ADHS Jugendliche wollen gesund sein

Sicher, es wird viele geben, den Inhalt dieses Artikels gar nicht verstehen. Verständnis für die folgenden Zeilen setzt einen Perspektivenwechsel voraus. Und das für viele ist das sehr schwierig, weil man über den Tellerrand blicken muss.


In der Pubertät und als Teenager spielt ADHS eine besondere Rolle. Man muss sich klar machen, das die meisten ADHS-Kinder eine Therapie oder Tabletten gar nicht so richtig hinterfragen, weil sie ihren Eltern sehr viel Vertrauen entgegenbringen - mehr als so manche Eltern glauben. Im Teenageralter ist das anders. Da wird hinterfragt, abgelehnt, und der eigene Platz in der Familie, bei Freunden und überhaupt in der Gesellschaft gesucht.


Das ist auch gleichzeitig jener Lebensabschnitt, in dem die ADHS-Teenager mit der Frage beschäftigt sind, ob es ADHS überhaupt gibt, oder ob sie nicht doch einfach nur "anders" als andere sind. Sie hinterfragen oder verweigern sogar Therapien - sogar dann, wenn sie wissen, das es ihnen gut tun würde.


Dann gibt es natürlich die körperlichen und emotionalen Veränderungen, wie bei allen anderen in dem Alter auch. Aber es fühlt sich für ADHS-Teenager falsch an, weil sie im Kopf vielleicht noch gar keine 15 Jahre alt sind, sondern in der Reife einige Jahre hinterher sind. Der Begriff "Entwicklunsgverzögert" macht hier schnell die Runde, den ein Teenager aber sicher nicht hören will.


Am Ende steht eine klare Botschaft im Raum: Ich habe kein ADHS! Ich will gesund sein!


Schwere Zeiten gehen vorüber

Aber so leicht ist das nicht. Und es braucht viel Geduld, starke Nerven und viel Zuversicht, um die ADHS-Jugendlichen auf dem richtigen Weg zu halten. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, das Eltern, Lehrer, und vielleicht sogar Freunde die Leitplanken des sicheren Pfades in die Zukunft.


Aber auch die schwierigsten Zeiten gehen vorüber. Das klingt jetzt natürlich wie ein Strohhalm, aber tatsächlich ist es so, das diese Phase zeitlich begrenzt ist. Die allermeisten ADHS-Jugendlichen kommen früher oder später selbst auf die Idee, die medikamentöse Therapie fortzusetzen. Das klappt aber immer erst dann, wenn die selbst begriffen haben, das es ihnen mit Medikamenten besser geht, als ohne.


Manchmal macht es auch durchaus Sinn, dem ADHS-Jugendlichen eine Psychotherapeuten zur Seite zu stellen. In dem Alter reden die Kinder nicht so gerne über sich mit ihren Eltern. Ein Außenstehender, der sich übrigens nicht zwingend bis ins kleinste Detail mit ADHS auskennen muss, kann den Teenager auf die richtigen Gedanken bringen. Eltern von ADHS-Kindern wissen, das sie ihren Nachwuchs immer wieder in die richtige Richtung schubsen müssen. Und das hört im Teenageralter nicht aus.


ADHS Jugendliche sind auf der Suche nach sich, und nach vielen anderen. Und wir können ihnen helfen, zu finden, was sie finden sollen.


Über den Autor

Mit ADHS beschäftige ich mich bereits seit 1998. Seitdem hat sich viel getan. Überwiegend positives. Mein Job ist es hier, Informationen zu beschaffen, aufzubereiten, und zur Verfügung zu stellen. Ein Job der viel Zeitverschlingt, aber zweifellos sinnvoll ist. :-)

negteit Administrator