Gesunde Ernährung bei ADHS

Der positive Trend zur gesunden Ernährung ist nicht nur erfreulich, sondern auch eine Investition in die eigene Zukunft. Denn nur gesunde Nahrung sorgt für einen gesunden Körper. Und ein gesunder Körper bietet viel Raum für die Seele und ihrem Wohlbefinden. Die eigene Gesundheit ist das vermutlich höchste private Gut, was der Mensch besitzen kann.


Eine gesunde Ernährung ist bei Kindern und Erwachsenen mit ADHS noch wichtiger, als bei Menschen, welche nicht von ADHS betroffen sind. Der Grund dafür, ist die oftmals krankheitsbedingte Art und Weise der Nahrungsaufnahme.


Immer noch sind die Eltern "froh", wenn ihr ADHS-Kind überhaupt etwas isst. Immer geht alles nur sehr schnell, neben dem Computer oder auf dem Weg zur Schule. Aber auch bei den erwachsenen ADHSlern ist es nicht besser. Wenn er Hunger hat, dann muss er jetzt Essen und kann nicht noch eine Stunde abwarten, bis das Abendessen zubereitet ist.


Interessant ist dabei, dass ein Großteil der Hyperaktiven Kinder und Erwachsene (z.T. sehr) aggressiv werden, wenn sie Hunger haben. Hypoaktive Kinder und Erwachsene hingegen fangen eher an zu jammern und zu "maulen".


Es fällt Kindern wie auch Erwachsenen schwer sich an den Tisch zu setzen, das Essen auf den Teller zu legen, sich ein Glas Saft einzuschenken und dann in Ruhe zu genießen. Dieser Vorgang dauert ihnen viel zu lange und ist vor allem auch langweilig. Das gemeinsame Essen ist für ADHS-Kinder als auch für ADHS-Erwachsene eine extrem große Herausforderung und belastet ihren sehr kurzen Geduldsfaden bis aufs äußerste.


Es braucht deshalb viel Disziplin, Nerven und vor allem auch Symptomtoleranz aller Anwesenden.



Unterschied zwischen Hyperaktiv und Hypoaktiv


Bei hyperaktiven Erwachsenen ist es ganz einfach. Sie bringen sich am besten in die Position, dass sie während der Mahlzeit noch mal an den Kühlschrank laufen müssen - bzw. dürfen. Eine Saftfalsche die fast leer ist, könnte als Auslöser genutzt werden. Ein "Fehlerhafter" Tisch kann in gewissem Rahmen für Ruhe sorgen. Alternativ können aber auch hyperaktive Kinder solche Aufgaben übernehmen. Diese haben dann nicht nur dem Bewegungsdrang nachgegeben, sondern auch dem oftmals anzutreffenden "Helfersyndrom" und am Ende haben sie ein kleines - aber feines - Erfolgserlebnis.


Hypoaktive dagegen essen oft sehr langsam und träumen vor sich hin. Sie essen, brauchen aber ihre Zeit. Die anderen sind oft schon zweimal fertig, wenn sie gerade mal bei der Hälfte des Brotes angekommen sind. Hier braucht es die Geduld von Engeln.



Was kann ich tun?


Egal welche Form von ADHS vorliegt, und egal welches Alter das betroffene Familienmitglied hat: Es ist immer ein Kampf. Und es gilt diesen Kampf zu beenden. Und dazu gehört in erster Linie die Akzeptanz, dass ADHS-Patienten einfach anders "ticken". Die Lösungen können ganz individuell ausfallen. Und deshalb ist es so schwierig, einfache und immer funktionierende Patentlösungen anzubieten.


Die Kernfrage die sich jeder selbst beantworten muss, lautet: Was ertrage ich und wo will ich hin? Der Weg zur Antwort kann dabei sehr vielfältig sein.


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