Freitag (18mg) zweiter Schultag nach Kur

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

06:30 Aufstehen

07:00 10mg X. + 2 Nutella Toasts

08:15 Anruf der Schule > Bauchschmerzen > Abholung durch Mutter (Spätdienst)


13:00 Milchreiß von Oma; TV da Papa etwas ruhen will, Er mahlt und bastelt während TV, kleine Aufträge von Papa führen zu mäßiger Opposition


15:30 Opposition, Schimpfworte und obszöne Gesten haben ein unerträgliches Ausmaß angenommen > Vorgabe in den Wald zu gehen, über 10 Minuten immer wieder ruhig wiederholt, dann war er plötzlich schneller angezogen an der Tür als der Papa im Rebound-Tief, sogar Vorgaben zu Kleiderordnung wurden akzeptiert, wenn im richtigen Tonfall geäußert

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Die Vorschläge der Zielorte für die Wanderung wurden immer wieder negiert.

Am Abstellort hat es 10 Minuten gedauert, bis des Kind das Auto murrend verlassen hatte.

Dann über 3 km ungestümes herum toben parallel der Waldwege, die Papa entlang lief.


Viel Begeisterung für Reste frisch gefällter Bäume. Nach 4 km große Felsformationen mit Höhlen seitlich des Bergkammes, die aufmerksam erkundet wurden und ein Dialog über die dort möglicherweise wohnenden Tier entspann.

Weiter entlang des Bergkammes kamen wir ins Zielgebiet. Vor wenigen Tagen wurde hier am Sporn aus Holz ein Moos eine kleine Schutzhütte errichtet und auch eine Feuerstelle war zu finden. Dann wurde der dort befindliche Geocache vom Junior geborgen und ein Spielzeug getauscht, während Papa das Logbuch signierte.

Der Rückweg führte nicht über den Kamm, sondern nach einem Steilen Abstieg in den Talkessel hinauf durch eine Klamm, die mit Geröll von der Größe einer Kommode bis zur Größe eines LKW verlegt war.

Papa war deutlich eher erschöpft als das kleine Eichhörnchen, das abenteuerlich von Stein zu Stein sprang. Nach 2x Rast wurde föllig verschwitzt der Höhenweg erreicht, der zurück zum Auto führt.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Junior keinerlei negative Emotionen gezeigt. Mit Annäherung an das Auto kamen dann Gesten und Schimpfworte zurück.


17:00 zurück an Auto und es dauerte noch 10 Minuten, bis er der Aufforderung die Schuhe im Schnee sauber zu trampeln, nach kam und ich das Auto öffnen konnte, dann turnte er drin herum und saß final kopfüber angeschnallt im Sitz. Irgendwann konnten wir dann los fahren.


17:30 wieder zuhause, keine Frage nach TV sondern Malen und basteln, selten Stimmungsexplosionen, dann Abendessen über sehr langen Zeitraum, da die Weißwürste mit Werkzeugen aus dem Archäologie-Set zerlegt werden mussten. Irgendwann sollte ich die letzte abziehen, doch Papas "Längsschnitt-Technik" sorgte für explosionsartigen Widerspruch, erst als ich begann seine letzte Wurst zu essen, kam er heran gesprungen und verschlang sie unter Tränen.

19:00

Papa hatte das Badezimmer geheizt und die Vorgabe lautete Baden, als alle Handtücher, die der Zwerg aus dem Schrank geholt und in einem flauschigen Wall über den Badewannenrand verteilt hatte, wieder zusammengelegt im Schrank waren, konnten die Schleich-Figuren Einzug halten und die Wanne füllte sich. Später kam Papa ebenfalls in die Wanne und Schlacht der Dinos und Seemonster begann.

--in der Stunde keinerlei Opposition oder Wut--

20:00

Papa steigt aus der Wanne und schaut in die Zeitung, bis der Sohn nach ihm ruft. Das Badezimmer, das die Stunde Anwesenheit des Kindes bis dahin unbeschadet überstanden hatte, war nun binnen drei Minuten vom Kranz des Spiegelschrankes bis in die letzte Fuge bespritzt, ein tiefes Durchatmen und ein Tadel in mäßigem Ton aber deutlichem Vorwurf, >

20:15 endlich kehrt vor dem TV Ruhe ein und 20:45 kommt die Mama von der Arbeit und wird von ihm mit einer stürmischen Umarmung begrüßet.

21:15 nun ich auch Mama mit auf der Couch und Papa verabschiedet sich ins Bett.

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Wirkung:

- geistige Tiefe, Konzentration und Ausdauer in Wirkzeitraum: großartig

-Affekt und Opposition in Wirkzeitraum: extrem problematisch


> sehr klare, helle, gut formulierte Dialoge ; hohe Konzentration mit sehr guter Motorik; viel Fantasie und über lange Sequenzen kein Bedarf an TV


> immer wieder durchbrochen von massiv oppositionellem Verhalten (Gesten, Schreien, Toben, KEINE Angriffe) über wenige Sekunden oder Minuten, - gezielte Deeskalation durch ruhigen Ton und Abwarten


> hin und wieder Tränen und Wut bei nicht lösbaren, selbst gestellten Aufgaben, die aber nicht verschoben, sondern auch unter Tränen weiter geführt werden; Der Rat, doch später weiter zu machen wird durch die Zunge oder obszöne Gesten quittiert.


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