ADHS - Methylphenidat bei Epilepsie

Zusammenfassung (Christian Tietgen)


Laut Beipackzettel von Präparaten mit dem Wirkstoff Methylphenidat (z.B. Ritalin) kann sich durch die Einnahme solcher Medikamente die Krampfbereitschaft erhöhen. Aus diesem Grunde stellt sich die Frage, ob es vertretbar ist, bei Patienten mit ADHS und Epilepsie Methylphenidat anzuwenden.


Bei Patienten, welche unter Antikonvulsiva (= Medikamente zur Behandlung von Epilepsie) anfallsfrei sind, führte die ADHS-Therapie mittels Methylphenidat nicht zu neuen oder häufigeren epileptischen Anfällen.


Bei Patienten, welche nicht anfallsfrei waren, wurden leichte Erhöhungen der Anfallsfrequenz festgestellt. Dies konnte jedoch nur bei einer einzigen sehr kleinen Probandengruppe und nur bei dieser einen Arbeit festgestellt werden.


Patienten mit kindlicher Absencen-Epilepsie und juveniler myoklonischer Epilepsie konnte teilweise sogar eine deutliche Besserung des Anfallsleidens festgestellt werden. Dies konnte bereits vor Jahrzehnten bei anderen Stimmulantien (<a href="../w81/ADHS/d-Amphitaminsaft_bei_ADHS.php" title="d-Amphitamin" target="_self">d-Amphitamin</a>; Benzedrin) beobachtet werden.


Die positive Wirkung der Stimmulanzien bei bestimmten Anfallsformen ist unter dem Aspekt bemerkenswert, dass psychopathologische Ähnlichkeiten zwischen ADHS-Patienten und Patienten mit juveniler myoklonischer Epilepsie bestehen.


Der Einsatz von Methylphenidat ist demnach bei anfallsfreien (unter Antikonvulsiva) Patienten mit Epilepsie und ADHS nicht nur vertretbar, sondern unbedingt einzuleiten, wenn eine sichere ADHS-Diagnose vorliegt.


Bei nicht anfallsfreien Patienten kann es möglicherweise - im Einzelfall - eine leichte Erhöhung der Anfallsfrequenz auftreten.


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