Sonntag 2. Tag mit 18mg

ich selbst habe erst 01:00 ins Bett gefunden, konnte aber dank Ohrenstöpsel und Augenbinde dann doch schlafen


08:45 zupft das Kind an der Bettdecke, Mist verschlafen! Die Küche gleicht einem Spielparadies, da er seine große Legokiste dort ausgekippt hat und munter vor sich hin baute. Statt Donnerwetter habe ich es etwas zusammen gekehrt und bin zum Frühstück machen darum herum gelaufen. (barfuß)

09:00 der Junior fragt nach der nächsten Tablette, schafft es die Dose selbst zu öffnen und nimmt sie mit viel Wasser, Dann noch ein Nutellabrot mit Butter drunter, dann gemeinsames rimlümmeln und er ließt einer Mutter aus eigenem Antrieb aus einem Lego-Ninjago-Heft vor. (habe heimlich das Radio ausgemacht, um Störgeräusche zu vermeiden)

10:00 ein singendes gutgelauntes Kind (Weihnachtslieder) flitzt durch die Wohnung, baut hier, fragt dort, will wissen, wann wir endlich draußen am Zaun weiter bauen.

Endlich sind wir draußen und er entfernt eifrig das morsche Holz aus den Bodenhülsen, genau so wie es Papa vorgemacht hat.

11:30 ein altes Tantchen muß zum Familiendiner abgeholt werde und er will mit.

12:30 die Familie ist am Tisch versammelt, das Kind ist fast zu beschäftigt um an den Tisch zu kommen, beim Aufteilen auf die Teller ein erstes Opponieren, die alten Damen der Gesellschaft quatschen mit platten gutgemeinten Sprüchen im Kanon auf das Kind ein.

Dieses wird sichtlich nervöser und springt auf, rennt davon. Kurz darauf ein rumpeln, er kommt zur Tür herein, ist geknickt und greift sich die Küchenrolle. "Mama komm mit!" . Natürlich springt die Hypo-Mama nicht auf sondern der Papa schaut nach dem Rechten, was dem Junior nicht gefallen will. Er versucht mich in den Raum zurück zu drängen. "Mama, Mama soll kommen!" (er kennt nur zu gut den unbehandelten explosiven ADS-Papa, der ihn schelten würde, dass ist zum Glück seit MPH vorbei und Papa kann ruhig und selbstbeherrscht reagieren und dem Junior helfen)

Ich sehe die Bescherung auf der Treppe, er war ausgerutscht und hatte eine Flasche Multivitaminsaft (die wollte er wohl holen, aller vom Tisch aufsprang) über die Treppe verteilt.

Er sitzt auf den Stufen, das Gesicht in den Armen vergraben und weint, ärgert sich über den nächsten von so vielen Schusselfehlern im Laufe des Tages. Mama kommt nun und tröstet das Kind und wischt mit ihm die Treppe ab.

Zurück am Tisch zetert die Oma "Du bist heute ein böses Kind" direkt falle ich ihr ins Wort "Das hat nichts mit böse zu tun, xxx ist heute reizüberflutet." -Schweigen- Der Junior ist weiter, während die Gesellschaft schwatzt und fast fertig mit essen ist. Nun ist der Junior ebenfalls fertig und Reste von Kloß und Roulade liegen auf dem Teller. "xxx iss auf!" Scheppert die Oma. Er dreht sich um und setzt sich verkehrt herum auf den Stuhl. Oma: "Setzt Dich hin!" der Junior grinst sie an, denn er sitzt ja. Eben nur verkehrt herum.

Wieder quatschen alle erwachsenen auf ihn ein. Er dreht sich um, siebt den Teller von sich weg. Die Oma wieder "Du bist heute ein böses Kind!" ich falle ihr abermals ins Wort. "Das hat mit böse nichts zu tun. Er ist reizüberflutet!".

-wieder Schweigen- Der Junior rennt vom Tisch weg. Später finden wir ihn spielend in seinem Zimmer.

Die Gesellschaft löst sich auf. Der Junior kuschelt sich mit seiner Mutter vor dem Fernseher ein. Wirkt bedrückt und klammert sich fest an sie.

Ich lege mich mit einer 30Min Achtsamkeitsübung ins Bett., doch die Gedanken rennen immer wieder davon und ich breche die Übung ab,

setze meine Arbeit am Zaun hinterm Haus fort. Dann steht der Rücktransport des Tantchens an und der Junior wir keinen sehen.

Später weiter Handwerkliche Tätigkeiten bis auch bei mir der Rebound die Ungeschicklichkeit steigen lässt. Jede neue Schraube fällt herunter, Bohrlöcher werden ungenau, das Holz beschädigt. Ich breche die Arbeiten 17:00 ab. Der Junior hockt noch immer mit seiner Mutter vorm TV.

Nun wird er mobil, turnt in Rollenspielen durch das Haus.

Bekommt das Angebot, noch einmal draußen zu helfen reagiert aber erst als ich wieder rein kommen.

18:15 Abendessen. Er will nichts essen, trägt sich aber dann recht ungeschickt Rührei auf. Nur ein Blick von mir und er vergräbt sein Gesicht in einem Wutkrampf hinter seiner Mutter. Sie ist sehr bedrückt.

3 Minuten später wieder gute Laune und er stibitzt mir ein Brot vom Brettchen. Alle grinsen und lassen ihn gewähren. Er isst.


18:45 Der Junior turnt wieder fechtend durch das Haus.

19:30 Terra-X schaut er nicht wie sonst zwischen uns gekuschelt auf der Couch, sondern turn durch das Wohnzimmer und schaut immer mal hin. --Irgendwie hat er gestern und heute am Abend viel zu viel Energie übrig--

20:15 erster Anlauf ins Bett, langweilige CD an, Bücher, ...

bis jetzt 21:15 kam er im 15Min Takt mit "kann nicht schlafen", "was Trinken", und ist immer wieder wühlend im Zimmer und im Flur zu hören.

Das "kann nicht schlafen" klingt ehrlich und verzweifelt und ich kenne es ja von mir selbst. ( Als Kind und bis heute)

22:45 schläft endlich

24:00 läuft weinend durchs Haus




Zusammenfassung:

09:00 18mg

12:30 Reizüberflutung + Schusselfehler

16:00 Ende positive Kurve

18:00 Tiefpunkt Rebound

19:00 zunehmend hyperkinetische Züge, hohe Mobilität

21:00 murrend ins Bett

22:00 trotz altem Hörspiel und Büchern keine Müdigkeit

Kommentare 1

  • (ursprünglicher Kommentar gelöscht, war wohl zu früh gefreut)


    Das klingt nach einem nervenaufreibenden Tag... leider kann die Tablette nicht alle Themen auf einen Schlag lösen...