Methylphenidat und Valproat bei Epilepsie und ADHS

Der Wirkstoff Methylphenidat in Kombination mit Valproinsäure (z.B. in Valproat) muss jeder Patient für sich selbst austesten. Ein generelles "ja, kein Problem" gibt es nicht. Bei Kindern müssen die Eltern ganz besonders gut aufpassen und beobachten. In jedem Fall sollten Veränderungen wie die Anfallshäufigkeit der Epilepsie und die ADHS-Symptomatik für den Arzt mit Datum und Zeit dokumentiert werden.


Am besten ist es, das hinzukommende Medikament langsam einzuschleichen und das bereits eingenommene Medikament wie gewohnt zu nehmen. D.h. man fängt beim hinzukommenden Medikament in ganz geringen Dosen an und steigert diese dann so hoch wie nötig, bzw. auf die vom Arzt vorgegebene Dosis. Ob nun der Wirkstoff Methylphenidat oder Valproinsäure zuerst über einen längeren Zeitraum eingenommen wurde und das jeweils andere hinzukommt spielt keine Rolle.


Für den Fall das Nebenwirkungen auftreten, sollten entsprechende Maßnahmen vor dem Versuch mit dem Arzt abgestimmt werden. Grundsätzlich gilt: Bei Nebenwirkungen den Arzt aufsuchen!


Insgesamt gibt es in der Praxis durchaus gute Erfahrungen mit einer Kombination aus Methylphenidiat und Valproinsäure (z.B. Valproat). Trotzdem kann jeder Patient anders reagieren. Es lässt sich also nicht vorhersagen was passiert. In den schlimmsten Fällen reicht ein Absetzen des hinzukommenden Medikaments. Und da die Medikation eingeschlichen wird, sollten Risiken und Nebenwirkungen bereits früh erkannt werden. Dies mindert das Gesamtrisiko auf ein nötiges Minimum.


Wichtiger Hinweis: Bevor ein solcher Versuch gestartet wird, wenden Sie sich an ihren Behandelnden Arzt und unternehmen Sie auf keinen Fall einen Selbstversuch! Wenn die Epilepsie und ADHS von zwei verschiedenen Ärzten betreut werden, dann fragen Sie vor einem Versuch unbedingt beide!



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