 auf 1,8 hochgeschossen. Ich gehörte auf einmal zu den Klassenbesten, kam aber noch weniger mit anderen zurecht. Ich hatte fast gar keinen Kontakt mehr mit Anderen. Abgesehen von ein paar Wutausbrüchen in der 5. Und 6. Klasse, hatte ich keine mehr, ohne Ausnahme.

    Ein kleines Beispiel. Wir hatten einen kleinen Flur vor den Klassen, ca. 5 mal 10 Meter. Nach der Mensapause hatten wir immer 10 Minuten zusätzliche Pause um uns für den Unterricht vorzubereiten. Problem war: die Klassen wurden meist nach den 10 Minuten aufgeschlossen. Das heißt, wir waren in dem Flur meist über 50-80 Kinder auf engsten Raum. Ich hatte eines Tages ausversehen ein Kind aus der Nachbarklasse angerrempelt, nichts schlimmes, aber der Idiot, hatte mich 5-10min dauerhaft beschimpft. Ich war wie versteinert und komplett überfordert mit der Situation. Mein Grundschul-Ich hätte ihm nach dem 2. Wort eine reingepfeffert. Aber ich mit 12, wusste nicht wie ich mich zu verhalten habe. Nach den 5-10min ist endlich Jemand aus meiner Klasse dazwischen gegangen. Mir ging’s soweit okay, bis ich nach 5min auf dem Weg zum Unterricht komplett zusammengebrochen bin und nur noch Weinen konnte. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich hyperventilierte. Das ging für gut ein bis zwei Stunden und meine Mutter musste mich Abholen.

    Das war der Punkt an dem Ich gemerkt hatte mein Verhalten ist nicht tragbar und ich muss mich verändern. In den folgenden Jahren habe ich mir aktiv, ein komplett neues Sozialverhalten beigebracht. Ich wurde weniger introvertiert, sondern schon fast extrovertiert. Ich hatte mich immer besser im Griff, konnte mein Verhalten immer besser kontrollieren. Was soweit ging dass ich meine Lehrer so manipulieren konnte, dass ich trotz meiner Fehlzeiten durch kam, denn Mein Schnitt stieg weiter, teilweise auf 1,5 mit 25% Fehlzeit. Mein Abitur habe ich mit 1,8 bestanden trotz 40% Fehlzeit. Dies liegt daran, dass ich wenn ich anwesend war immer 110% gegeben habe und immer zu den besten gehörte. Sachen die ich nicht in der Schule bei Anwesenheit machen konnte, machte ich Zuhause.

    Ich habe das Gefühl das sich mit dem Wechsel auf die Weiterführende Schule, meine Ängste sich gegen mich selber gestellt hat. Ich bekam Angst ohne Leistung wieder in so eine Situation zu gelangen. Ich habe die Intelligenz, top Leistungen zu verbringen, aber mir fehlt die Ausdauer. Ich kann mich zwar konzentrieren und anpassen, aber mein Kopf schafft es nicht sich zufrieden zu geben. Wenn ich Dinge tue die ich gerne mache, habe ich dieses Problem nicht, zumindest deutlich schwächer. Beispielsweise war ich in Mathe in der Gesamtschule immer der beste. Nicht nur in der Klasse, sondern auch des Jahrgangs. Ich habe Landesweit in Känguru–Mathewettbewerb, Platz 3 belegt. Denn damit konnte ich mich halbwegs zufrieden geben und es hat Spaß gemacht.

    In den meisten Aufgaben die ich erfüllen muss oder möchte, kann ich mich aber nicht richtig konzentrieren. Es fühlt sich an als ob ich auf der Schulter ein Teufelchen sitzen hab (eher mehrere), dass mir immer einreden möchte, es gibt bessere Beschäftigungen. Und das ist so extrem dass ich nach kürzester Zeit keine Energie habe dagegen anzukämpfen. Oft ist es so dass mein Kopf dann einfach abschweift und ich komplett bei anderen Themen bin. (Richtige Stimmen höre ich nicht.)

    Dieses Problem habe ich auch wenn ich mit Leuten rede, ich kann mich nur schwer auf das Gespräch konzentrieren und weiche oft vom Thema ab, bzw. wenn ich ein für mich interessantes Thema habe, kann ich nicht mehr aufhören darüber zu reden. Ich werde richtig aufgedreht durch meine Interessen. Wenn ich diese aber umsetze werde ich schnell enttäuscht, da ich zu ungeduldig bin die Ergebnisse abzuwarten.

    Wenn mir andere etwas erzählen, frage ich meistens komplett untypische Fragen, welche die anderen Verwirren. Denn andere Personen Stufen diese Fragen meist als komplett irrelevant ein.

    Ich fühle mich oft als würde mein Kopf nicht auf Autopilot laufen, als müsste ich alles manuell machen. Ich kann dadurch relativ gut lernen, aber nur ganz kurze Zeit, solang es mich interessiert. Ich war einer der Besten Fahrschüler meines Fahrlehrers. Das liegt auch daran das ich 90% meiner Fehler selbst gesehen und erkannt hatte und sie dann selber aktiv ausgemerzt habe. Eigentlich das gleiche Prinzip wie ich mir mein Sozialverhalten beigebracht habe. Und so geht es mir in vielen Situationen. Ich nehme viele meiner Fehler selbst war, wodurch ich schneller lerne und die meisten sehr beindrucke. Aber manchmal würde ich gerne, dass mein Kopf aufhört alles zu analysieren, und einfach mal die Dinge, Dinge sein lässt.

    Ich kann viele Dinge nicht intuitiv. Ich verwechsle Beispielsweise bei Liedtexten ununterbrochen Wörter. Kann mir Sprichwörter nicht wortwörtlich merken. Verwechsel Rechts und Links, wenn ich es mir nicht aktiv herleite etc. Logische Dinge verstehe ich sehr schnell, aber Sachen mir unregelmäßigen Schema verstehe ich teilweise nie, z.B. Sprachen.


    .....

  • .....


    Das ist zwar ein bisschen ein Tabu Thema, aber ich denke ich sollte es auch erwähnen. Ich habe zwischen Juli 2018 und September 2018 regelmäßig Cannabis konsumiert. Ich habe von jedem Konsum eine Liste gemacht, Zeit und Menge der Einnahme (Zwangshandlungen lassen grüßen). Ich nahm ca. 0,5g – 0,8g am Tag ein. Es hatte mir enorm geholfen meine Aufgaben im Alltag zu meistern und meine Ängste waren nahezu weg. Mein kreiselnder Kopf gab auch ruhe. Ich war aktiver, konnte in sozialen Situationen besser verweilen. Ich stoppte den Konsum aber wegen der gesetzlichen Lage und der Kosten von Cannabis. Seit dem habe ich noch einmal, über sechs Tage, Mitte Januar Cannabis konsumiert.

    Dies sind die Behandlungen die ich wegen meiner Probleme hatte:

    Ca. ein Jahr Psychotherapie mit 14, mit dem Fokus Freunde zu finden, ohne jeglichen Erfolg.

    Seit dem 18 Lebensjahr eine Psychotherapie, Fokus auf Zwangsstörung und Versuche kleinere Probleme aus meinem Leben zu beseitigen, damit ich aus meiner Depression komme. Im Fokus auf Zwangsstörung, gab es ein wenig Erfolg da ich mit Medikamenten meinen Reizdarm unter Kontrolle habe, ansonsten keine weiteren Erfolge.

    1.      Psychiater (Anfang 2018): Johanniskraut und zwei SSRI versucht, ohne jeglichen Erfolg.

    2.      Psychiaterin (Seit Februar 2019): Aktuell ein Neuroleptikum, 75 mg Quetiapin und 2-4 Tabletten Chlorprothixen 15 Holsten am Tag, zusätzlich zur Beruhigung

    1.      Gastroenterologe (ungefähr 2015) : Mehrere Allergietests gegen die bekanntesten Allergien, Darmspieglung und Magenspiegelung, Blutuntersuchung, Stuhluntersuchung. Alles ohne jegliche Befunde, somit Reizdarm.

    2.      Gastroenterologe (seit Ende 2018) : Nochmal das Spiel von vorne…

    Hausarzt: Gegen den Reizdarm, viele Homöopathische Präparate, habe leider nicht mehr die Namen von allen.

    Ich nehme jetzt seit 2 ½ Wochen das Neuroleptikum um ruhiger im Kopf zu werden. Ich habe aber das Gefühl es verschlimmert meine psychischen Symptome. Ich bin unruhiger, kann mich schlechter konzentrieren, zappel mit meinen Beinen nicht mehr 50% der Zeit sondern 100% der Zeit und ich zittere sehr stark. Ich nehme das Neuroleptikum immer um 8 Uhr. Nach der Einnahme bin ich bedeutend ruhiger und müder, aber am nächsten Tag ist es schlimmer als zuvor und ohne die Beruhigungstabletten kann ich nicht mehr ruhig halten. Zusätzlich bin ich deutlich instabilerer was meine Gefühle angeht und fühle mich deutlich depressiver. Meine Psychiaterin meinte es könnte nicht an dem Medikament liegen. Aber ich und meine Angehörigen können uns nicht vorstellen das all diese negativen Symptome, die sich seit der Einnahme des Neuroleptikums, verstärkt haben, einfach so kamen.

    Ich bin aktuell sehr unsicher welchen Schritt ich als nächstes machen soll und ich bin für alle Vorschläge und Vermutungen offen.

    Wenn ihr euch diesen Roman geben konntet, vielen Dank!

  • -klingt wie eine Mischung aus mir und meinem Sohn (beide ADS, also ohne H für Hyperkinetisch)


    Glückwunsch oder Beileid, das darfst Du Dir raussuchen,


    aber auf jeden Fall erst mal Willkommen in der Runde



    Allein Dein langer Text ist Hinweis genug. Vermutlich wirst Du nicht in der Lage sein lange Romane zu lesen, dafür aber Fachbücher die Dich interessieren. Handschriftliche Texte kannst Du selbst nicht lesen aber am PC binnen kurzer Zeit Dein Hin ausschütten..... liege ich falsch?


    Lies Dich mal durch diese Seite, die vielen Neuvorstellungen, die Dir vermutlich bzgl. Deiner einen Erlebnisse bekannt vor kommen und dann geh mal auf die Site adxs.org. (dort gibt es auch einen recht guten Test)


    Das Thema Cannabis ist sehr Typisch für AD(H)S. Es muss Dir also nicht peinlich sein, da es viele so machen, die nicht auf die Idee kommen, beim Psychodoc mal auf ADHS / ADS testen zu lassen.


    Oft heisst es, bei Erwachsenen ginge das weg. Tatsächlich nutzen viele dann Alkohol und Nikotin um durchs Leben zu kommen.



    Wenn die Psychologin die diversen Tests für die Diagnose macht, soll sie mal auch einen IQ-Test machen.

    Der wird Dich überraschen ;)



  • Vielen Dank für deine schnelle Antwort!


    Bezüglich der Romane, passt sehr gut ^^ . Ich hatte in meinem Leben zwei Buchreihen, die mich interessierten. Diese habe ich wirklich gerne gelesen. Aber das wars auch an Romanen. Für die Schule musste ich auch einiges lesen, habe es aber entweder nur mit wirklich viel Mühe und Disziplin geschafft, oder einfach gar nicht. Lesen fällt mir allgemein eher schwer. Ich bin deutlich langsamer als andere und kann schlecht Seiten überfliegen, eigentlich kann ich das gar nicht. Ich muss mich dafür immer wahnsinnig konzentrieren. Es fühlt sich immer an als würde ansonsten alles was ich lese nicht hängen bleiben.


    Ich habe den Test auf adxs.org gemacht. Bin aber etwas verunsichert. Ich habe 29 von 35 Merkmalen. Wobei ein Merkmal, Schulprobleme, nicht dabei war. Dieses kann ich aber ohne bedenken und Zweifel auch dazu zählen. ?(


    IQ-Tests habe ich schon zwei hinter mir. Ist schon einige Jahre her, aber diese waren auch sehr merkwürdig. Im ersten Test hatte ich 125 Punkte für logisches Denken und 128 für Vokabular und Sprache. Im zweiten Test hatte ich 118 Punkte für logisches Denken und 125 Punkte für Vokabular und Sprache. Was mich stutzig macht ist, dass meine Leistungen und Fähigkeiten bezogen auf logisches Denken, im reellen Leben, deutlich stärker sind als meine Sprachfähigkeiten. Ich vermute aber es liegt daran, dass für die Tests die ich gemacht habe, kurze konzentrationsaufgaben verwendet wurden. Gleiches Problem war einmal in der Schule. Wir hatten einen Test für Leistungsmessung und ich schnitt in Mathe unterdurchschnittlich ab, obwohl ich mit meiner Mathe Verständnis jeden im Jahrgang übertrumpfte.

  • Viele der Merkmale des adxs.org Tests hatte ich vorher gar nicht als AD(H)S Symptome eingeordnet. Da ich wegen so gut wie all diesen Symptomen schon seit Jahren in Therapie bin, bin ich erstaunt dass meine Psychologin nicht vorher auf die Idee gekommen ist.


    Aber wie meine Mutter mir schon öfter gesagt hatte, ich setze mir eine so gute Fassade auf, dass die meisten gar nicht wissen wie es darunter aussieht.

  • Fassade... genau deswegen wurde ich nie erkannt und auch mein Sohn würde keiner als ADS-ler erkennen, wenn er nicht so wahnsinnige Konzentrationsprobleme hätte.

    Er ist im IQ schon ohne Medikamente weit oben. Nur das Kurzzeitgedächtnis reist alles runter.

    Er hat den Spitznahmen "Prinz Charming" von uns bekommen, da er nach außen sehr gewinnend ist aber innerhalb der Familie eher wie "dr jekyll and mr hyde".

    Handwerklich und praktisch ist er seinen Klassenkammeraden weit voraus. Er befasst sich mit seinen 7 Jahren schon mit Ökologie und Technik.


    Er leidet sehr unter seinem Wesen und seinen Konzentrationsproblemen. Schon mit 6 Jahren kam er aus der Schule, warf sich weinend ins Bett und meinte "Ich bin doof!" (das führte u.a. zu meiner Recherche und der Diagnose)


    Bei mir ist es etwas Komplizierter. "Damals" haben Kinder keinerlei Unterstützung bekommen, wenn sie irgendwie funktionierten. Dass sie leiden interessierte niemand.


    Die "Fassade" hat mir geholfen durch das Leben zu kommen und irgendwann konnte ich mich so gut beherrschen, dass ich meine "Gaben" (u.a. hoher IQ) zu meinem Vorteil nutzen konnte, bis zu meinem Burnout...


    Kümmre Dich um Hilfe für Dich, damit Dir der Mist erspart bleibt, den ich erleben musste.

  • Umso mehr ich über AD(H)S lese desto mehr Gemeinsamkeiten finde ich, die bei mir zutreffen. Es würde mein ganzes Krankheitsbild ausnahmslos Beschreiben, mit nur einer Diagnose… Aber bevor ich mich zu schnell in etwas rein steiger, habe ich mal meine Psychiaterin angeschrieben, dass meine Psychologin AD(H)S bei mir vermutet und ich mich gerne darauf testen lassen möchte. Hoffentlich bringt das mehr Licht ins dunkle.

    Mir wurde oft vorgeschlagen ich sollte in Gruppentherapie, um mich mit anderen Leuten mit Depressionen auszutauschen. Mein Problem war aber immer, dass ich mich absolut nicht mit den Problemen anderer identifizieren konnte. Wenn ich mich dann mit Leuten ausgetaucht habe, habe ich mich immer missverstanden gefühlt.

    Was ich hier in diesem Forum gefunden habe ist das erste mal dass ich mir denke, wow, dem/der geht es wie mir. Deshalb ein großes Danke für die hilfreichen Antworten!


    Ich habe keine Depression per se. Bei mir war es immer schon so, wenn ich Leistung zeigen muss, kann ich dies nur sehr kurz und danach fühle ich mich ausgebrannt. Wegen dieser enormen Anstrengung habe ich dann eine Angst vor Leistungen entwickelt. Kurzgesagt, meine „Depression“ kam immer nur auf, wenn ich Leistung zeigen musste. In anderen Situationen waren die Symptome einer Depression nur minimal oder nicht vorhanden. Ein bisschen wie bei einer Manischen Depression, nur das die Manien, Normalzustände sind.


    In meiner Schulzeit hatte ich den Stress der Schule auch nach der Schule nicht aus dem Kopf bekommen. Mein Kopf war immer wie auf Alarmstellung.

    Als ich 12 war konnte ich nur an Wochenenden richtig entspannen. Mit 15, ging es nur noch in den Ferien und mit 17, nur noch in den 6 Wochen Sommerferien. Seit dem ich mit 18 meinen kleinen Zusammenbruch hatte, ist es zu einem Dauerzustand geworden.

    Es fühlt sich an als wäre der An- und Ausschalter für meinen Kopf kaputt. Selbst wenn ich frei habe, ist mein Kopf auf das nächste „Event“ fokussiert und ich bekomme beklemmende Gefühle, selbst wenn das nächste „Event“ nur ein 2 Stunden Arbeitstag ist, welcher noch eine Woche entfernt ist. Es ist komplett irrational. Es fühlt sich an, als ob mir jemand Aufputschmittel in den Tee gemisch hätte.

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