Samstag (18mg) ADHS-Klettern beim DAV

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Sohn und Mama schlafen, während Papa seit 06:00 das Frühstück vorbereitet hat und vor dem PC hockt.


08:00 es kommt Leben in die Bude

08:45 Kinecteen mit 2 Nutella Broten und Wasser, sehr viele Ideen, darum immer wieder vom Tisch aufgestanden und durch die Wohnung geflitzt. Der Kletterhallentermin von 09:00 ist nicht mehr zu schaffen aber der mosernde Sohn ist 09:15 endlich angezogen und wir können mit einem Rucksack voll Kuscheltiere los.

10:15 an der Kletterhalle > Verweigert Anlegen der Klettergurte und klettert frei an der Boulder-Wand (Erwärmungswand mit dicker Matte), spielt mit seinen Plüschtieren

11:00 mit dem Vorschlag, die Plüschtiere in die Wand zu hängen, war die Aufmerksam des jungen Bergretters geweckt. Der Trainer platzierte Hasen und Eisbär also hilflose Personen mitten in der Kletterwand und der Junior ist gut gesichert in die Rettungsaktion gestartet. Im Anschluss folgte noch eine Runde Toben über die Matten mit beginnender Renitenz

12:30 Mittagessen bei den Großeltern, dann spielen mit dem Großvater, den er nun 4 Wochen nicht gesehen hat.

13:30 Start Spielmarathon mit Opa, Rollenspiele mit Tieren, Spielszenen mit Bausteinen, > sehr ideenreich und wache Interaktion > immer wieder Oppsition und Schimpfworte bei Missfallen, die binnen kurzer Zeit wieder in übertriebene Nähe kippten

18:30 Abendessen, zu Beginn Opposition und Schimpfworte > zum Ende diensteifrig den Tisch abgeräumt > weiter spiele mit Opa

20:10 eine Ermahnung der Großmutter reißt die Spielden und den in ADHS-Literatur versunkenen Vater aus ihrer Abwesenheit und es geht mit mäßigem Tempo und anhaltendem Protest des Rumpelstilzchens gen Heimat. Unterwegs reihte sich die Mama hinter uns ein und die "Familienkolonne" kam gemeinsam zuhause an.

20:45 der Junior lümmelt vor dem TV, während die Eltern in der Küche den Tag reflektieren und Pläne für den Sonntag schmieden.

21:00 bis 22:00 Kuschelhaufen aller Familienmitglieder auf der Couch > Porteste des Kindes, den Schlafanzug anzuziehen und später wieder Beschimpfungen mündeten im Sofortigen Ende. Der Junior wurde vom Vater jammernd ins Bett getragen, während er sich in klarem aber ruhigen Ton anhören durfte, warum das Maß nun voll ist. Mama kam noch mal ans Bett und schnell war bei Radio und Nachtlich ruhe eingekehrt, wo bei nach einer 1/2h noch mal ein weinendes Aufschrecken statt fand.


Wirkung:

- geistige Tiefe, Konzentration und Ausdauer in Wirkzeitraum: sehr gut

- Affekt und Opposition in Wirkzeitraum: sehr problematisch und nur im soz. Nahbereich


> viel Fantasie und sehr klare, helle, gut formulierte Dialoge ; hohe Konzentration mit guter Motorik; über lange Sequenzen kein Bedarf an TV (erst Nachmittag 15:00 bis 16:30)


> immer wieder durchbrochen von mässig oppositionellem Verhalten (Gesten, KEINE Angriffe) über wenige Sekunden bis Minuten, - gezielte Deeskalation durch ruhigen Ton und Abwarten (Vater / Großvater)


> selten Wut bei nicht lösbaren, selbst gestellten Aufgaben, die aber nicht verschoben, sondern auch unter Knurren weiter geführt werden; Der Rat, doch später weiter zu machen wird durch die Zunge oder obszöne Gesten quittiert.


> immer wieder umschlagende Emotionen zwischen Zorn und Freude