ADHS Elterntraining: Grundlagen

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Elterntraining, in jeglicher Form, sollte immer sachbezogen beginnen. D.h., dass es zunächst um sachliche Informationen, wie z.B. Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten, geht. Daraus ergibt sich für die Eltern und Trainer ein Bild, welches Behandlungsmethoden sinnvoll macht und den Handlungsspielraum der Eltern spontan erweitert. Gezieltes Arbeiten wird dadurch möglich gemacht.


Der nächste entscheidende Punkt ist, dass die Eltern ihr Kind so akzeptieren wie es ist und nicht in ein Zwangsmuster hineinpressen wollen. Anschließend wird verhaltenstheoretisches Wissen vermittelt.


Wichtig ist, dass die Eltern lernen sich an kleinen Erfolgen zu erfreuen. Und vor allem, dass sie ihrem Humor wiederfinden, welcher oft verloren gegangen ist. Denn viele Lebenssituationen haben auch etwas Humorvolles an sich. Energiereserven müssen besser eingeteilt werden, auch und besonders, in Extremsituationen.


Was nützt einem das Wissen, wenn dies nicht angewendet werden kann? Nichts. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, den Eltern einen "Werkzeugkasten" mit auf den Weg zu geben, welcher entsprechendes "Werkzeug" beinhaltet um mit Kind und Familie umgehen zu können. Wichtig ist, dass die Anwendung der "Werkzeuge" erprobt wird, und dabei auch Situationen passieren, welche nicht in Lehrbüchern zu finden sind.



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    Kommentare 1

    • Ich würde diesen Chat gern nutzen, um ein bisher noch nicht beleuchtetes Thema anzuschneiden. "ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie" / "ADHS-Eltern und Gewalt gegen Kinder" Ich ü40 AD(H)S + meine Sohn u10 ADHS sind hier die Hauptakteure meiner Beschreibungen. Wir beide wurden erst vor wenigen Monaten diagnostiziert und seither ist vieles anders. Als noch nicht diagnostizierter AD(H)S-ler kann ich mich an viele Situationen erinnern, in denen sich eine Situation zwischen mir und meinem Sohn mal schnell und mal allmählich hochgeschaukelt hat, die in impulsiver körperlicher Gewalt von mir gegen meinen Sohn mündete. Damit meine ich nicht den sadistisch veranlagten geistig minderbemittelten und im Alltagsleben unterdrückten Vater, sondern einen kurzen ungezielten Gewaltimpuls, der sofort wieder beendet war und in sofortigem schlechten Gewissen mündet. Nächte habe ich danach wach gelegen, da die Beziehung zu meinem Sohn an sich sehr liebevoll ist. Nur eben die beiden identischen ADHS-Muster vertragen sich gar nicht. Es beginnt immer mit dem "Rumpelstilzchen" meines Sohne und endete "damals" mit einem Schlag von mir. Seit der Diagnose ist mir unser Verhalten klar und ich kann rechtzeitig für Deeskalation sorgen. Meine Frau war davon nie betroffen, da sie im Dialog schon immer sachlich geblieben ist, so dass sich keine negative Emotion aufstauen kann, die sich spontan "entlädt". Mir ist es wichtig, die vielen nicht diagnostizierten ADHS-Väter zu erreichten, die bisher selbst durch Gewalt gegen ihre Kinder oder andere Familienangehörige für Leid sorgten. VG Euer Klaus

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