Dauer der Nachweisbarkeit von Methylphenidat

ADHS-Zentrum ersetzt keinen Arztbesuch oder andere Fachkraft aus Pädagogik und Recht oder eine sonstige Beratung. Ob der Inhalt bei Ihnen oder ihrem Kind zutrifft, muss jeder für sich im Einzelfall abwägen und eigenverantwortlich entscheiden / prüfen lassen.

Die durchschnittliche systemische Clearance nach einmaliger intravenöser Gabe beträgt 0,565 l/h/ kg (0,40 ± 0,12 l/h/kg für d-Methylphenidat und 0,73 ± 0,28 l/h/kg für l-Methylphenidat). Nach oraler Gabe werden etwa 78 – 97 % der Dosis in 48 bis 86 Stunden über den Urin und 1 bis 3 % über Fäzes in metabolischer Form ausgeschieden. Nur eine geringe Menge (< 1 %) unverändertes Methylphenidat ist im Urin auffindbar. Ein Großteil einer intravenösen Dosis (89 %) wird mit dem Urin innerhalb 16 Stunden, wahrscheinlich ungeachtet des pH-Wertes, als Ritalinsäure mit dem Urin ausgeschieden.


Es gibt verschiedene Verfahren Methylphenidat nachzuweisen. Eine Bestimmung ist der Nachweis von Ritalinsäure im Urin. Dabei wurde festgestellt, dass nach 72 Stunden nach der letzten Einnahme die Ritalinsäurekonzentration unterhalb der in der Literatur angegebenen Höchstgrenze lag (Schänzer et al., 2006). Ein weiteres Verfahren ist der Nachweis amphetaminspezifischer Metabolite im Urin, die zwar nicht wirksam sind, aber 7 bis 14 Tage nach dem Absetzen noch nachweisbar sein können (Steinacker and Nething, 2004).


Im Rahmen der Harmonisierung der Fachinformationen und Gebrauchsanleitungen (SPCs/PILs) aller MPH-haltigen Produkte in Europa wurde unter Punkt 4.4 (Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung) in der „SUMMARY OF PRODUCT CHARACTERISTICS“ bzw. Fachinformation aller MPH-haltigen Produkte der folgende Hinweis aufgenommen: „Drug screening: This product contains methylphenidate which may induce a false positive laboratory test for amphetamines, particularly with immunoassay screen test.”.


ANNEX III - AMENDMENTS TO THE SUMMARY OF PRODUCT CHARACTERISTICS AND PACKAGE LEAFLET” können Sie frei unter Verwendung des folgenden Internetpfads:

http://www.ema.europa.eu/docs/…nidate_31/WC500011138.pdf im Internet einsehen.


Gemäß Fachinformation zu Medikinet® adult findet man unter Punkt 4.4 (Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung) den Hinweis: „Dieses methylphenidathaltige Arzneimittel kann zu einem falsch positiven Laborwert für Amphetamine führen, insbesondere bei Verwendung von Immunoassay-Methoden.“ (Fachinformation Medikinet® adult; Stand: August 2016).


In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die folgende Veröffentlichung aufmerksam machen:

- Matthias Pfäffli, Franz Oswald, Wolfgang Weinmann

- Urinschnelltests (Immunoassays) auf Drogen und Medikamente.

- Schweiz Med Forum 2013;13(16):318–322

- http://www.medicalforum.ch/docs/smf/2013/16/de/smf-01491.pdf


Pfäffli et al. (2013) schreiben hier u.a.: „Ein positives Resultat in einem Urinschnelltest spricht für einen Konsum der entsprechenden Substanz, sagt jedoch nichts darüber aus, ob die geprüfte Person zum Zeitpunkt der Uringewinnung unter dem Einfluss der entsprechenden Substanz stand. […] Am häufigsten treten falsch-positive Resultate bei Amphetamin-Gruppentests auf.“


Tabelle 1 auf Seite 320 des Beitrages geben einen Übersicht der Arzneiwirkstoffe, die falsch-positive Resultate in Urinschnelltests verursachen können.


Laut Pfäffli et al. (2013) empfiehlt es sich, beim Hersteller oder Anbieter eines verwendeten Tests Informationen zu den bekannten, produktspezifischen Kreuzreaktionen einzuholen.


Den vollständigen Artikel von Pfäffli et al. (2013) kann man unter Verwendung des oben aufgeführten Internetpfads frei im Internet einsehen.



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