ADHS Lernstrategien

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Welche Strategien gibt es bei ADHS?


ADHS und Lernen hat viel mit der Persönlichkeit und des Lerntyps des Kindes zu tun. Es gibt jedoch in der Summe etwas, das wir mit Sicherheit wissen: Es gibt nicht die eine ultimative Lernstrategie für ADHS-Kinder. Deshalb muss sich auch die Frage viel mehr um das Kind drehen, als um eine Information aus dem Internet.


Es gibt Kinder, die lernen nur, wenn sie in Bewegung sind. Die laufen durch das Kinderzimmer, und benennen Dinge auf Englisch, um Vokabeln zu lernen. Andere brauchen ein ständiges Hintergrundgeräusch, wie zum Beispiel ein Radio oder den TV. Wieder andere brauchen ein hohes Maß an Ruhe und Stille, das ein Friedhof im Vergleich als hyperaktiv gelten würde. Dann gibt es aber auch jene, die wie jedes andere Kind auch lernen können - was aber selten ist.


Dann stellt sich die Frage, ob das Kind über die Augen oder über die Ohren lernt. Ein gelesener Text ohne Stimme, ist zwar dann gelesen, aber wenn das Kind ihn sich nicht laut vorgelesen hat, dann bleibt nichts im Kopf hängen. Vergleichbares gilt natürlich auch für den visuellen Lerntypus, oder für Kinder, die sich Dinge am Besten merken können, die sie schon einmal aufgeschrieben haben.


Wenn Eltern ihrem Kind eine Lernstrategie beibringen wollen, muss erstmal erarbeitet werden, wie das Kind selbst am besten lernen kann. Das gilt im besonderen auch dann, wenn die Eltern sich nicht mal ansatzweise vorstellen können, dass jemand "auf diese Art" überhaupt etwas in den Kopf bekommen kann.


Lernt mein Kind besser im Rahmen einer Interaktion? Mit der Mutter? Mit dem Vater? Mit anderen Kindern aus der Schule? Braucht mein Kind vielleicht etwas Vertrautes und Persönliches als Lernbegleiter? Erklärt ihr Kind seinem Lieblingsstofftier den Lernstoff? Macht der Einsatz von weiterem Spielzeug beim Lernen Sinn?


In welcher Umgebung lernt mein Kind besser? Ist ein aufgeräumter und sauberer Schreibtisch wirklich besser, als ein Schreibtisch mit sehr viel Zeug darauf? Fühlt sich mein Kind in seiner Umgebung wohl? Fühlt es sich zu Hause?


Wann lernt mein Kind am besten? Nach der Schule? Am Nachmittag? Am Abend? Vielleicht lernt es sogar am liebsten in der Nacht, wenn es drinnen und draußen wirklich ruhig ist, und es keinerlei Ablenkungsmöglichkeiten gibt.


Braucht mein Kind eine Liste mit Lernthemen? Oder kann darauf besser verzichtet werden? Wieviel Zeit braucht mein Kind, um die Inhalte zu erfassen und zu verarbeiten?


Können wir, als Eltern, Lerninhalte in den Alltag unterbringen, ohne dass unser Kind etwas davon merkt, aber wir den Lernerfolg gleichzeitig überprüfen können?



Was ist grundsätzlich falsch?


Das Schlechteste was man machen kann, ist dem Kind eine Lernstrategie oder eine Umgebung vorzuschreiben, mit der es nicht klar kommt. Vor allem Eltern, welche selbst mit dem "klassischen Lernmodell" aufgewachsen sind, haben oft Schwierigkeiten mit der Art und Weise, wie ihr ADHS-Kind lernen möchte. Hier muss die oberste Priorität das Lernziel sein, und nicht die eigene Vorstellung vom "richtigen Lernen".



Finde die richtige Strategie zum Lernen


Lernen bedeutet immer auch ein großes Stück persönliche Freiheit. Und genau jene müssen Eltern ihrem Kind auch einräumen. Das ist nicht immer leicht. Und die Fülle an Informationen, die den "Idealzustand" darstellen sollen, sind sehr umfangreich. Am besten fangen Eltern da an, wo sie wissen, dass das nicht zum Lernziel führte. Schließen Sie aus, was schon probiert wurde, und bieten Sie dann Ihrem Kind Alternativen an.



Und zum Schluss ein ganz heißer Tipp:


Wenn Sie etwas Neues ausprobieren wollen, dann sagen Sie es ihrem Kind nicht. Tun Sie es einfach. Denn dann fühlt sich Ihr ADHS Kind weder beobachtet, noch verspürt es einen Leistungsdruck. Ändern Sie die Strategie, wenn es keinen Erfolg gab – aber nicht täglich etwas Anderes versuchen!



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