Haben wir heute mehr ADHS als früher?

Fakt ist: In der heutigen Zeit haben Eltern ihre Scheu vor Kinderpsychiatern und Kinderpsychologen weitestgehend verloren. Väter und Mütter sind heute auch viel offener für die Probleme ihrer Kinder und nehmen die Hilfen gerne an, die ihnen zur Verfügung gestellt werden. Die modernen Eltern hören und sehen hin, wenn ihre Kinder etwas sagen.


Haben wir mehr ADHS-Kinder als früher? Die Antwort lautet ganz klar: Nein. Tatsache ist, dass unsere Kinder heute in den Schulen einem verschärften Blick der Lehrer ausgesetzt sind. Durch eine bessere Ausbildung und verbesserten Fortbildungsmöglichkeiten der Lehrerinnen und Lehrer haben wir es mit einer ganz neuen Generation von Lehrkräften zu tun.


Trotzdem erleben Eltern immer wieder, wie ihre Kinder durch Lehrkräfte geradezu "fertig gemacht" werden. Für diese Lehrkörper gilt: Durch Mobbing von Kindern und dem ignorieren von Umständen wird es nicht besser. Engagement ist heute mehr gefragt als früher!



Auch die Eltern spinnen


Gleiches gilt auch bei Erwachsenen. Haben sich Erwachsene mit einer "Macke" früher selbst ausgegrenzt, gehen sie heute ihre Andersartigkeiten bereitwillig an. Der große "ADHS-Run" von Erwachsenen ist seit einigen Jahren ungebrochen. Real betrachtet haben wir heute nicht mehr erwachsene mit ADHS als vor 20 Jahren. Anders als früher ist es heute so, dass erwachsene ihre Probleme freiwillig und offen begegnen. Die Pädagogik in ihrer Kindheit hat ihnen (u.a.) auch dies gelehrt.


Wir leben in einer Zeit, in der es erlaubt ist, seine Probleme und Schwierigkeiten anzugehen. Die meisten Erwachsenen mit ADHS finden zu der Ursache ihrer eigenen Probleme erst durch die Diagnostik ihrer Kinder.



An die Lehrkräfte in der Schule denken nur wenige


Laut der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) leidet jede dritte Lehrkraft am Burn-Out Syndrom. Grund dafür ist ein ganzes Paket an Umständen, welche sich negativ auswirken.

  • Zu große Klassen
  • Schlecht ausgerüstete Schulen
  • Zu wenig Lehrkräfte
  • Zu viele Problemkinder pro Klasse (und längst nicht nur ADHS!)
  • Zu viel Schulstoff in zu kurzer Zeit
  • Zu viel unsinnige Lehrinhalte
  • Mobbing an Schulen
  • Zu wenig Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit
  • Die Liste ist lang!

Und Schlussendlich leiden nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer darunter, sondern in Folge dessen auch die Schüler - nicht nur die Schüler mit ADHS.


Buchtipp: Ich dreh gleich durch!: Tagebuch eines ADHS-Kindes und seiner genervten Leidensgenossen (Amazon.de)