ADHS Symptome können sich mit dem Alter verändern

ADHS Symptome können sich mit dem Alter verändern
ADHS Symptome können sich mit dem Alter verändern

Das sich ADHS nicht auswächst, ist inzwischen bekannt. Das die Symptome sich aber verändern, das konnte schon immer beobachtet werden. Und so gesehen, ist es keine neue Erkenntnis. Aber es bleiben die Fragen, wie und warum sich die ADHS-Symptomatik mit steigendem Alter verändern.


Wenn wir einen kleinen Ausflug in die Hirnforschung machen, dann finden wir zügig heraus, das unser Gehirn nichts anderes ist, als ein Organ. Eines von vielen Organen. Und alle Organe haben etwas gemeinsam: Sie wachsen, sie erneuern sich, sie entwickeln sich weiter. Und so geht es auch mit unserem Gehirn. Es wächst heran, es entwickelt sich, und es ist über die Jahrzehnte hinweg ein Organ, das sich verändert.


Wir wissen aus der Hirnforschung auch, das Teile des Gehirns, die nicht so gut funktionieren, durch andere Hirnareale ausgeglichen werden können. Das bedeutet, Funktionen können ganz oder in Teilen im Gehirn wandern gehen. Und das so lange, bis die Funktion erfüllt ist. Das ist jetzt natürlich wenig wissenschaftlich und etwas arg überspitzt dargestellt. Aber es soll auch nicht wissenschaftlich korrekt sein, sondern man soll sich ein Bild davon machen können, warum sich die ADHS-Symptome verändern können. Und dafür reicht die Beschreibung.


Natürlich ist von der Hirnentwicklung jeder Mensch betroffen. Das hat mit ADHS selbst nichts zu tun. Und darum kann man auch beobachten, wie sich "normale" gesunde Menschen im Verlauf des Lebens verändern. Wer als junger Erwachsener schnell gereizt reagiert, und 20 Jahre später die Gelassenheit in Person ist, dann hat das mit der Entwicklung zu tun. Unter anderem ist hier auch das Hirn beteiligt.


Die Krankheit ADHS wächst sich also nicht aus. Aber sie kann sich durchaus in der Symptomatik verändern. Beispielsweise kann die äußere Unruhe, also die Hyperaktivität, sich nach Innen verlagern. Das Chaos im Kopf nimmt also zu, während es äußerlich weniger sichtbar ist. Und weil es äußerlich weniger sichtbar ist, glauben viele, ADHS würde sich auswachsen - was aber wie gesagt nicht der Fall ist.


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator