Mit Biomarker ADHS Diagnose stellen

ADHS: Diagnose mit Biomarkern?
ADHS: Diagnose mit Biomarkern?

Was sind Biomarker

Biomarker sind im Prinzip Patientenübergreifende, nachweisbare, Gemeinsamkeiten. Beispielsweise hat jeder Mensch mit Erkältung eine laufende Nase. Die laufende Nase ist dann ein Biomarker. Und genau so etwas suchen die Forscher schon seit einiger Zeit bei ADHS.


Update aus der Forschung

Mediziner suchen also nach Gemeinsamkeiten. Und hier werden bislang keine Mühen gescheut. Und deshalb gibt es dazu gerade Interessantes zu berichten.


Ein verfolgter Ansatz waren Unterschiede im EEG. Man hat also versucht regelmäßige Abweichungen im EEG bei ADHS nachzuweisen. Tatsächlich gab es auch große Anteile, bei denen Abweichungen festgestellt wurden. Diese bestehen darin, dass das Ruhe-EEG bei ADHS abweichen kann. Da man dies jedoch nicht bei allen ADHS-Patienten nachweisen konnte, scheidet dieser Biomarker inzwischen aus.


Vor rund 22 Jahren, also etwa 1998, galt die "funktionale Magnetresonanztomographie" (fMRT) als ein sichere Diagnosemittel. Hier konnte man im weitesten Sinne das aktive Gehirn beobachten. Anhand von Tests wurden Aufmerksamkeits- und Emotionsregularien angesprochen, die man früher ausschließlich ADHS zuschrieb. Dies hat sich jedoch mittlerweile zerschlagen, weil man die gleichen Gehirnaktivitäten auch bei anderen Erkrankungen nachweisen konnte. Damit hat sich auch diese, wenn auch teure und aufwändige, Methode als Biomarker zerschlagen.


Was allerdings wirklich in diesem Zusammenhang interessant ist, ist, das die Studien gezeigt haben, das der bisherige Diagnoseweg besser ist, als die Nutzung von Biomarkern. Ganz einfach deshalb, weil kein Biomarker ADHS zuverlässig, und bei allen ADHS-Patienten, nachweisen kann - die aber daran leiden.


ADHS ist ein Syndrom

Die Problematik besteht bei ADHS darin, das es bislang kein einheitliches Muster gibt. Deshalb wird ADHS auch als Syndrom bezeichnet. Ein Syndrom bezeichnet also eine Patientengruppe, in der alle an der gleichen Krankheit leiden, aber unterschiedliche Symptome, verschiedene Krankheitsbilder und keine nachweisbare 100%ige gemeinsame Übereinstimmung haben.



Quelle: Zusammenfassung aus Swiss Pädiatrics



Weiterführende Information


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator

Kommentare 1

  • Das wäre ja ein Traum, wenn da mal was gefunden wird.